Philosophischer Sonntag – Weil man kann

Philosophischer_Sonntag

Meistens im Leben verbleiben Menschen innerhalb von Verboten. Und innerhalb von Regeln. Und Gesetzen.
Selten selbst aufgestellte Regeln und Verbote und Gesetze. Regeln von oben. Verbote von oben. Gesetze von oben. Für uns unten.

Mit Regeln und Verboten kenne ich mich ganz gut aus, auch ich bewege mich innerhalb von Regeln und Verboten. Jeden Tag. Und innerhalb der Gesetze. Aber nicht nur.

Und habe erst heute Mittag im Auto auf der Landstraße an einen Satz meines Papas gedacht. Es ging damals um Verkehrsschilder. Um Geschwindigkeitsbeschränkungen. Um Parkverbote. Um Vorfahrtsregeln. Jahre her, das Gespräch. Ich weiß nicht mehr wie lange her. Aber aus vielen Gesprächen mit Menschen kann man sich etwas merken und etwas für sich mit nehmen.
Und er sagte damals:
„Die Leute, die die Schilder aufstellen, müssen auch von etwas leben.“
Recht hast Du.

Damals lachte ich darüber. Heute auch, aber mit mehr Tiefe.

Wie wahr.
Aus meiner Sicht sind Regeln besonders dazu da, um sie einzuhalten. Immer. Man sollte Regeln immer beachten. Sie als etwas Besonderes betrachten. So wie einen Sonnenaufgang oder einen Sonnenuntergang oder Ebbe und Flut. Regeln und Verbote sind etwas Besonderes für mich. Sie sind abseits der Norm. Die Norm der Natur ist die Freiheit. Die Natur kennt nur Freiheit. Sie kennt keine selbst gesteckten Regeln und Grenzen. Und deshalb sollten wir Regeln, Verbote und Gesetze als das betrachten: Besonderheiten.

Das tue ich. Ich beachte sie. Ich respektiere sie. So wie das Naturschauspiel eines Sonnenauf- und Abgangs. Sie sind da. Die Auf- und Abgänge.

Ich sitze mal auf einer Wiese und schaue sie mir an und lasse auf mich wirken. Und meistens? Sind die Naturschauspiele da und ich lasse nicht bewusst auf mich wirken. Denn dann mache ich andere Dinge.

So wie heute auf der Landstraße. Ich fuhr schnell. Nicht weil die Regeln es sagten. Nicht weil ich darf. Sondern weil ich kann.
Ich ließ den Sonnenaufgang Aufgang sein. Er ist da. Er kommt und er geht.

Hasen, Igel und Rehe kennen keine Bedeutungen von Schildern. Sie nehmen sie wahr als das was sie sind. Gegenstände ohne Bedeutung. Bedeutung erhalten Gegenstände erst dadurch, dass wir Menschen ihnen gedanklich etwas beimessen. Uns daran festhalten und festklammern. Bedeutungen können sich ändern. Und sie ändern sich. Sie kommen und gehen. Wie Schilder. Damit Menschen von etwas leben können. Und deren Chefs noch besser.

Und jeder Sonnenaufgang hat etwas Besonderes an sich. So wie jeder Sonnenuntergang.

Ob ich ihn mir täglich anschaue oder nicht, entscheide ich. Sie sind etwas Besonderes, unsere Regeln, Verbote und Gesetze. Sie sind gemacht von Menschen, die auch von etwas leben müssen, wie mein Papa sagt. In Wahrheit von Menschen, die sehr gut davon Leben. Sage ich. Dazu. Das hat er damals nicht gesagt. Es ist aber so.

Und deshalb: Achtet die Gesetze, Regeln und Verbote als etwas Besonderes. Wann ihr wollt. Sie sind nicht die Norm. Die Norm ist Leere und Stille. Die Norm heißt Freiheit. Tut was ihr wollt und wann ihr wollt. Nicht weil ihr dürft, sondern weil ihr könnt. Gesetze, Regeln und Verbote sind nicht Normal. Sie sind besonders. Abnormal. Etwas für Momente, in denen uns danach ist sie zu beachten. Sie sollten die Ausnahme sein, die Momente. Sie bewusst zu achten.

Wenn ich eine Frau anspreche, bin ich dann noch innerhalb der Regeln?

Ich lasse die Schildermacher leben, und deren Chefs noch besser. Und deswegen fahre ich schnell. Nicht weil ich darf. Sondern weil ich es kann.

Seid Hasen, Igel und Rehe. Lernt stolz darauf zu sein. Und dann… seid stolz darauf!

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