Es war soweit, ich hab abgesagt – Und: Ein richtig guter Clubabend – Teil 2 von 2

Gestern gabs den ersten Teil. Heute den zweiten. Los gehts.

Wir gehen heute ein auf die offenen Fragen:

„Was war mit dem Junggesellinnenabschied noch so?“
„Welche Stars hast Du dort in dem Laden gesehen?“
„Und bist Du mit einem 0 zu 0 nach Hause gefahren?“

Ich war mir um 2 Uhr dann langsam sicher, dass es für mich ein 0 zu 0 werden wird. Ich hatte ein paar kleinere Versuche gestartet in ein Gespräch zu kommen. Aber es sollte nicht so recht klappen. Es ist eben kein Daygame. Wie ich gestern schon schrieb: Die Gesetze sind in so einem Laden einfach andere. Das Übliche funktioniert da nicht so. Wenn man aber auf Daygame trainiert ist, dann muss man lernen umzuschalten. Und außer ein paar kleinere Gespräche gab es erst mal nichts. Ich hab dennoch die Zeit mit meinem Wingman genossen.
Er war an seiner Braunhaarigen dran. Und das war gut so. Immer der Traube der Damen aus dem Junggesellinnenabend hinterher. Sie waren nicht aus unserer Stadt. Gerne würden sie aber noch was Anderes sehen wollen. Also ging die Beratschlagung los, wo sie noch hinziehen würden. Sie möchten noch in einen anderen Club. Ich bin dann derweil ein bisschen zum Tanzen gegangen. Zuviel Gelaber ist dann doch nix für mich. Kostet mich nur Zeit. Das 0 zu 0 wollte ich so eigentlich nicht auf mir sitzen lassen. Schon bevor ich aus dem Haus ging, hatte ich mir für den Abend vorgenommen ein paar Körbe zu kassieren. Genau so. Wirklich. Es war schon später und ich hab noch nix Zählbares erreicht an dem Abend. Zumindest einen Korb oder zwei Körbe hätte ich gerne genommen, dachte ich mir. Warum auch nicht, wenn ich schon mal da bin. Hehe.

Na gut, beim Tanzen fielen mir dann zwei solcher super bekannten Mega-Stars auf. Wenige Meter neben mir. Saßen sie da. Einer von ihnen wie ein Haufen Elend. Total betrunken. Echt peinlich eigentlich. Musste gestützt werden, beim raus Gehen später. Da war es fast 4 Uhr in der Früh. Der andere blieb wohl noch, rauchend und mega cool.
Am nächsten Tag hab ich ein Foto von dem Raucher gesehen, aufgenommen in der Früh. „Bei der Arbeit“ sozusagen. Und er sah aus, als wenn nichts gewesen wäre. Beeindruckend. Was für Leistungen ihr abliefern könnt. Trotz rauchen und saufen. Ich könnte das nicht.
Frage: Was für Leistungen könntet ihr zwei Knallköpfe erst abliefern, wenn ihr diesen Mist weglassen würdet?!

Ja ich weiß, ich wollte nicht lang bleiben, sagte ich schon. Spätestens um 2 Uhr wollte ich mich nach Hause auf machen. Aber irgendwie war ich noch nicht „zufrieden“ mit dem Abend. Also bin ich geblieben, ohne genau zu wissen warum. Ein kurzer Versuch ein Mädl auf der Tanzfläche anzusprechen misslang zwar nicht, aber ihre Freundin wollte unbedingt raus zum Rauchen. Schade. Ich fand Dich süß. Zu mehr als einem kurzen „hallo“ kam es nicht.

Also wieder zu meinem Wing rüber gegangen, er war noch schön unter den Damen gemischt. Läuft bei Dir.
Einige Zeit – und einen Bitter Lemon später – wollten sie alle weiter ziehen. Also hab ich zu meinem Wing gesagt: „Na gut, dann geh ich auch mal. Ist ja eh schon spät.“

Und in einem Gang, man kann sagen ein Wartebereich, saß sie. Ein blondes Mädchen. Alleine auf einem Stuhl. Und wartete offensichtlich. Kein Minirock. Kein Mega-Auschnitt. Eher schlicht. Das ist mein Typ. Gedanklich war ich schon auf Abschied aus dem Laden, nun aber nochmal kurz rauf fahren. Ein letzter Versuch für heute. Eher nebenbei und locker. Es war wirklich spät. Und ich hatte keine Lust viel Zeit zu investieren. Lieber nach Hause und die Steuererklärung am nächsten Tag fertig machen können. Fit sein. Einigermaßen.

Der Gesprächseinstieg lief easy. Sie hatte schon etwas getrunken, war gut drauf. Nicht so platt wie der oben beschriebene Star. Und ich? Natürlich vollkommen nüchtern. Wie immer. Yes! Man, bin ich in solchen Momenten froh, dass ich Herr meiner Sinne bin. Alkohol macht Dich und Deinen Geist kaputt beim Pickuppen. Auch sonst. Aber gerade beim Pickuppen ist es unglaublich wichtig „da“ zu sein.

Nach wenigen Sätzen sagte sie zu mir, dass ich mich neben sie setzen soll. Na gut, wenn eine Frau schon mal so nett frägt. Dann mache ich das doch. Ich bin ja nicht so. Einige Minuten über den Laden abgelästert, bzw. sie ablästern lassen. Wie schrieb ich letztens: Assoziative und deskriptive Gespräche führen. Nichts Negatives. Es war aber auch süß wie sie sich ständig für ihre Klamotten fast entschuldigte. Sie sei nicht so hübsch angezogen wie all die anderen Mädls. Sie habe nur eine schlichte Jeans an und ein normales Top. Echt süß, wie Frauen sein können. Wenn man versteht was sie einem damit sagen will. 🙂

Solche Elfmeter nehme ich natürlich gerne an. Und hau sie inzwischen nicht mehr vorbei. Und auch nicht an die Latte oder an den Pfosten, sondern direkt in den Winkel: „Ich verstehe Dich. Weißt Du, das ist schon okay wenn man so rum läuft wie all die anderen da. Mit diesen Miniröcken und diesen mega Absätzen. Das sieht für viele Männer sicher schick aus. Aber ich steh so gar nicht drauf. Du kannst so was bestimmt anziehen und das würde Dir bestimmt gut stehen. Nur mich würdest Du damit in kein Gespräch bekommen. Ich wäre geradewegs an Dir vorbei gelaufen. So ist das der Grund warum ich Dich angesprochen habe. Weil Du natürlich bist. Ich mag das an Dir. Weil Du eine Frau bist, wie Du bist.“

Und wie las ich letztens, Weiterbildungslektüre sozusagen, man solle die Frau konditionieren. Erzählt sie ein bisschen von ihrem Leid und ihrer Missstimmung gegenüber irgendwem oder irgendwas, dann schau sie nicht an. Besonders nicht in die Augen. Lenke das Gespräch in eine positive Richtung. Und wenn es emotionaler wird, dann suche den Blickkontakt. Anfangs nur wenig. Und je emotionaler die Themen werden, desto mehr und länger suchst Du den Blickkontakt. Du konditionierst die Frau dahingehend, dass sie nicht alles auf dem Präsentierteller bekommt. Vor allem nicht Dich. Und vor allem nicht solange sie Dich mit Negativ-Käse voll labert.
Ja, auf so ein Zeug achte ich in solchen Gesprächen mittlerweile. Aber nicht nur. Auf noch viel mehr. Und ich sage klar dazu und mache mir bewusst: Ich stehe erst am Anfang!

So saßen wir also bestimmt 20 Minuten nebeneinander zum Quatschen. Was wir so machen, wo wir her kommen. Hobbys und so weiter. Meinem Wing hab ich zwischenzeitlich längst gesagt, dass ich noch bleibe. Meine blonde Gesprächspartnerin ließ ich derweil durch unser Gespräch fröhlicher werden. Sie entspannte sich zunehmend. Das gefiel mir.

Innerlich geht dann während dem Gespräch – aber eher noch zu Anfang – genau das in mir vor, ich sage mir: „Ruhig. Stimme tief, Junge. Bring das Ding ganz entspannt durch. Langsam und tief atmen. In den Bauch rein. Und raus. Nimm Dich etwas raus aus dem Gespräch. Lass sie mehr machen. Sie gibt maschinenpistolenartig zu viel Gas. Lass Dich durch das Impulsive nicht aus der Bahn bringen. Ziehe Dein Ding durch. Bleib ruhig. Atme tief ein. Und tief aus. Du hast einen einzigen Grund hier zu sein. Jetzt und genau hier. Nur einen einzigen Grund. Und der lautet: Du hast die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Frau jetzt versteht wie großartig Du bist. Was für ein toller Mensch Du bist.“

Sie war mit zwei Arbeitskollegen dort. Einer männlich, eine weiblich. Der Kollege kam auf uns zu und sagte ihr, dass er langsam gehen möchte. Und ob die beiden mitkommen würden.
Ich merkte meiner Blonden an, dass sie eigentlich nicht gehen wollte. Noch nicht. Und deshalb sagte ich ihr, dass ich noch ein bisschen bleiben würde, wenn sie auch bleiben möchte. Aber vielleicht nur noch eine halbe Stunde. Es sei schon spät und ich würde dann auch gerne nach Hause gehen. Weil ich morgen noch viel zu tun hätte. Sie überlegte. Ich merkte ihre Unsicherheit natürlich. Sie überlegte wirklich extrem offensichtlich, ob sie bleiben oder gehen sollte. Das ist dann der Moment wo Du voll fokussiert einen Impuls in eine Richtung geben musst. Vor einigen Wochen tat ich das mal anders, da hab ich es einfach laufen lassen. Diesmal nicht. Diesmal gab ich den Impuls.
Ihre Kollegin hatte zuvor einen Typen im Club kennen gelernt und war bereits am Anbandeln. Auch sie überlegte wie der Abend ausgehen würde. Sie hatten zusammen eine Bahnkarte gekauft. Der Kollege allerdings habe ein eigenes Ticket.

Na gut, dann bringen wir eine Portion Freiheit rein und ich sagte zu ihr:

„Sieh mal, ich bin nicht mehr lange da, aber wenn Du möchtest, dann bleiben wir noch etwas. Ich bin aber mit dem Auto da. Gerne fahre ich Dich danach nach Hause. Nur es tut mir leid, ich kann Deine Kollegin leider nicht mitnehmen. Würde ich gerne. Aber ich fahre nur einen Zweisitzer.“

Understatement. Ich eben.

Bumm. Der hat gesessen, hab ich gemerkt. Auf einmal war ihr „heim-gehen-Problem“ wie weggewischt. Es ratterte kurz in ihr und sie sagte:
„Ja wie kommt es eigentlich, dass Du jetzt noch Auto fährst??“

Klassiker, also darauf die klassische Antwort von mir: „Ich trinke keinen Alkohol beim Feiern. Weißt Du, schau Dich um, fast alle Männer sind betrunken. Das ist nichts für mich. Ich steh auf gute und intensive Gespräche und auf Spaß. Und Spaß habe ich ohne Alkohol am Meisten.“

Bumm der hat schon wieder gesessen. Denke ich mir nicht nur. Ich spüre es eben auch in dem Moment. Das waren zwei Volltreffer direkt hintereinander. Die würden selbst den guten alten Joe Frazier umwerfen.

Der Rest war ein Selbstläufer. Die Fahrkarte hat sie ihrer Kollegin gegeben. Die mit ihrer Errungenschaft, einem Typen mit dem ich dann auch noch lustigerweise kurz gequatscht hatte, weiter zog. Der Arbeitskollege ging alleine heim.
Tja und so blieben nur noch sie und ich übrig. Nicht mehr lange. Und gehen wollten wir beide sowieso. Also auf zum Auto. Ein paar Minuten zu Fuß.

Draußen vor dem Club neben ihr sagte ich natürlich gleich: „Komm, hak Dich ein.“ Und so schlenderten wir zu Fuß Richtung Auto in die Nacht. Mein Auto ist mir ja bekannt. Und es ist für mich inzwischen wieder gewohnt und normal etwas Sportliches zu fahren. Für sie aber wohl nicht. Sie kam aus dem Staunen und Schwärmen nicht mehr raus. Es war mir etwas unangenehm. Nicht weil sie es toll fand. Sondern weil ich da nicht drauf einsteigen kann „mit zu schwärmen“. Es ist nur ein Auto. That’s it. Und der Preis bin ich. Nicht mein Auto.
Weil es in eine etwas oberflächliche Richtung abdriftete, musste ich kurz Gas raus nehmen und das Gespräch schnell mal wieder lenken. Wie sagte Bushido schon:
„Von der Skyline zum Bordstein zurück“
… Aber verzeihen wir ihr mal. Vielleicht ist der Alkohol schuld. Also öffne ich ihr die Beifahrertüre (Gentleman, natürlich! Ich wünschte es gäbe noch Frauen, die sowas wirklich zu schätzen wüssten. Vielleicht gibt es sie?! Dann melde Dich bitte bei mir. Ich suche Dich. Wirklich!) und nach kurzem Losfahren halte ich ihre Hand. Ihre Hände waren warm, meine waren kalt. Am Ende der Fahrt waren meine Hände auch warm. Besser als die Heizung im Auto.

Der Rest lief wie geschnitten Brot.

Und das ist hier kein Coolness-Blog, sondern ein authentischer. Und als solcher sei es mir erlaubt zu sagen, dass das das (3 mal das!) erste Mal in meinem Leben war, eine Frau direkt am ersten Abend nach Hause zu fahren. Und mit ihr hoch zu gehen. Und über Nacht zum Bleiben eingeladen zu werden. Und über Nacht geblieben zu sein.

2016-11-02

Damit ging das Basketballspiel Samstag 1 zu 1 aus.
Das ist so ein Rockstar-Moment.

Gute Nacht und Peace!