Es war soweit, ich hab abgesagt – Und: Ein richtig guter Clubabend – Teil 1 von 2

Gestern hatte ich angekündigt, dass ich ein Date am Abend haben würde. Mit einer echt kecken Frau. Sie hab ich letzte Woche auf einer Party kennen gelernt, ich hab darüber ja schon geschrieben…

Ich hab das Date abgesagt. Zum ersten Mal. Nein??!! Ich hab es wirklich getan. Das erste Mal, dass ich ein Date abgesagt habe. Wie konnte ich nur? Schande über mich?!

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Nun, ich habe gerade ein relativ anstrengendes Wochenende hinter mir. Wirklich anstrengend. Samstag Nacht ist es deutlich später geworden als mir eigentlich lieb ist. Dazu aber weiter unten mehr.

Jedenfalls ist mir das alles zuviel geworden. Ich hatte Donnerstag und Freitag Besuch. Deshalb wollte ich den Freitag Abend für mich nutzen. Und mein Artikel von gestern (der Zweiteiler) handelte unter anderem ja von der 6,5er Frau auf der Parkbank. Wir wollten  uns Donnerstag treffen – also übermorgen- so war es lose vereinbart. Es gab nun nach drei Tagen eine Absage. Läuft. Nummer gelöscht. Alles gut.

So ist das, man schreibt Artikel(-Serien) über Gespräche und Gesprächsinhalte mit Frauen und ehe man sich versieht, ist diese eine spezielle Frau längst passé. Darum schreibe ich nicht für die Frauen. Nicht wegen den Gesprächsinhalten (auch wenn meine Leser die immer besonders gerne mögen), sondern wegen dem großen Ganzen. Es geht um den Weg. Alles ist vergänglich. Auch ein noch so solider Number Close, wie ich es bei der Frau angenommen hatte. Aber so ist das halt mal.

Ein Date wird einem abgesagt. Und ein Anderes sagt man selbst ab. Das ist wie Ebbe und Flut. Wie die Wellen am Strand. Sie kommen an und ziehen sich wieder zurück.
Moment mal, hab ich das gerade wirklich gesagt? Klingt ja so, als würde ich zukünftig mich in das Gruselkabinett einreihen und ebenso arschig Dates am Fließband absagen wollen wie es mir geschieht.
Nein, sicher nicht. Es soll eine Ausnahme bleiben. Dieses Mal.

Jedenfalls hab ich das Date für gestern abgesagt. Es ist auch mal Zeit etwas zur Ruhe zu kommen. Und so herausfordernd und keck sie auch sein mag, die liebe Frau, aber so anstrengend ist sie eben auch. Das war sie schon auf der Party. Sie genießt es den Mittelpunkt des gemeinsamen Gesprächs darzustellen. Spotlights an und drauf auf sie. Ja schon. Nur das ging an dem Tag gut, weil ich ausgeruht war. Gut drauf. Aber jetzt zu Beginn der Woche bin ich irgendwie erstmal richtig platt. Warum?

Nun ja, schon am Freitag war ich mit einem Freund unterwegs. Und am Samstag nochmal. Nur dazwischen war ich den ganzen Samstag mit meiner Steuererklärung beschäftigt. Das ist lecker. Eine tolle Arbeit jedes Jahr. Ich will da gar keine weiteren Zeilen dafür verschwenden, ich bin froh, dass ich das Ding durch habe. Puh.
Und am Samstagnachmittag klingelt dann mein Telefon: „Hey, wie schauts aus, heute Abend kurz mal raus schauen, nicht lang, nur so. Du weißt schon. Ein oder zwei kleine Getränke, dann gehen wir wieder.“

Im ersten Moment donnert es in meinem Kopf. Man, ich sitze gerade noch mitten in der Steuererklärung, bin gerade erst zur Hälfte durch und morgen muss ich die andere Hälfte noch machen. Gedanklich voll auf Quittungen hier und rechtliches Nachschlagen dort. Ordnerweise Unterlagen. Lauter Hefter und Einschubblätter. Wusch. Das ist so wie wenn man ganz gemütlich duscht und plötzlich dreht Dir jemand unerwartet das heiße Wasser ab und stellt volldampf auf eiskalt!

Junge, durchatmen. Was willst Du? Steuererklärung machen?! Nein. Muss ich aber. Was willst Du wirklich? Überhaupt nichts. Gerade einfach überhaupt nichts. Ich hatte mir zu dem Zeitpunkt schon überlegt am Abend eine Serie gemütlich anzuschauen. Einfach nur auf der Couch. Etwas müde vom Vortag war ich sowieso noch.

Und dann kommt das, was ich seit Monaten trainiere. Ich packe alles zusammen was in mir ist – oder eben in diesem Moment noch nicht in mir ist – und packe meinen inneren Schweinehund mit einer Hand aus voller Kraft am Hals und presse ihn an den letzten Felsen einer Klippe und werde mir bewusst was gerade ist. Ich schaue dem Schweinehund direkt ins Gesicht, ich bin über ihm. Unter uns ist die Klippe.

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Bewusst, dass es wichtig ist genau dann, wenn Du etwas nicht möchtest, vielleicht am allerwenigsten, voll durch zu drücken. Also antworte ich meinem Wingman:
„Okay, coole Idee. Du weißt, dass ich meinen Steuermist noch machen muss, und morgen den Rest auch noch, da mag ich einigermaßen fit sein. Aber ja, warum nicht, wenn es nicht so spät wird. Lass uns später dann mal losziehen.“

Und so war es auch. Die Standard-Tour. Inzwischen ist es die Standard-Tour. Erst in die eine Bar und dann in die andere Bar bzw. einen Club. Erstmal ein bisschen unter die normalen Leute. Dann wieder in den schickimicki Laden.
Die erste Bar war brechend voll. Ich schaue mich in dem Laden um, versuche ein bisschen in Stimmung zu kommen und mich ein wenig zu bewegen. Es läuft Enrique Iglesias, ich mag diese rythmische Musik. Da ist Feuer im Blut. Es gibt zu diesem Zeitpunkt kaum potenzielle Frauen für mich. Aber ich entdecke eine 8 oder 9 an der Theke. Ich will sie unbedingt ansprechen. Sie sitzt da mit ihrer Freundin. Überall drücken die Menschen von links und rechts an dem schmalen Gang entlang an der Theke herein und heraus. Es geht mir überhaupt nicht der Gedanke durch den Kopf wie ich sie anspreche, sondern nur noch wie ich das logistisch machen soll. Wenn man ständig nur herum geschoben wird. Schwierig. Also gehe ich in die Nähe, warte eine günstige Gelegenheit ab und tippe ihr drei mal von hinten auf die Schulter. Und sie wird genau in dem Moment gerade vom Barkeeper abgelenkt. Die zwei oder drei Sekunden Verzögerung reichen, um meinerseits geradewegs wieder am Gang entlang weg gedrückt zu werden.

Wunderbar!

Also gehe ich zu meinem Wingman und sage ihm: „Tut mir leid, das ist nicht cool hier. Die 8 an der Bar wäre was für mich. Aber das geht gar nicht. Ich komm hier nicht mal dazu jemanden anzuquatschen. Es ist zu voll. Lass uns woanders hin gehen.“

Also auf in den schickimicki Club. So viel vorweg: Es wurde später als geplant. Vieeel später. Angekommen, ein bisschen rumgeschaut. Zum Aufwärmen erstmal ein kleines Gespräch mit dem Personal. Sie war nicht gerade hübsch, aber nett. Und alleine herum gestanden. Also geb ich ihr die Chance auf ein bisschen Smalltalk, anstatt nur zu arbeiten. So bin ich eben.
Und dann weiter Richtung Tanzbereich. Oho. Junggesellinnenabschied. Leider nicht ganz mein Alter. Alle 10 Jahre über mir. Puh. Aber egal. Spaß haben geht trotzdem. Mein Wing fühlt sich pudelwohl. Das ist doch prima. Also ein bisschen mit den Damen getanzt und rumgealbert.

Ein Club voller 8er und 9er Frauen. Okay, die meisten gekleidet wie Damen aus dem horizontalen Gewerbe, aber es sind 8er und 9er Frauen. Ehrlicherweise muss man sagen: Einige sind auch nur 4er und 5er Frauen, aber sie halten sich für 8er und 9er. Je kürzer die Röcke, desto hässlicher meistens die Frau darin. Das geht direkt proportional einher. Nur meine Erfahrung. In solchen Clubs und Bars meist schon. Egal jetzt, genug drum herum geredet.

Wir feiern also mit den Damen ganz entspannt. Dadurch, dass die Fronten direkt geklärt waren, gibt es auch keine falschen Vorstellungen. Mit einer von den Damen hab ich mich dann hauptsächlich beschäftigt, sie war deutlich älter als ich, mir zu alt, und ich war deutlich jünger als sie, ihr zu jung. Perfekt. Warum? Weil ich damit die Möglichkeit hatte ausgelassen Spaß zu haben, sich gegenseitig zu umarmen, auch mal ein Bussi zu geben und zu bekommen, ohne dass etwas daraus folgen würde. Ja klar, und was bringt mir das? Nichts weiter als sozialen Status. In dem Moment ist im Club klar: „Der Typ ist cool. Der feiert, der hat Spaß. Und die Frauen um ihn herum fühlen sich offensichtlich wohl. Er kann hin gehen zu ihnen, sie anfassen, sie umarmen, mit ihnen eng tanzen und tun und lassen was er will.“

Genau, nur darum geht es. Es ist nicht das Ziel. Es ist nur ein Zwischenziel. Spaß einerseits, Energie tanken einerseits, aber vorbereiten auf das Ziel andererseits.
Welches Ziel??? Nicht so ungeduldig! Kommt noch.

Mein Wing war derweil mit einer wirklich hübschen braunhaarigen Dame intensiver beschäftigt, wäre sie nicht so alt gewesen… ich hätte es vorher definitiv versucht bei ihr… als Mutter zweier Kinder… wow, sah sie echt toll aus. Ich hab mich für meinen Wing gefreut. Es macht mir Spaß die Menschen in meiner Umgebung glücklich zu sehen.

Dennoch bin ich – und das gebe ich offen zu – in solchen Clubs ob der schieren Masse an 7er, 8er und 9er Frauen noch immer massiv beeindruckt. Auf der Straße im Daygame gehe ich jede 8 oder 9 an, die mir vor die Flinte kommt. Egal wo, egal wann. 7er, 8er und 9er Frauen sind selten. Also muss man jede Chance am Schopfe packen. Aber in so einem Club überfordert mich das trotz aller Souveränität zeitweise massiv. Es ist ein völlig anderes Spiel, das dort gespielt wird. Die Damen in so einem Laden sind extrem arrogant und tun auf „unnahbar“. Damit musst Du klar kommen. Da ich in solchen Clubs nicht täglich bin, aber inzwischen zumindest fast wöchentlich (hehe!), fehlt noch etwas die Übung. Es ist noch immer etwas „Ungewohntes“ für mich. Aber es wird besser.

In dem Laden zuvor war das zum Beispiel ganz anders. Dort sind die „Normalos“. Menschen wie Du und ich. Aber in so einem Möchte-Gern-Laden sieht die Welt anders aus. Die Uhren laufen anders. Die Beleuchtung ist anders. Die Mimik und Gestik ist anders. Die Klamotten sind anders. Die Ferraris und Lamborghinis vor dem Club sind anders. Oder überhaupt welche. Wie auch immer. Alles ist anders. Man kann es nicht perfekt in Worte fassen. Es ist ein anderes Gefühl.

Nehmen wir an:
Wenn Du 18 Jahre alt wärst und nie wirklich richtig weg warst, in teuren Clubs, und Du gehst in so einen Laden, dann kann ich für 95% der Fälle garantieren, dass Du traumatisiert sein wirst. Und erstmal eine Weile wie K.O. geschlagen in der Ecke liegen wirst. Du wirst Dich fragen ob Du das letzte Stück Elend dieser Welt bist. Weil alle so „cool“ und „mega“ sind. Und man selbst das doch nicht ist. Denkt man. Denkt man…

Es ist wie ein Haifischbecken. Wirklich. Du gehst da rein. Alles ist dekadent ohne Ende. Jeder meint er sei der Größte. Und ihm gehöre die Welt. Gut, viele wissen, dass sie nicht die Größten sind, aber tun halt so als ob. Halt, eigentlich sind es sogar fast alle. So-als-ob-Tuer. Aber das ist ja egal. Die Frauen jedenfalls sind nur an zwei Dingen interessiert:

  1. Was arbeitest Du?
  2. Hast Du sonst viel Kohle?

Moment mal, denkt man sich da… hm… das ist doch fast das Gleiche! Arbeit und Kohle. Also hast Du keinen Job, aber einen Haufen Kohle, dann ist das auch okay? Klar! Noch besser.
Du hast einen guten Job und viel Kohle? Naja, dann bist Du halt auch so ein fleißiger schuftender Kerl, aber fast schon langweilig. Weil Du ja arbeiten gehen musst. Wie uncool.

Das ist hier sicher alles etwas platt dargestellt. Aber wer öfter in solchen Läden war, der weiß, dass es nur darum geht. Das. Und sonst gar nichts.

Inzwischen kenne ich viele Gesichter da drinnen. Es sind eben doch immer wieder die gleichen Menschen dort. Ein gewisser Bodensatz, wie beim türkischen Kaffee, klebt da immer rum. Nur mir macht das den Eindruck, dass das die Menschen tun, weil sie nicht wissen wohin sonst mit sich selbst.

Sehe ich mich auch als Bodensatz dort? Der nur da rum klebt, Woche für Woche, weil ich nicht weiß wohin sonst mit mir. Weil ich ja auch öfter mal meine Zeit dort verbringe? Hm. Gute Frage. Ich hoffe, dass ich die Kurve stets bekomme. Ich bin dort, ja. Definitiv auch. Aber ich bin nicht zum Selbstzweck dort. Ich habe eine Mission. Und das mit Passion. Mein Projekt.

Es bleibt spannend. Damit es jetzt nicht zu lang wird, gehts morgen weiter mit den Fragen:

„Was war mit dem Jungesellinnenabschied noch so?“
„Welche Stars hast Du dort in dem Laden gesehen?“
„Und bist Du mit einem 0 zu 0 nach Hause gefahren?“

The Story continues…