Review des Dates vom 29.11.2016

Gestern schrieb ich über das kurz bevor stehende Date von gestern (vgl. Date, die Zweite). Um 17:30 Uhr ging der Artikel online. Für 19:00 Uhr war das Date vereinbart. Um mich zwischendurch mal zu erkundigen, ob das Date noch zustande kommt, hab ich natürlich mal nachgefragt.
Das kommt normal mega-bedürftig rüber. Alá „ich will, ich will, ich will“. Nicht aber wenn Du einen kleinen Trick anwendest. Fachliteratur sei Dank. Man nehme sein Handy und tippe einige Stunden vor dem Date ein: „Hi, ist echt etwas stressig gerade in der Arbeit. Schaffe es evtl. nicht rechtzeitig. Können wir 19:15 Uhr machen? Sonst wird es mit der Bahn so knapp.“
19:15 Uhr anstatt 19:00 Uhr. Und wenn sie antwortet, dass das genauso okay ist, dann weißt Du relativ sicher, dass das Date zustande kommt. Jedenfalls wenn Du das wirklich erst ein paar Stunden vor dem Date machst. Dann ist nichts mehr mega Bedürftiges dran an der Sache und sie merkt nicht wirklich, dass Du eigentlich nur fragen wolltest: „Sagmal, da ihr Frauen ja mehr am Absagen seid, als am Zusagen… wollte ich nur fragen, ob Du auch so Eine bist, die nur etwas Aufmerksamkeit will, um dann abzusagen. Oder ob Du ein Mensch bist und mich immer noch sehen magst.“

Und innerlich dachte ich mir nur: „Wenn das heute was wird mit dem Date und wir uns tatsächlich treffen, dann bin ich echt mega froh. Endlich mal keine Absage. Der Bann ist gebrochen! Nach sechs Absagen in Folge!“ 😉

Die Minuten vergingen. Irgendwann war es 19:10 Uhr. Und dann hab ich sie kurz angerufen, wie vereinbart, um den genauen Treffpunkt auszumachen. Die Innenstadt ist groß, da übersieht man sich sonst leicht mal.
Ich fuhr die Rolltreppe hoch… Und tatsächlich. Da war sie. Unglaublich.

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Da war es wieder, dieses Rockstar-Gefühl. Dieser eine Rockstar-Moment. Endlich mal wieder. Ein Date das zustande kommt. Wahnsinn. Ich hab mich fast so gefühlt wie bei meinem ersten Date aus dem Daygame. Fast so. Wirklich. Nur dass ich den ganzen Tag kein Stück aufgeregt war, selbst auf dem Date nicht. Zu keiner Sekunde. Entwicklich sei Dank. Mensch Junge, wie weit Du doch gekommen bist. Das wird mir dann immer wieder erst klar, wenn ich wie heute merke mit welcher Leichtigkeit so ein Date durch läuft. Die Zeit vergeht wie im Flug. Plötzlich sind 3,5 Stunden vergangen. Das ist nicht wenig.

Natürlich mit Location-Wechsel. Wichtig. Nach Weißwein mit Pasta sind wir noch kurz auf einen Cappuccino bzw. Espresso in eine kleine italienische Bar gegangen. Wir hätten auch in die Kirche gehen können. Das spielt gar keine Rolle. Wichtig ist der Location-Wechsel. Je mehr desto besser.
Kurze Erklärung: Für den Verstand fühlt sich das dann so an als hätte man unglaublich viel zusammen unternommen. Als würde man sich bereits gut kennen. Da man ja wie selbstverständlich überall miteinander hingegangen ist. Nichts ist dann künstlich, alles sei im Fluss. Sagt der Verstand einem.
Dieses Phänomen machen sich selbst unsere Geheimdienste erfolgreich zunutze. Und das sind immerhin Beamte. Möchte man nicht meinen, dass die was drauf haben. Haben sie sicher auch nicht, aber sie können ein paar kleine Grundregeln befolgen. Und nur weil sie das dann nicht Approachen nennen, sondern kalte Aquise, ist immernoch Approachen drinnen. So wie bei einem Staubsaugervertreter. Simpler Trick mit oft großer Wirkung.

Und das war auch echt witzig, als wir bei einem Gläschen Weißwein und Pasta zusammen saßen und aßen. Witzig weil wir uns echt gut verstanden haben und auch witzig als sie sagte: „Als Du mich angesprochen hast, da fand ich das sehr mutig von Dir. Andererseits hast Du so souverän gewirkt, fast so als würdest Du das öfter machen.“
Ich musste dann innerlich schmunzeln. Äußerlich auch leicht.
Dann hat sie das sofort eingeschränkt: „Ja, naja, ich glaub ja jetzt nicht, dass Du das öfter machst. Aber Deine Ausstrahlung hat mich irgendwie dazu gebracht, dass ich Dir dann auch noch meine Nummer gab. Und ob Du das glaubst oder nicht, aber ich hab in meinem Leben noch nie meine Nummer einfach so her gegeben und dann so ein Date wie jetzt vereinbart.“
Und wieder musste ich innerlich schmunzeln. Und wieder auch leicht äußerlich.
Sie fuhr fort: „Naja, ich weiß ja jetzt nicht ob das hier ein Date ist oder nicht…“

Da bin ich sofort dazwischen gegrätscht und hab gesagt: „Na das will ich doch mal hoffen!“

Es ist übrigens tatsächlich so, dass Frauen selten im Leben „einfach so“ angesprochen werden. Es gibt diese billigen Standard-Dinger in der Disco. Wenn der Mann einige Bier intus hat und dann plump – frisch Mut angesoffen – die Frau anbaggert. Aber es gibt eben im Leben einer Frau höchstens ein, zwei oder drei mal so eine Situation wie ich sie eben kreiere. Charmant aber direkt eine Frau anzusprechen. Und sie nach einem Date zu fragen. Ein bisschen Smalltalk vorab vorausgesetzt versteht sich. Diesen Effekt versuche ich mir dabei eben zunutze zu machen. Anders zu sein als andere Männer. Mut zu zeigen. Alpha-Verhalten, kann man dazu auch sagen. Sagt die Fachliteratur. Alpha hin oder her. Ich mache einfach was ich will. Und wenn ich sie ansprechen will, dann tue ich das. Fertig.

Ansonsten lief auch der Rest wie geschmiert. Na gut. Fast wie geschmiert.
Denn.. oh Wunder… Achtung.. Trommelwirbel…
Wie sage ich immer? Meine treuen Leser wissen es sicher längst… 🙂
ES IST IMMER IRGENDWAS (Philosophischer Sonntag – Es ist immer irgendwas).

Natürlich! So auch diesmal. Wie könnte es anders sein.

Naja gut, also sagte sie relativ zu Beginn schon: „Weißt Du, ich hab mich gerade erst getrennt und das nimmt mich noch immer sehr mit. Ich kann nicht einfach in eine neue Beziehung springen. Das dauert jetzt bei mir sicher. Da will ich Dir gegenüber ganz ehrlich sein.“

Okay Madama, also erstens hat kein Mensch gesagt, dass wir sofort heiraten müssen. Wir können. Aber wir müssen nicht. Und zweitens wirst Du gegen Deine Gefühle sowieso nichts unternehmen können. Wenn Du Gefühle für mich aufbaust, dann kannst Du Dir vornehmen was Du willst. Hormone schlagen jeden plumpen Gedanken. Was ist schon ein Gedanke gegen ein Gefühl.

Für mich positiv ist an der Aussage in jedem Fall, dass sie sich gedanklich bereits damit auseinandergesetzt hat, dass es hier in Richtung Beziehung laufen könnte. Selbst wenn sie momentan noch „mitgenommen“ ist und beim Erzählen sogar nasse Augen bekommen hat. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass Frauen dann oft sehr offen sind für „Neues“. Das geht dann oft schneller als man denkt. Schwupp bekommt man sie. Oder schwupp ist sie weg an einen Anderen.

Ich sitze das locker aus. Kein Stress. Ihre Probleme sind nicht meine Probleme. Ich bin ich. Sie ist sie. Will sie weiter in der Vergangenheit leben, dann kann sie das tun. Oder in der Gegenwart ankommen und schleunigst merken, dass sie gerade die Chance ihres Lebens ums Eck laufen lassen würde.

Vor Monaten noch hätte ich mir da ins Hemd gemacht. Inzwischen sehe ich das völlig gelassen. Nicht gespielt. Sondern wirklich so. So hab ich ihr das auch gesagt, nämlich dass es letztlich egal ist was sie sich nun vor nimmt oder nicht. Wenn etwas im Fluss ist, dann wird es fließen. Und wenn nicht, dann bringt auch das „beste“ Vorhaben nichts. Also könnten wir das ganz entspannt sehen. Jedenfalls hab ich ihr klar gemacht, dass mich das nicht beeindruckt.

Aber Eines hab ich schon ganz deutlich artikuliert. Nämlich, dass ich nicht auf eine Freundschaft aus bin. Ich sagte, dass ich genug Freunde hätte. Und es mir darauf nicht ankommt. Das hat sie verstanden.

Kurz zu ihr: Sie gefiel mir tatsächlich, insgesamt. Im Gesamtpaket, wie man so schön sagt. Kommt selten vor. Optisch gefiel sie mir. Und charakterlich lag ich auf einer Wellenlänge mit ihr, die mich beeindruckt hat. Sie konnte mir folgen. Wow. Das hab ich selten. Sie konnte mir folgen. Und mir das Gefühl geben, dass sie mir auch folgen können möchte. Das hat etwas von „ich blicke zu Dir auf“. Das brauche ich nicht mehr. Mir reicht es völlig wenn wir auf Augenhöhe sind. Aber wenn es so sein sollte, dann ist es gut und okay.

Süß fand ich dann wie sie einzelne Themen angeschnitten hat. Und manchmal dazu sagte: „Falls Du Dich mal damit beschäftigen magst…“, gefolgt von dem jeweiligen Thema. Nur um ihr klar zu werden, dass ich ihr bei nahezu jedem einzelnen Thema voraus bin. Das war wirklich amüsant zu beobachten. Jetzt geh ich eh schon immer auf die Bremse. Wer will schon so etwas wie ein fleischgewordenes Wikipedia heiraten. Egal ob es um Fitness geht, um Tennis, um Meditation, um Politik, um Finanzen, um die Ansichten zum Job und zur Karriere, um das gemeinsame Verständnis von Werten in einer Beziehung und auch um Ernährung. Egal was das Thema war, sie merkte, dass ich nicht nur folgen konnte. Selbst als sie vom Thermomix erzählte.

Selbst da konnte ich – als Mann – mitreden. Da ich ja seit kurzem (leihweise) einen zu Hause habe. Da hat sie komisch geschaut. Tja Mädchen. So ist das. Es gibt Unterschiede. Wir mögen alle Männer sein. Aber es gibt definitiv Unterschiede. Und ihr Leuchten in den Augen, wenn ich ihr in die Jacke geholfen habe… oder ihre Sporttasche nahm, um sie zu tragen… dieses Leuchten macht den Unterschied. Für mich. Mir macht es eine Freude zu sehen, dass es ihr gut geht in meiner Nähe. Mehr will ich für den Moment gar nicht.

Ob das dann auch der Grund dafür war, dass sie gegen Ende hin sagte: „Es ist schon echt erstaunlich wie toll ich mich mit Dir unterhalten kann. Einfach so Smalltalk geht ja oft. Aber ich merke, dass wir uns wirklich verstehen.“

Ja. Ich kann Dir halt folgen. Vermutlich fast auf allen Gebieten. Hast Du ein Thema? Dann hab ich dazu wahrscheinlich schon zig Bücher gelesen und mich da tief eingegraben. Hast Du eine Sportart? Dann hab sie wahrscheinlich längst selbst ausprobiert. Hast Du Ansichten zum Thema Familie? Dann hab ich dazu wahrscheinlich nicht nur eine Meinung, sondern zu den einzelnen Problemen auch schon mögliche Lösungen, noch bevor die Probleme überhaupt erst entstehen können.

Die Geschichte mit dem (Ex-?)Freund steht da natürlich jetzt nicht gerade ideal im Raum für sie und mich. Sie wohne noch mit ihm, erzählte sie mir. Aber in zwei Wochen würde sie ausziehen. Sie habe Schluss gemacht.
Bin ich froh, dass ich mental eine völlige 180-Grad-Wendung gemacht habe vor über einem Jahr. Ich mache mir über solche Dinge keinerlei Gedanken mehr.
Da fällt mir noch etwas ein, das sie beim Essen gesagt hat. Ich hatte sie ja in einer 4er Gruppe angesprochen. Und als ich mich ihr mit meinem Namen vorstellte, lachten die anderen drei Frauen. Ich verstand nicht warum. Aber ich denke in diesen Momenten auch nicht mehr darüber nach warum. Da ich nichts dafür kann und auch nicht wissen kann wieso, ist es für mich egal.
Sie sagte also beim essen: „Du weißt doch noch wie meine drei Freundinnen gelacht haben, als Du Dich vorgestellt hast. Das war, weil Du den gleichen Vornamen hast wie er. Ich fand es nicht toll von den drei. Weil Du Dich bestimmt auch nicht so toll gefühlt hast. Du konntest ja nicht wissen warum. Aber ich fand es klasse, wie Du reagiert hast. Dich überhaupt nicht aus dem Konzept bringen hast lassen. Sondern ruhig geblieben bist und Dich weiter mit mir unterhalten hast, als wäre nichts gewesen.“
Solche Aussagen sind es, die mich riesig freuen. Sie zeigen mir, dass ich auf einem guten Weg zu mir selbst bin. Was interessiert mich das Gelächter der drei Frauen. Ich nehme so etwas nicht mehr persönlich. Ich konnte nicht wissen warum sie lachen, also brauche ich auch nicht darüber nachdenken. Es spielt keine Rolle. Für mich nicht. Nicht hier und nicht jetzt. Aber was für mich eine Rolle spielt ist, wenn ich erfahre, dass ich dadurch souveräner und stärker wirke, dass ich nun bin wie ich bin. Und im Wesentlichen habe ich das einem einzigen Mann zu verdanken. Eckhart Tolle. Und mir. Das sind Dinge, die man nur mit sich selbst ausmachen kann. Mentale Stärke. Ich merkte, dass sie beeindruckt ist von meiner Art. Und ich empfinde inzwischen so tiefe Freude an den kleinen Dingen im Leben. In dem Fall so große Freude daran, dass ich sie beeindrucken konnte. Nicht wegen mir, sondern für sie. Meine Freude resultiert daraus, dass ich ihr damit etwas geben konnte. Ein Strahlen.

Während dem Date hab ich echt auf alles Mögliche geachtet. Körperhaltung. Körpersprache. Ihr das Wasser nachschenken. In die Jacke helfen. Tasche abnehmen. All diese selbstverständlichen Dinge. Nur hab ich dann gemerkt, dass mir inzwischen wieder die Übung fehlt. Es gibt ein paar Themen, die ich auf einem Date ansprechen möchte. Das ist etwas ins Hintertreffen geraten. Weil es auch „so“ super harmoniert hat. Man muss dann keinen Themenkatalog durch gehen. Es hätte aber nicht geschadet. Wie mit dem Location-Wechsel. Es hätte nicht geschadet. Ich merke also, dass es gut ist, wenn ich wieder mehr Dates habe. Damit ich auch auf dem Gebiet mehr üben kann.

Nur beim Thermomix, da war sie mir definitiv voraus. Also bot sich doch auch nichts Besseres an, als dass sie nächste Woche zu mir kommt mir eine exklusive Thermox-Vorführung gibt. So war mein Vorschlag. Und den nahm sie ohne Zögern an.
Passt doch, so hab ich auch mal was wobei ich mit großen Augen folgen darf (!)… 😉

Fortsetzung folgt… vielleicht…

Date, die Zweite

Für heute steht ein Date an.
Eigentlich wäre es ja schon letzten Dienstag gewesen, dachte ich. So war es vorletzten Freitag ausgemacht, dachte ich.
Da Madame aber noch mal eben schnell eine Woche Urlaub auf Mallorca verbracht hat, konnte das Treffen nicht stattfinden. Muss mir zwar irgendwie entgangen sein, das Ganze Ding mit dem Urlaub. Aber wer weiß.

Schauen wir mal ob der zweite Versuch heute klappt. 19 Uhr ist ausgemacht. In der Stadt.

Ich gehe von meiner siebten Absage der siebten Frau in Folge aus. Weil das Investment von ihr bis hier her zu gering ist, nach meinem Geschmack.

Je mehr eine Frau investiert, desto eher kannst Du davon ausgehen, dass sie echtes Interesse hat und Dich nicht nur nebenbei mitnimmt wie ein Flugblatt. Um es dann einige Meter weiter in die Papiertonne zu treten.

Schauen wir mal, morgen wissen wir mehr. Und was ist, wenn sie wie die Anderen plötzlich ganz starke „mir-gehts-nicht-gut-Attitüden“ hat und absagt? Halt. Mir-gehts-nicht-gut ist ja aktuell nicht der Hauptgrund für die vielen Absagen. Zuletzt war es zwei Mal Urlaub und Geschäftsreise im Ausland. Reise verdrängt Krankheit. Egal. Es ist sowie immer irgendwas. Reise. Urlaub. Kopfweh. Bauchweh. Tsunami. Erdbeben. Irgendwas ist immer.
Was ist dann?
Dann bin ich dennoch in der Stadt, zum Approachen. Es ist Weihnachtszeit. Da ist viel los. Auch wenn es schon so früh dunkel ist.

Ich sollte einen eigenen Artikel machen, über die Weihnachtszeit. Und meine Erfahrungen mit dem Pickuppen. Vielleicht sind da die Frauen ja anders drauf. Weihnachten ist doch ein besinnliches Fest. Besinnen. Sich besinnen. Dass man zu zweit im Leben besser durch kommt als alleine. Topf mit Deckel ist besser. Besonders wenn man wie ich gestern Kürbisrisotto im Thermomix macht und es dann überall herum spritzt. Weil der kleine Messbecher nicht oben drauf gesetzt war, stand aber so im Rezept.
Ja, stand so im Rezept. Ist aber trotzdem Mist so. Selbst wenn es da doch geschrieben steht. Das macht es auch nicht besser.

Topf sucht Deckel. Immer noch. Auch in der (Vor-)Weihnachtszeit.

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Von Kumpeln, die weniger sind als das

Freitag hatte ich angekündigt, dass es heute einen Rückblick auf das Wochenende geben wird.

Starten wir mit Freitag Nacht. Da ich sehr müde war, bin ich Freitag auch nicht um die Häuser gezogen. Ich war nach der Arbeit noch etwas draußen unterwegs, hab etwas gegessen. Aber das war es dann auch schon.

Und ich hatte Freitag vereinbart, dass ich mich am nächsten Tag – Samstag – mit einem Kumpel zum Daygamen treffen würde. Wenn er nicht absagt.
Er hat abgesagt. Wie die Frauen. 1 oder 2 Stunden vorher. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht längst damit vorher schon gerechnet hätte. Inzwischen weiß ich, dass Menschen nicht verlässlich sind. Die meisten nicht. Auf manche Kumpel kann man pfeifen, sie sind für mich etwas mehr wert als das kleine bisschen Schwarze, was man manchmal an handwerklichen Tagen unter den Fingernägeln hat. Kumpel kommen ein paar Millimeter vor Fremden (vgl. meinen damaligen Artikel Kumpel oder Freund). Dann kommt lange nichts. Und dann kommen meine Freunde. Zum Glück habe ich davon nur ein paar. Das reicht.

Natürlich war ich ihm nicht böse, denn ich hatte damit gerechnet. „Es ist immer irgendwas“ (vgl. meinen ständig gültigen Beitrag Philosophischer Sonntag – Es ist immer irgendwas). Es ist nur ein Kumpel. Also kann er jederzeit absagen. Und für mich war klar, dass ich mich dann trotzdem auf die Socken mache zum Approachen. Ich hatte mir 10 vorgenommen. 10 Körbe wollte ich haben. Da ich aber etwas geschludert habe und erst recht spät aus dem Haus bin, wurde es sehr früh dunkel. Und im Dunkeln approache ich nicht gerne, weil die Frauen dann Paranoia bekommen und völlig unzugänglich werden. Für gewöhnlich. Außer man ist in Passagen unterwegs, hab ich letztens schon mal geschrieben. Denn da ist es hell.
Nun gut, gestartet habe ich mit einem 1 zu 0. Yes. Ein Korb für mich. Danke. Und beendet habe ich den Tag mit einem 2 zu 1. Yes. Kein Korb für mich. Ich hab sie in einem Kaufhaus entdeckt. Etwas unscheinbar. Viele würden wahrscheinlich sagen, dass sie nicht gerade etwas Besonderes ist. Für mich schon. Sie sah unglaublich natürlich aus. Ein Mensch. Das mag ich.
Und zu meiner großen Freude ist sie keine Deutsche. Endlich mal. Endlich mal etwas Ausländisches. In diesem Fall Osteuropa. Ausländische Frauen waren bisher kaum zugänglich, die sind nach meiner bisherigen Erfahrung oft extrem verschlossen, wenn es „ernst“ wurde. Endlich mal etwas Neues. Deutsche Frauen sind für mich wie der Gin. Mal mit und mal ohne Tonic. Immer Gin Tonic geht auch nicht. Besonders wenn ich für gewöhnlich keinen Alkohol trinke. Endlich mal was Neues. Anderer Charakter, andere Art, andere Art zu sprechen. Ich mag es, wenn Frauen einen leichten Akzent haben. Das macht menschlich.

Wir hatten Spaß. Wir haben gelacht und uns amüsiert. Und wir haben Nummern getauscht. Bisher gingen zwei Nachrichten hin und her. Nichts Weltbewegendes. Sie stellte aber von Anfang an im Gespräch viele Fragen. Auch später in ihren Nachrichten. Und sie ist und war sehr aufmerksam.
Du magst nicht die auffälligsten Klamotten an gehabt haben. Du magst nicht die unglaublichste Schminke aufgetragen haben. Du magst nicht die teuerste Kleidung getragen haben. Aber Du hattest in dem Moment Deinen Stil. Vor allem in Deiner Ausstrahlung. Und auch wenn ich zwei mal überlegen musste, ob ich Dich anspreche oder nicht… Du hattest etwas an Dir, das mich dazu bewogen hat es zu tun.

Längst habe ich kein Problem mehr mit dem Ansprechen. Es geht nie darum ob. Es geht nur noch darum wie. Spontanität trainieren muss ich auch nicht mehr extra. Es läuft nebenbei. Zwei mal bin ich hin und her gelaufen und hab sie mir angesehen. Irgendwie hab ich abgewogen. Zu schlicht war ihre Kleidung, als dass ich sie aber nicht alleine dafür ansprechen müsste. Das Gegenteil einer versnobten Ziege. Mäh.

Du bist natürlich. Du lächselst. Du hörst zu. Du bist klug. Du hast Charme und Ausstrahlung. Du bist dezent und zurückhaltend. Du hast einfühlungsvermögen und bist dennoch neugierig.

Ich find Dich süß.

The Story continues… maybe. Or maybe not. Who knows.

Am Abend wollte ich dann eigentlich in einen Club gehen. Ein anderer Kumpel hatte ich mich gefragt. Ein Kumpel, der mich schon 5 mal gefragt hat, ob ich etwas mit ihm mache. Und die ersten drei mal hab ich zugesagt und gewartet bzw. mich nach ihm gerichtet. Die letzten beiden „Dates“ nicht mehr, da hab ich zugesagt, in dem – fast – sicheren Wissen, dass er Dank seiner unglaublichen heißen-Luft-durch-die-Gegend-Pusterei sowieso nicht am Treffpunkt erscheinen wird.
Und bin meinerseits auch gar nicht mit der Absicht mich wirklich mit ihm zu treffen auf seine Vorschläge eingegangen. Das ist aber lustig. Man schreibt sich über ein paar Stunden verteilt, dass man sich trifft. Wann und wo. Und beide sagen einander zu. Und je näher der Termin rückt, desto sicherer kann ich auf mein Handy schauen, um zu warten wann seine Ausreden kommen. Oder auch mal gar keine und er taucht „einfach so“ nicht auf. Deswegen sage ich bei seinen Vorschlägen inzwischen immer direkt zu. Und mache stattdessen etwas Anderes. So wie Samstag, da hab ich einen Familienbesuch abgehalten. Das ist mir allemale mehr wert, viel mehr. 🙂
So etwas nennt man Kumpelschaft. Keine Freundschaft. Beide tun so, als wenn sie einander mögen würden.

Das Leben ist lustig.

Und als es spät wurde, dann bin ich nach Hause gefahren und hab auf dem Weg einen – Achtung (!) – Freund angerufen. Und spontan ausgemacht, dass wir gleich Fifa 17 spielen. Ja, auch ich spiele Playstation. Ein bisschen Kind darf man sein und bleiben. Und Fifa 17 ist aus meiner Sicht das Beste Fifa aller Zeiten. Der Vorgänger war hingegen vielleicht das Schlechteste aller Zeiten. Zeiten ändern sich. Zum Glück.

2016-11-29

Deshalb bleiben Kumpels Kumpels.
Und manche Freunde sind für mich wie meine Brüder. Gell Jung! 😉

PS: Natürlich rechne ich nicht damit, dass wir uns treffen. Das Mädchen und ich. Auch wenn sie von sich aus einen Besuch des Weihnachtsmarktes vorgeschlagen hat. Warum erwähne ich das hier extra? 🙂
Damit niemand meint, dass es mich treffen würde, wenn sie absagt.
Inzwischen bin ich es gewöhnt. Nach sechs Absagen in Folge, von sechs Frauen. Und nun auch noch die Absage eines Kumpels am Samstag zum Daygamen. Im Moment sagt alles ab was zwei Beine hat. Warum sagt mir eigentlich nicht mein Chef für die Woche ab… dann könnte ich wenigstens zu Hause bleiben. Wenn schon alle absagen, dann könnten es wenigstens mal „die Richtigen“ tun.

Und witzigerweise ist mir momentan dennoch nicht langweilig. Es gibt so unendlich viel zu tun und langsam sprießen meine Ideen wieder. Wie früher, vor Jahren. Da wusste ich gar nicht was ich zuerst machen sollte. Da hatte ich immer auf alles Lust. Jetzt ist es fast wieder genauso.

Philosophischer Sonntag – Weil man kann

Philosophischer_Sonntag

Meistens im Leben verbleiben Menschen innerhalb von Verboten. Und innerhalb von Regeln. Und Gesetzen.
Selten selbst aufgestellte Regeln und Verbote und Gesetze. Regeln von oben. Verbote von oben. Gesetze von oben. Für uns unten.

Mit Regeln und Verboten kenne ich mich ganz gut aus, auch ich bewege mich innerhalb von Regeln und Verboten. Jeden Tag. Und innerhalb der Gesetze. Aber nicht nur.

Und habe erst heute Mittag im Auto auf der Landstraße an einen Satz meines Papas gedacht. Es ging damals um Verkehrsschilder. Um Geschwindigkeitsbeschränkungen. Um Parkverbote. Um Vorfahrtsregeln. Jahre her, das Gespräch. Ich weiß nicht mehr wie lange her. Aber aus vielen Gesprächen mit Menschen kann man sich etwas merken und etwas für sich mit nehmen.
Und er sagte damals:
„Die Leute, die die Schilder aufstellen, müssen auch von etwas leben.“
Recht hast Du.

Damals lachte ich darüber. Heute auch, aber mit mehr Tiefe.

Wie wahr.
Aus meiner Sicht sind Regeln besonders dazu da, um sie einzuhalten. Immer. Man sollte Regeln immer beachten. Sie als etwas Besonderes betrachten. So wie einen Sonnenaufgang oder einen Sonnenuntergang oder Ebbe und Flut. Regeln und Verbote sind etwas Besonderes für mich. Sie sind abseits der Norm. Die Norm der Natur ist die Freiheit. Die Natur kennt nur Freiheit. Sie kennt keine selbst gesteckten Regeln und Grenzen. Und deshalb sollten wir Regeln, Verbote und Gesetze als das betrachten: Besonderheiten.

Das tue ich. Ich beachte sie. Ich respektiere sie. So wie das Naturschauspiel eines Sonnenauf- und Abgangs. Sie sind da. Die Auf- und Abgänge.

Ich sitze mal auf einer Wiese und schaue sie mir an und lasse auf mich wirken. Und meistens? Sind die Naturschauspiele da und ich lasse nicht bewusst auf mich wirken. Denn dann mache ich andere Dinge.

So wie heute auf der Landstraße. Ich fuhr schnell. Nicht weil die Regeln es sagten. Nicht weil ich darf. Sondern weil ich kann.
Ich ließ den Sonnenaufgang Aufgang sein. Er ist da. Er kommt und er geht.

Hasen, Igel und Rehe kennen keine Bedeutungen von Schildern. Sie nehmen sie wahr als das was sie sind. Gegenstände ohne Bedeutung. Bedeutung erhalten Gegenstände erst dadurch, dass wir Menschen ihnen gedanklich etwas beimessen. Uns daran festhalten und festklammern. Bedeutungen können sich ändern. Und sie ändern sich. Sie kommen und gehen. Wie Schilder. Damit Menschen von etwas leben können. Und deren Chefs noch besser.

Und jeder Sonnenaufgang hat etwas Besonderes an sich. So wie jeder Sonnenuntergang.

Ob ich ihn mir täglich anschaue oder nicht, entscheide ich. Sie sind etwas Besonderes, unsere Regeln, Verbote und Gesetze. Sie sind gemacht von Menschen, die auch von etwas leben müssen, wie mein Papa sagt. In Wahrheit von Menschen, die sehr gut davon Leben. Sage ich. Dazu. Das hat er damals nicht gesagt. Es ist aber so.

Und deshalb: Achtet die Gesetze, Regeln und Verbote als etwas Besonderes. Wann ihr wollt. Sie sind nicht die Norm. Die Norm ist Leere und Stille. Die Norm heißt Freiheit. Tut was ihr wollt und wann ihr wollt. Nicht weil ihr dürft, sondern weil ihr könnt. Gesetze, Regeln und Verbote sind nicht Normal. Sie sind besonders. Abnormal. Etwas für Momente, in denen uns danach ist sie zu beachten. Sie sollten die Ausnahme sein, die Momente. Sie bewusst zu achten.

Wenn ich eine Frau anspreche, bin ich dann noch innerhalb der Regeln?

Ich lasse die Schildermacher leben, und deren Chefs noch besser. Und deswegen fahre ich schnell. Nicht weil ich darf. Sondern weil ich es kann.

Seid Hasen, Igel und Rehe. Lernt stolz darauf zu sein. Und dann… seid stolz darauf!

Projekt politisch – Thermomix und KenFM

Was ist das denn für ein Titel heute? Was hat denn ein Thermomix mit KenFM zu tun???

Seit dem letzten Wochenende habe ich einen Thermomix bei mir zu Hause stehen. Ausgeliehen bekommen. Das ist echt mal ein Monster! Früher dachte ich nicht so sehr ans selber Kochen von unterschiedlichen Gerichten. Da hab ich einfach ein paar Standard Rezepte gehabt, meistens auswendig. Alle gut, aber auch alle ziemlich einfach.

Dieses Thermomix Gerät ist hingegen echt mal eine Aufgabe für sich. Ein halbes Abenteuer für jemanden wie mich, jemanden der das selber Kochen ziemlich verdrängt hat in den letzten beiden Jahren. Warum? Weil es sich als Single einfach nicht lohnt.

  1. Einkaufen fahren. Die Zeit hin in den Supermarkt, die Zeit zurück vom Supermarkt.
  2. Das Einkaufen an sich. Herum suchen. Anstehen an der Kasse.
  3. (Hoch) Tragen und Auspacken.
  4. Schneiden und putzen.
  5. Der Kochvorgang an sich.
  6. Das Essen des Essens an sich lassen wir raus, Essen Essen muss ich draußen auch. Essen Essen Essen Essen. Gefällt mir.
  7. Abspülen, sauber machen und aufräumen.
  8. Den produzierten Müll entsorgen.

Punkt 6 habe ich blau eingefärbt, weil die Zeit fürs Essen zu Hause sicher der fürs Essen draußen gleicht.

Ich habe immer gerne gekocht, nur habe ich seltenst für mich alleine gekocht. Das ist heute noch so. Wenn ich koche, dann koche ich nur gerne für mindestens zwei Personen. Irgendwie mag ich es nicht so sehr für mich selbst zu kochen. Da bekomme ich immer das Gefühl, dass es sich irgendwie nicht lohnt. Letztens hab ich für Freunde von mir knusprige Soja-Schnitzel gemacht. Echt lecker. Mit würzigem frischem Kartoffel-Gurken-Salat. Soja-Schnitzel sind der Hit. Undenkbar für Fleisch-Esser. Aber Fleisch-Esser kennen meist auch nicht den Unterschied zwischen Soja und Tofu. Viele denken dann zuerst an Tofu. Und damit hat das mal gar nichts zu tun. Soja hat eine ähnliche Konsistenz wie Fleisch. 9 von 10 Personen würden bei meinen Soja-Schnitzel nicht einmal merken, dass es kein Fleich ist. Da gehe ich jede Wette ein.

Mit dem Thermomix habe ich mir bisher nur eine ganz einfache Kürbissuppe gemacht. Extra viel, damit ich den Rest einfrieren kann. Einfrieren ist auch so ein Ding für sich. Das habe ich bis vor zwei oder drei Jahren auch nie gemacht. Schade eigentlich. Denn es ist eine wundervoll einfache Art mit Essen umzugehen. So wie mit der Kürbissuppe. Ich habe ca. 6 oder 7 Portionen gekocht, davon habe ich eine Portion direkt gegessen und eine Portion in die Arbeit mitgenommen. Der Rest wurde eingefroren. So hab ich quasi für mehrere Personen gekocht, womit es sich dann auch anfängt zu lohnen.

Was kann ich zum Thermomix bisher sagen? Noch nicht allzuviel. Habe erst ein paar wenige Dinge damit gemacht. Zwiebeln und Knoblauch gehackt und angedünstet, zusammen mit Gemüse. Nichts besonderes, einfach nur gedünstetes Gemüse am Abend. Und die Kürbissuppe eben, die war sehr lecker. Für Suppen ist dieses Gerät, glaube ich, eine rundum tolle Erfindung. Es rührt für mich, es zerhackt für mich, es kocht für mich. Es hat einen Timer. Und wenn die Zeit abgelaufen ist, dann ist das Essen auf den Punkt fertig und teilt sich mir mit. Dann laufe ich nur noch hin, esse und bin satt. So einfach. Abspülen ist natürlich noch wichtig. Da bin ich gerade noch dabei eine für mich einfache Technik zu entwickeln, denn das Schneidemesser da unten drinnen ist gar nicht so super schnell gereinigt, wie ich finde. Da muss man schon ein bisschen auseinander bauen und wieder zusammen stecken.

Das Gerät ist für mich im Moment echt ein Abenteuer. Es gibt viel daran zu entdecken, sämtliche Funktionen und die vielen unglaublich lecker klingenden Rezepte im Internet. Das macht gerade echt Spaß! Es hat mich jedenfall neugierig gemacht.

Wahrscheinlich werde ich hier das eine oder andere Rezept mal erwähnen. Bin nämlich schon echt gespannt auf dieses kleine Wunderwerk der Technik. Es begeistert mich jedenfalls jetzt schon, durch seine vielen Möglichkeiten. Und vor allem durch seine Funktion des selbstständigen Umrührens und Garens. In der Zwischenzeit kann ich nämlich andere tolle Dinge tun. So zum Beispiel ein neues interessantes Video von KenFM auf Youtube schauen… es ist eine Art Fortsetzung seines letzten Beitrags zum Thema Donald Trump (Projekt politisch – Ein Kommentar zur Trump-Wahl). Schaut ihn Euch an. Spannend und messerscharf auf den Punkt gebracht. Prädikat empfehlenswert.

Der Thermomix hilft mir parallel aktiv zu sein, aktiv politisch zu bleiben. So schließt sich der Kreis.
Und da ich gestern schon schrieb, dass ich heute Aktiv beim Daygamen sein werde… bin ich – wenn dieser Artikel online geht – gerade draußen unterwegs und spiele Basketball was das Zeug hält. Darüber gibts dann Montag einen Bericht. 🙂

Die Zahlen sind zu niedrig!

Gestern schrieb ich darüber, dass meine Zahlen zu niedrig sind.

Um das Ganze Vorhaben nicht nur im worteichen aber ansonsten sehr heißem luftleeren Raum verstummen zu lassen, habe ich natürlich gleich eine Aktion eingeläutet. Ich werde mich Samstag mit einem Kumpel treffen, um gemeinsam pickuppen zu gehen. Er macht das Ganze schon seit ca. drei Jahren. Dabei verfolgt er zwar eine völlig andere Zielrichtung als ich, aber das hat ja auch mit mir nichts zu tun. 🙂

Anfangs hat er mir einige Tipps gegeben und mir gesagt worauf es aus seiner Sicht ankommt. Die Tipps hab ich dankend und gerne angenommen. Auch wenn es mir gar nicht möglich war seine Tipps wirklich in die Praxis umzusetzen.

Ich weiß noch wie ich wie ein kleiner Junge gefragt habe: „Sag mal, was ist denn ein guter Spruch zur Eröffnung?“

Alleine die Frage! Unglaublich!
Was ist ein GUTER Spruch zur Eröffnung?

Ich weiß noch was er mir sagte: „Es spielt keine Rolle!“

Damit war ich alles andere als zufrieden, das weiß ich noch genau. Unbedingt wollte ich wissen was er denn immer so sagt. Und dann hat er mir klar gemacht, dass er nichts festes im Gepäck hat und einfach immer los plappert was ihm in den Sinn kommt, was ihm gerade einfällt. „Hi, wie gehts?“ zum Beispiel.

Das wollte ich nicht glauben. Ich konnte es nicht glauben. Zu sehr war ich noch am runterbeten auswendig gelernter Standardsprüche. Zu sehr war ich noch nervös und froh darüber mich zu trauen überhaupt eine Frau anzusprechen. Ein paar Monate später kann ich seine Sätze von damals sehr gut nachvollziehen.

Heute eröffne ich auch irgendwie. Irgendwo. Irgendwann. Frei nach Nena. Aus fast jeder Situation mache ich eine situative Eröffnung. Hat sie einen lila Regenschirm in der Hand, dann gibts etwas über lila Regenschirme. Beobachtet sie gerade einen Regenwurm in der Paarung, dann gibts ein Regenwurm-Paarungsgespräch. Moment mal, paaren sich Regenwürmer einfach so? Interessante Frage, finde ich. Siehst Du. Schon bist Du im Gespräch…

Weiter im Text. 🙂

Morgen gehen wir jedenfalls – wenn das Date nicht abgesagt wird (!!! HAHA !!!) – in die Stadt zum Pickuppen. Und von dort aus dann vielleicht noch weiter in Kaufhäuser oder Passagen. Mal sehen. Spontan.

Wichtig ist im Leben in Ebbe-Phasen: Werde Dir klar warum gerade so eine Phase ist. Analysiere sie. Werde Dir bewusst wo die guten und die schlechten Faktoren liegen. Und dann nimm Dir etwas vor. Etwas, das dafür sorgt, dass Du aus der Ebbe raus kommst in die Flut. Und das Wichtigste dabei: Zeige Aktion. Nimm das Heft Deines Lebens in die Hand und tu was. Tu meinetwegen vielleicht auch nicht gleich das „Richtige“. Aber tu was.

Jeder noch so dämliche oder misslungene Approach ist ein guter Approach. Weil Du etwas getan hast. Es ist wie mit dem Joggen. Gehst Du 10 Minuten joggen und hörst dann einfach auf, weil Du keine Lust mehr hast, dann ist das definitiv besser als die 10 Minuten gar nicht erst raus gegangen zu sein. Sei froh über die 10 Minuten! Und meistens ist es doch so: Ist man erst mal dabei, dann laufen die restlichen 50 Minuten fast von alleine. Und ehe Du Dich versiehst hast Du 1 Stunde hinter Dir. Oder vielleicht 3 Telefonnummern und 3 Dates mehr.

Und das ist mein Ziel. Die Traumfrau kommt zwar um die Ecke gelaufen und sie kommt von ganz alleine um die Ecke gelaufen. Du musst sie jedoch ansprechen, um sie kennen zu lernen! Anders geht es nicht!
Aber während ich diese Zeilen auf meiner Couch zu Hause schreibe, bin ich mir sicher, dass sie nicht bei mir vor der Tür stehen wird und einfach so bei mir klingelt um zu sagen: „Hey, ich weiß nicht wer Du bist. Aber ich hab einfach mal aus Spaß bei Dir geklingelt, um zu schauen wer hier wohnt. Jetzt wo ich Dich sehe… willst Du mich heiraten?“

2016-11-25

Das ist was für Hollywood. Briefträger und Paketboten machen das da vielleicht so. Herzlich willkommen in der Realität. Hier läuft das anders. Du bewegst Deinen Hintern nach draußen, undzwar egal wie schlecht das Wetter ist! Regnet es, dann geh in eine Passage. Manchmal – so wie jetzt – fallen mir alte Storys von mir ein…
Ich hatte mal einen Regentag, der war unglaublich zermürbend. Er ging damals 14 zu 1 aus. Erst die Nummer 14 brachte mir eine Telefonnummer ein. Daraus wurde dann ein Date. Aber nicht mehr. Selbst das Date war wohl das mieseste, das ich je hatte. Insofern 13 Körbe an einem Regentag. Mit einer Telefonnummer, das zum schlechtesten Date geführt hat, das ich je hatte. Es war der nervigste Pickup-Tag seit meinem Beginn (Selbstmotivation, vom 06.08.2016).

Und ist das heute noch wichtig? Sicher nicht. War es wichtig dennoch immer weiter zu machen? Absolut! Hätte ich irgendwann aufhören sollen? Höchstens wenn die Müdigkeit einsetzt. Und selbst dann sollte man weiter pickuppen gehen. Pickup ist nicht nur für Hoch-Phasen. Pickup ist etwas für alle Lebenslagen. Deine Partnerin oder Dein Partner wird Dich auch nicht immer nur freudig und strahlend erleben, insofern ist das natürlich, dass man auch mal müde ist oder mies drauf. Wichtig ist ausschließlich seinen inneren Schweinehund an den Rand der inneren Explosion zu quetschen und ihm zu sagen: „Jetzt erst recht!“

Samstag. Pickuppen zu zweit.
Und was ist wenn mein Wingman unser „Date“ absagt?
Dann gehe ich alleine raus. So viel steht fest! Der Samstag gehört mir!

Mit dem Schiff in die Wüste

Gestern kündigte ich an, dass ich darüber schreibe wie es ist mit dem Schiff in die Wüste zu fahren. Und dort im Sand festzustecken.

Was meine ich damit?

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Mein letztes Date mit einer „neuen“ Frau ist lange her. Es war im September. Das sind inzwischen über zwei Monate. Wie kann das sein? Man muss das für sich auch unbedingt mal analysieren. Das will ich hier versuchen.

In der Anfangsphase meines Projektes war ich fast täglich nach der Arbeit draußen unterwegs. Mein einziges Ziel war es Kontakte zu knüpfen. Menschen kennen zu lernen. Auf Gedeih und Verderb. Und es gelang. Ich betrieb zu dem Zeitpunkt fast ausschließlich Daygame und war in der Stadt unterwegs. Dort sprach ich Frauen hauptsächlich auf der Straße an, einfach weil es da am meisten Frauen gibt. Sie laufen einfach an einem vorbei. Da muss man nur hoch picken. Pick up. Ah, schlechter Wortwitz. Jedenfalls ist das wesentlich einfacher und angenehmer als aktiv nach einer hübschen Frau zu suchen. Man kann in Buchläden gehen, man kann in Cafes gehen und man kann auch in der Bahn nach Frauen Ausschau halten. Das mache ich alles auch, aber der höchste Durchsatz an Frauen befindet sich einfach auf der Straße, in Fußgängerzonen und in Einkaufspassagen.

Da geht das alles sehr schnell. Da geht das alles sehr direkt und ohne großes bla bla hast Du eine klare Aussage. Sie will Dich wieder sehen oder eben nicht. Ich hatte mir in der Anfangsphase meiner Pickup-Karriere viele viele Telefonnummern geholt. Die Quote in dieser Art des direkten Spiels lag vielleicht bei 8 zu 1. Du sprichst 8 an und bekommst von einer dann die Nummer. Natürlich war die Flake-Quote hoch. Vielleicht kommt nur mit jeder dritten oder vierten Frau ein Date zustande. Aber sie kamen zustande. Ich hatte verdammt viele Dates in verdammt kurzer Zeit.

Darüber werde ich im Jahresrückblick einen Artikel machen. Mit meiner persönlichen Statistik.

Aus den meisten Dates ist nichts geworden, außer ein bisschen was trinken und ein bisschen was gemeinsam essen. Man könnte sich da drüber ärgern, aber das Gegenteil tue ich. Jede noch so kleine Date-Chance habe ich angenommen. Um zu lernen. Mich weiter zu entwickeln. Ich wusste und mir war klar, dass ich nicht in einer oder in zwei Monaten meine Traumfrau finden würde. Das wäre wie ein 6er im Lotto. Und Lotto spiele ich nicht. Aus Prinzip.

Es ging viel mehr darum persönlich zu wachsen und zu reifen. In die Lage zu kommen jede Frau jederzeit ansprechen und kennen lernen zu können.

Ich behaupte, dass ich diesen Punkt inzwischen erreicht habe. Jede Frau jederzeit ansprechen zu können. Auch in großen Gruppen. Es ist mir inzwischen egal. Es macht mir nichts mehr draus. Ich gehe einfach hin, eröffne meistens situativ und komme oft genug in ein (gutes) Gespräch.

Und jetzt kommt der entscheidende erste Unterschied zu vorher: Ich eröffne inzwischen meistens situativ. Nicht mehr direkt alá „hey, ich find Dich attraktiv, Du bist mir aufgefallen…“ Es geht jetzt wesentlich subtiler zu. Und das bedingt natürlich, dass die Gespräche länger werden. Bei einem direkten Approach bekommst Du sofort eine klare Aussage. Bei den situativen Gesprächseröffnungen bist Du teilweise lange im Dialog, bis sie dann irgendwann checkt worum es geht und dann erst bekommst Du eine Quittung. Das kostet Zeit. Nette Konversationen. Mehr nicht.

Apropos „nett“:
Im Job ist die Bezeichnung „also nett ist der schon“ nichts anderes als eine Übersetzung von „das ist eine totale Pfeife, aber nett ist er“.
„Nett“ kommt da direkt nach „Vollidiot“. Denkt mal drüber nach. Ist so. 😉

Jedenfalls ist der Unterschied zu früher (gerade mal 3 oder 4 Monate her?!) eben genau, dass ich nicht mehr so oft direkt eröffne. Und vor allem auch nicht mehr so aktiv approachen gehe. Ich nehme allerlei Gespräche auf dem Weg zur Arbeit oder im Supermarkt gerne an, es passiert inzwischen nebenbei. Aber nicht mehr so regelmäßig, um nicht zu sagen fast gar nicht mehr. Die letzten 6 Dates mit 6 verschiedenen Frauen wurden mir abgesagt. Das ist echt übel. Du fährst mit dem Schiff in die Wüste. Und wir reden nicht von Wüstenschiffen, übrigens meine Lieblingstiere. Ich liebe Kamele. Jedenfalls habe ich die letzten Wochen sowieso kaum mehr aktiv approached. Die wenigen Gespräche ergaben immerhin doch 6 Date-Zusagen. Und alle 6 wurden abgesagt. Am Stück. Hintereinander. Bumm. Bumm. Bumm. Bumm. Bumm. Bumm.

Das ist wirklich viel! 6 Stück etwas verteilt wäre ja vollkommen okay. Wenn ich mir überlege, dass es Wochen gab in denen ich 4 Dates an 4 Tagen hintereinander hatte, dann sind 6 Date-Absagen in Folge fast ein Abstieg aus der Champions League in die Niederungen der Holzhackerliga. Was ist nur geschehen?

Bin ich so schlecht geworden darin der Frau in die Kleinhirnrinde einzuimpfen, dass sie mich unbedingt sehen möchte?! Es lief doch sonst so gut. Einige Approaches. Einige Flakes. In Ordnung. Nicht wild. Das nächste Date wartete stets schon. Auch wenn selten viel dabei raus kam. Aber zumindest hatte ich meine Dates. Kontinuierlich.

Das ist nun anders. Ich spreche an, ich sammle Nummern und mache inzwischen auch Dates direkt aus, noch beim Kennen lernen. Und was kommt raus? Bisher nicht mehr viel. Merkwürdig.

Woran liegt das? Zufall? Pech? Schicksal? Eine Mischung aus allem?
Ich weiß es nicht. Wirklich. Sicher wissen kann ich es nicht. Selbstreflexion ist das Einzige, das man in der Situation machen kann.

Das Einzige, was ich garantiert sagen kann – völlig objektiv – ist, dass ich viel zu wenig approache. Die vielen Date-Absagen zuletzt zeigen mir eines:

Junge, zieh Dich an, genau raus vor die Türe und mach das was Du sonst auch immer gemacht hast: Sprich alle Frauen an, die Du attraktiv findest! Raus! Jetzt! Los!

Ich habe keine 100%-Erklärung. Aber 6 Absagen in Folge sind sehr sehr viel. Das ist schon echt eine Durststrecke. Das Schiff ist in die Wüste gefahren. Und da steckt es nun fest. Mitten im Sand. Und die nächste Oase ist ewig weit weg. Trotz vieler toller Konversationen. Die Meisten sind inzwischen allerdings auch im Bargame und Clubgame entstanden. Daygame betreibe ich kaum mehr. Ich hab es als Nebenbei-Beschäftigung gesehen, inzwischen. Ich geh in eine Bar und spreche dann – wenn ich schon mal da bin – einfach Frauen an. Das Resultat hat mir bisher nur nicht so gepasst. Außer dem Part, dass mir das Ansprechen immer einfacher fiel und fällt. Nichts leichter als das. Naja, das ist doch auch schon mal was. 99,9% aller Männer könnten das nicht. Ich schon. Das ist definitiv gut. 🙂

Was kann ich jetzt konkret machen?
2 Dinge oder besser 3:

  1. Den Fokus wieder verstärkt aufs Daygame legen, auch wenn jetzt Winter ist und es sehr früh spät wird. Dunkelheit macht das Approachen schwer. Frauen schalten dann in den Abwehr-Modus, im Dunkeln. Aber dann muss ich das eben verstärkt an den Samstagen und Sonntagen machen. Da ist es zumindest bis nachmittags hell draußen.
  2. Einfach viel viel viel viel viel vieeeeeeeeeeeeeel mehr ansprechen! Viel mehr Basketball spielen! Ich muss meinen Allerwertesten einfach wieder häufiger raus bekommen, raus auf die Straße! 5 Frauen in der Woche anzusprechen ist einfach zu wenig. Selbst wenn ich sehr häufig tolle lange Gespräche habe. Aber es war die letzten zwei Monate schlichtweg so, dass nie mehr als ein Date gleichzeitig auf dem Terminplan stand. Das ist zu wenig. Hat man wieder 4 oder 5 Date-Zusagen in einer Woche, dann kommen meistens auch 3 davon zustande. Hat man aber nur ein Date im Blick und das eine Date wird abgesagt, dann ist einfach Essig.
  3. Viel mehr ansprechen! Halt. Das hatte ich doch unter Zweitens schon oder? Egal. Viel mehr ansprechen!

 

Ob ich Yoga- oder Meditations-Trainer bin?

Gestern Abend war ich in der Stadt zum Bargame. Dort hab ich zwei 2er Sets eröffnet.

Zuerst mal zwei Mädls aus Russland, alles auf Englisch. Die waren nur mit schminken beschäftigt. Eine Hand der Lippenstift, eine Hand das Ei-Phone mit Kamera auf sich selbst. Und dann wird in bester Tussi-Manier der Lippenstift nachgezogen, während die eigene Visage geschmeidig-arrogant in der Handy-Kamera begutachtet wird. Gesichts-Zirkus nenne ich das. Fürchterlich.

Später dann mit zwei anderen Frauen an der Bar gesprochen. Waren beide sehr nett und haben auch viele interessante und interessierte Fragen gestellt. Beide gebürtige Russinnen. Nur diesmal konnten beide deutsch. Na immerhin. Keine Touristen, dafür aber temperamentvoll. Recht schnell hab ich gemerkt, dass mir das bei den gewöhnlichen Frauen fehlt. Temperament. Eigene Meinung. Klare Botschaften. Ganz selten ist mir das erst passiert, dass mich eine Frau im Laufe des Gespräches nach meinem Namen fragt. Von sich aus. Gestern war es (wieder?! – kann man gar nicht mehr an das letzte mal erinnern) soweit, dass das passiert ist.

Ich war mit einem Wingman unterwegs, der in der Zeit leider warten musste. Dämlich immer. Denjenigen dann alleine lassen zu müssen. Das tut mir dann schon immer irgendwie leid. Aber noch mehr leid tut es mir, wenn ich ihn alleine lassen muss und dann nach 10 Minuten erfahre, dass beide verheiratet sind und Kinder haben. Ja gute Nacht.

Okay, zumindest haben wir uns gut verstanden. Es war ein eher ungewöhnlich tiefgründiges Gespräch. Nach dem üblichen Geplänkel (Job, Status, Geld, Alter) ging es dann wenigstens mal um das Leben an sich und um die eigenen Gedanken und Empfindungen und Wünsche. Und es ging irgendwann auch um Meditation und Yoga und Ernährung und Charakterunterschiede zwischen Deutschen und Russen. Und Gewohnheiten usw.

Ich wurde gefragt wie alt ich sei, was ich arbeite. Ob ich Yoga mache oder sogar Yoga- oder Meditations-Trainer sei. Es sei ungewöhnlich, dass ein Mann über Seele und das Leben redet, wurde mir gesagt. Das sei außergewöhnlich. Und es sei außergewöhlich, dass ich das Alter der beiden so exakt geschätzt habe. Yoga- oder Meditations-Trainer? What??? Ich?

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(Kleine Anmerkung am Rande: Nach ungefähr 500 bis 600 angesprochenen Frauen in 4 Monaten hat man irgendwann aber auch den Dreh raus und erkennt das Alter einer Frau zwar nicht gleich nackt an der linken Arschbacke – denn die hab ich ja noch nicht gleich nackt gesehen – aber an jeder kleinen Hautunreinheit im Gesicht erkenne ich das Alter inzwischen auch ohne Fernrohr auf 5000 Meter gegen den Wind. Und wenn es sein muss auch im Kopfstand. Und Augen zu.)

Jedenfalls hab ich natürlich gefragt warum und wie sie darauf kommen würden, dass ich so einen Beruf hätte. Sie meinten beide, dass man das an meinen Augen sehen könnte. Was ich ausstrahle und wie ich rede.

Bingo. Das war für mich ein großes Kompliment. Das nehme ich für mich gerne mit. Nicht die Tatsache an sich, sondern dass ich es geschafft habe! Was eigentlich? Endlich mal habe ich es wohl geschafft etwas Emotionalität zu transportieren! Das gelingt mir leider noch nicht allzu häufig. Gestern war so ein Abend. Endlich mal. Yes yes yes! Ich bin auf einem guten Weg. Denn das ist es was ich immer will: Gefühle rüber bringen. Bewusst? Ja bewusst. Geschauspielert? Nein, nicht direkt. Ich will als Mensch generell so wahrgenommen werden. Als emotionaler Mann, als Wesen mit viel Einfühlungsvermögen und Empathiefähigkeit. Das habe ich mir vorgenommen und daran arbeite ich seit langem. Längst versuche ich meine Gespräche wesentlich emotionaler zu gestalten. Das ist harte Arbeit. Wirklich.

Jedenfalls muss ich sagen… die beiden Damen haben nicht mehr aufgehört mir Fragen zu stellen, selbst als ich gehen wollte und sagte, dass mein Freund los möchte. Dann kamen noch immer Fragen wie: „Und seit wann beschäftigst Du Dich mit dem Bewusstsein und dem bewusst werden?“

Zu dem Zeitpunkt habe ich mindestens als Mensch attraktiv gewirkt. Sonst wären nicht so viele Fragen gekommen. Andererseits sind osteuropäische Frauen auch offensiver als deutsche. So bot mir die hübschere der beiden Damen einen Sitzplatz direkt neben ihnen an. Und auch sonst hatte ich den Eindruck, dass sie sich in meiner Gegenwart wohl fühlten. Was immer mein oberstes Ziel ist, dass Menschen sich gerne mit mir umgeben. Weil sie sich wohl fühlen und gut fühlen und auch beschützt fühlen. Oder zumindest sicher fühlen. Nur aufgrund solcher Emotionen kann sich eine Frau öffnen und sich auf einen fremden Mann einlassen. Es sind keine Erfolgsgaranten, sondern notwendige Voraussetzungen. Bis dahin hat noch keiner einen Blumentopf gewonnen, aber ohne diese Emotionen würde auch niemand je einen Blumentopf gewinnen können. Man ist in der Bringschuld. Ich mag das Wort „Schuld“ nicht. Aber so ist es letztlich. Man ist in der Bringschuld. Man muss erstmal investieren, in dem Fall eben Emotionen.

Ich hab das Ganze übrigens nicht eskaliert, weil es keinen Sinn macht. Man muss nicht nach der Nummer und nach dem Date fragen aus reinem Selbstzweck.

  1. Stehe ich nicht per se auf Frauen mit Kindern – wobei ich es auch nicht per se ausschließen würde, inzwischen nicht mehr, inzwischen kann bei mir wohl alles passieren
  2. Stehe ich nicht auf Frauen in Beziehungen – es kann passieren, dass man sich in eine verschaut, aber besser ist es die Finger davon zu lassen.
    (Papa hat mir das auch schon geraten, gell!)

So bin ich mit mir selbst für gestern Abend sehr zufrieden. In dem zweiten 2er Set fand ich die Eine der beiden Frauen attraktiv und ich hab das Gespräch eröffnet. Im Vorbeigehen. Es wird inzwischen alles immer selbstverständlicher. Hab einen Cocktail in die Hand genommen, bin an den Zwei vorbei gelaufen. Und beim zurück Gehen habe ich die Zwei angesprochen. Die Eröffnung war total simpel (für meine interessierten Leser! 😉 ):

„Heeeeey, das ist mal cool. Das was Du da trinkst ist ein Pina Cola oder??? Hab ich auch, schau hier! Unglaublich, dass ihr so etwas trinkt. Ich dachte immer ich wäre der einzige Mensch auf der Welt, der noch auf so etwas Altmodisches steht! Ihr auch!“

Und schwupp, bist Du im Gespräch. Der Rest ist normalerweise dann bla bla. Oder auch nicht. Selten kann es nämlich auch tiefgründiger werden. Gestern war so ein Zeitpunkt, was mir auch mal ganz gut tut.
Man hat nach einer gewissen Zeit den Dreh raus und erkennt, wann es Sinn macht weiter zu reden oder besser aus dem Gespräch auszusteigen. Man merkt es einfach an der Körpersprache und der Art, ob hier ein weiteres Investment lohnt oder nicht. Gestern bin ich dennoch ein paar Minuten länger im Set geblieben, obwohl ich dann schon erfahren hatte, dass es zwei Mütter sind, die wohl einigermaßen glücklich vergeben sind. Nur sie hatten ein bisschen was zu sagen und das hat mich interessiert. Ganz egoistisch. Und ohne weitere Absicht auf ein Date.
Ja Mädls, es ging dabei auch mal einfach nur darum was mir in dem Moment gefallen hat. Und mir hat in dem Moment gefallen mich mit Euch zu unterhalten. Tatsächlich stand für mich der Spaß im Vordergrund. Die Hektik von vor ein paar Monaten ist weg, die Ergebnisfixierung als oberste Maxime auch. Die Ergebnisse kommen eher nebenbei. Eher von alleine. Das ist gut. Es macht die Birne frei. Man steht nicht mehr so unter Zwang. Innerer eigener Zwang.

Und morgen schreibe ich darüber wie es ist mit dem Schiff in die Wüste zu fahren. Und auch dort im Sand festzustecken.

Urlaub löst Krankheit ab

Ein sehr knapper Artikel. Muss ja nicht jeden Tag ein Roman werden. 🙂

Das Mädchen, das ich Freitag kennen gelernt habe (die vom 4 zu 1), hat mir auf meine Sprachnachricht gestern ebenfalls per Sprachnachricht geantwortet.
Sie sagte, dass ich der erst Mensch sei, dem sie eine Sprachnachricht schicken würde. Normal würde sie so etwas nicht mögen.

Letztens hab ich in einer Fachliteratur zum Thema Pickup gelesen bzw. gesehen, dass man Frauen Statements schicken soll. Und Bilder. Von Orten mit sich selbst drauf. Selfies sozusagen. Und vor allem Sprachnachrichten.

Das hab ich zuletzt bei ein paar Frauen ausprobiert. Witzig ist, dass einige dann auch per Sprachnachricht antworten. Hätte ich auch nicht gedacht, ist aber eine witzige Begebenheit.
Denn:
Telefonieren => Nein
„Auf die Mailbox reden“ => Ja

Verstehe das wer will.

2016-11-22

Sinn dieser Sprachnachrichten ist, dass man sich gegenüber der Frau damit mehr eigene „Präsenz“ verschafft. Sie hört den Mann, und wenn man ihr Selfies schickt, dann sieht sie den Mann auch. Interessanter Aspekt das so zu tun. Also bleib ich an der Sache dran, probieren wir das. Es könnte ein Schritt hin zum Telefonieren sein. Etwas, das mir allemal lieber ist als dieses Getippe ohne echten Sinn und ohne echte Emotion. Meistens verläuft ein Kontakt im Sand, daher ist es wohl ganz gut, wenn man es schafft aufs Telefon umzusteigen. Um die Chancen zu erhöhen.

Neueste Begebenheit ist aber: Das Mädchen vom Freitag hatte mit mir ausgemacht, dass wir uns „Dienstag“ treffen. Also heute. Dachte ich zumindest. Gestern schrieb sie mir, dass sie nächste Woche meinte. Da sie diese Woche erstmal auf Mallorca sei. Wahnsinn. Zuletzt klappten sämtliche Treffen deshalb nicht, weil die Frauen urplötzlich krank wurden. Aber meine letzten beiden Damen hatten ganz plötzlich Urlaub bzw. eine Geschäftsreise. Ich zähle das mal nicht als Date-Absage. Denn vielleicht war es tatsächlich nur ein Missverständnis. Außerdem hat sie direkt den nächsten Dienstag vorgeschlagen, eine Sprachnachricht geschickt und mir auch sonst noch geschrieben. Nicht viel geschrieben, nicht viel geredet und auch sonst kaum etwas. Aber ich zähle es mal als ein Missverständnis, mit ganz viel gutem Willen und zähle es erstmal noch nicht als die siebte Date-Absage der siebten Frau hintereinander…

Jedenfalls: Urlaub löst aktuell Krankheit als Top Ausrede ab! Zwei Frauen in Folge wegen Auslandsaufenthalten unter gar keinen – gar keinen! – Umständen treffen können.

Für mich sind das Ausreden, sie hätte schließlich auch Samstag oder Sonntag oder gestern vorschlagen können. Und von einem Mallorca Urlaub war keine Rede. Achja. Ist ja auch egal. Ich stell mich mal auf Nummer 7 ein. Hehe.

Zwei Dinge halten wir fest:
1. Urlaub/Reise löst Krankheit ab – das ist Fakt
2. Wann kommt wohl die erste Ausrede alá „meine Katze ist heute gestorben, ich kann leider nicht“ – wenn das passiert, dann geb ich einen aus. Das wäre einfach zu cool. Ich wart ja nur drauf. 🙂

Manchmal darf man auch einfach dankbar sein

Ich habe am Wochenende Zeit mit einer Frau verbracht, über die ich hier schon öfter mal schrieb. Kennen gelernt haben wir uns auf einem Volksfest. Im Vorbeigehen. Das ist nun einige Wochen her. Und wir genießen die gemeinsame Zeit, wenn sie auch sehr kurz sein mag. Was daran liegt, dass sie weiter weg wohnt und wir uns deshalb kaum sehen können. Dazu kommt, dass sie öfter am Wochenende arbeiten muss, was das Ganze zusätzlich nicht gerade einfach macht. Wäre auch zu schön im Leben, wenn alles immer einfach wäre.

Gestern Abend wollte ich sie jedenfalls zum Bus bringen, ist ja sehr im Kommen. Bus statt Bahn. Fernbusse sind einfach deutlich günstiger und einfacher zum Handhaben als die Bahn. Der Bus sollte am Abend abfahren. Von mir zu Hause bis zum Busbahnhof sind es normal ca. 20 Minuten. Wir hatten es zeitlich ganz gemütlich, sollte also alles ganz entspannt sein. Irgendwie haben es dann geschafft, dass wir später aus dem Haus kamen als geplant. Und nach wenigen Metern im Auto hab ich gemerkt, dass das verdammt knapp wird. Es war einfach wahnsinnig viel Verkehr. Und ich fing an mich zu ärgern, über mich selbst. Wie ich die Zeit so aus den Augen lassen konnte. Normal bin ich jemand, der früh genug los fährt und stets einige Minuten früher da ist als nötig. Nur gestern Abend nicht. Ich merkte wie die Minuten vergingen, eine rote Ampel folgte der nächsten. Und der nächste Bus war laut der Webseite bereits ausgebucht. Was bei einer weiten Rückfahrt für sie mega ungünstig gewesen wäre. Im Kopf ging ich schon das Szenario durch was wohl wäre wenn ich sie bis nach Hause fahren würde. Dann wäre ich gegen Mitternacht vielleicht wieder zurück gekommen. Eher später.

Ich hab ihr gesagt, dass es jetzt etwas ungemütlich werden würde. Es war schon dunkel. Was ich nicht gerade als Vorteil empfinde. Dann habe ich in den Sportgang geschaltet. Rote Ampeln hab ich keine genommen. Aber ansonsten alle Fahrmanöver durchgeführt, um es irgendwie noch zu schaffen. Sie sagte mir später, dass sie sich vor kam wie auf einer Verfolgungsjagd. Und dass es ganz spannend war. Naja, freut mich ja. Wenigstens hat es wohl für etwas Spaß gesorgt. Mein Führerschein wäre aber im ungünstigen Fall sicherlich einige Zeit weg gewesen. Auto fahren kann ich ja, dafür braucht man keine Verbote oder Erlaubnisse. Man fährt nicht deshalb schnell weil man es darf, sondern weil man es kann. Und weil man rechtzeitig ankommen will.

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Ich verstehe diejenigen inzwischen, die manchmal wie die Irren durch die Gegend jagen. Vielleicht haben sie auch nur ihren Besuch rechzeitig zum Busbahnhof fahren wollen und einfach die Zeit aus dem Auge verloren. Also in dem Punkt werde ich auch in Zukunft mehr Verständnis für Andere haben, glaube ich. Jedenfalls äußerte ich noch Rest-hoffnungsvoll, dass sie es schaffen könnte. Dazu würde ich sie noch auf der Hauptstraße mit Warnblinklicht aussteigen lassen. Sie müsste dann schleunigst aus dem Kofferraum ihre Sachen herausholen und die Treppe zu den Bussen herunter rennen. Ich würde dann derweil das Auto parken und nach kommen, für den Fall, dass sie den Bus nicht mehr erwischen würde. Gesagt, getan. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits fünf Minuten über der Zeit. Der Bus hätte längst weg sein müssen.

Ich fuhr hektisch herum, um einen Parkplatz zu finden. Letztlich stellte ich mein Auto auf eine schraffierte weiße Fläche. Es war die einzige Möglichkeit die Kiste schnell los zu werden, um zum Busbahnhof zu laufen. Und dann suchte ich dort und lief hin und her. Weit und breit keine Spur von ihr oder dem richtigen Bus. Anrufen konnte ich sie nicht, aus welchem Grund auch immer, aber sie war nicht erreichbar. In Whatsapp kam sie nicht online. So stand ich da und wusste nicht, ob es zeitlich noch für ihren Bus gereicht hatte. Nach einer gefühlten Ewigkeit – wahrscheinlich aber sogar nur 2 Minuten später – schrieb sie mir voller Freude, dass sie es gerade noch so in den Bus geschafft habe.

Vor ihr seien die letzten drei Fahrgäste eingestiegen, wovon einer noch mit dem Fahrer wegen dem Ticket diskutiert hatte. Das hatte uns genau gerettet. Nicht einmal eine Minute nachdem sie angekommen war, fuhr der Bus los. Zu diesem Zeitpunkt war es sieben oder acht Minuten nach dem regulären Abfahrtstermin.

Das hätte ich nicht erwartet, dass wir das noch schaffen würden. Die Verabschiedung oben an der Hauptstraße fiel kurz und knapp aus. Ohne viele Worte. Aber sie hat den Bus erwischt. Und kam letztlich gut zu Hause an. Worüber ich mehr als froh bin, für sie und für mich. Ich habe gestern Abend gleich mehrere Dinge gelernt bzw. mir wieder bewusst gemacht:

  1. Sei Dir zwischendurch auch mal bewusst, dass es manchmal Momente gibt im Leben, in denen und für die man dankbar sein darf. Nennen wir es Glück oder Zufall oder Schicksal. Jedenfalls läuft nicht immer alles schlecht. Okay, meistens schon. 😉 Aber eben nicht immer! Immerhin!
  2. Pünktlich sein heißt auch pünktlich und mit Puffer los zu starten. Da werde ich in Zukunft wieder stärker drauf achten.
  3. Mit meinem alten Auto hätten wir das zeitlich niemals mehr geschafft! Unfassbar, dass es noch geklappt hat. Wenige Sekunden hätten ausgereicht, um es in den Sand zu setzen. Da soll mal einer sagen, dass sich ein paar Euro mehr für einen Sportwagen nicht lohnen würden. 🙂

Und ich musste beim Schreiben dieses Artikels an einen meiner Lieblingsfilme denken. Das Boot. Ein Zitat aus dem Film, wer ihn kennt… Es passt einfach zu gut:
„Ne Schaufel Sand… der liebe Gott hat uns ne Schaufel Sand untern Kiel geschmissen.“