Was geschah Freitag Nacht? Teil 1 von 2

Wenn ich diesen Artikel beginne zu schreiben, ist es 12:37 Uhr. Erscheinen wird er wie immer um 17:30 Uhr.
Und während ich das hier schreibe, trinke ich eine große Tasse Cappuccino. Zubereitet mit meiner Mokka Kanne. Ganz schlicht, klassisch. Ich mag den Duft von frischem Kaffee so gerne. Und ich mag es wahnsinnig gerne die Kaffeebohnen in meine Kaffeemühle zu kippen und dann dieses grrrrrrrr der Maschine zu hören. Dazu Obst, Pflaumen, Mango und Pomelo. Pomelo ist ein tolles Obst. Soviel zu meiner kulinarischen Situation gerade.
Die Siebträgermaschine lässt noch etwas auf sich warten. Ich hab gerade noch ein paar andere Prioritäten abzuarbeiten.

Gestern Nacht war ich wieder draußen zum Clubgame. Um die Zahlen vorweg zu nehmen, es ging 2 zu 2 aus. Ein gutes Ergebnis! Weniger dem Ergebnis wegen, sondern mehr wegen dem weiteren Weg auf der Leiter, und dementsprechend den nächsten erklommenen Sprossen.

Um 03:00 Uhr nach Hause gekommen, noch eine halbe Stunde Youtube-Videos angeschaut, nein, keine lustigen „versuch nicht zu lachen“-Videos. Sondern am Ende des Tages und zu Beginn des Tages versuche ich mir immer Videos anzuschauen oder Bücher zu lesen oder Hörbücher zu hören, die mich weiterbringen. Also hab ich mir gestern wieder Coaching-Videos angesehen. Nicht Pickup to go. Nebenbei. Sondern Pickup to stay.

Und ich hab meinem 1 zu 1 von gestern noch kurz geschrieben. Und als ich heute morgen aufgewacht bin, hab ich eine Antwort von ihr gelesen. Immer gut, wenn Frau noch am selben Tag (bzw. in der selben Nacht) zurück schreibt. Es war ein relativ solider Number Close. Wir haben viel Zeit im Gespräch verbracht, und eigentlich wollte ich mich draußen nur „aufwärmen“, bevor es weiter gehen sollte in den Club. Da saßen also die zwei Mädls auf einer Bank vor einem Grünstreifen, an einem unter jungen Menschen belebten Platz. An sich würde ich jetzt nicht viele Worte drüber verlieren, aber ich weiß von ein paar meinen Lesern, dass sie am Liebsten immer genau wissen wollen, was ich denn so sage und wie ich die Gespräche eröffne. Deswegen will ich ein paar Worte darüber verlieren. Und dabei beginne ich eine Situation vorher, also noch vor dem 1 zu 1. Es soll ja „komplett“ sein. Denn es ist Dynamik drinnen. Und um die geht es beim Pickup!

Ich denke dabei gerade besonders an meinen Kumpel Harry, viele Grüße an Dich! Die nächsten Absätze mit den Gesprächsdetails zu den zwei Frauen sind direkt Dir gewidmet. 🙂

Ich habe meinen Wagen geparkt. Mit meinem Wingman ausgestiegen, über die Straße. An einem kleinen Italiener (oder was das sein sollte) vorbei gekommen. Und da stehen 5 oder 6 Frauen und quatschen miteinander und rauchen. Okay, ich gebs zu. Wenn ein Typ aus so einem Auto aussteigt und ein paar Frauen anspricht, dann ist das für viele sicher Grund genug zu sagen: „Oh Gott, jetzt meint er, er kann uns so einen geilen Spruch pressen und uns beeindrucken mit seiner Karre.“
Nein Ladys, sicher nicht. Ich nehme Euch wahr. Ich komme euch näher. Und ich weiß, dass ich etwas sagen werde. Aber zu dem Zeitpunkt weiß ich noch nicht was. Ich lass mich inspirieren vom Moment. Ich bin nicht mein Wagen. Ich bin ich. Also nähere ich mich der Gruppe, ich muss sowieso an ihnen vorbei. Und werde etwas langsamer, während mein Wing vor gegangen ist. Und dann mache ich inzwischen zunehmend etwas, was ich früher nicht so gemacht habe. Ich werde bewusst langsamer, in der Bewegung, in der Körpersprache und dann vor allem in der Stimme. Dazu wird es noch einen eigenen Artikel geben, die Tage. Ich schaue durch die Fensterfront in den Laden und drehe mich dann zu den Frauen. Sie haben mich wahrgenommen. Das merke ich. Vielleicht haben sie auch schon getuschelt. Keine Ahnung. Ist auch nicht wichtig. Sie unterhalten sich. Und alles was ich erreichen wollte, war mich in Stimmung zu bringen. In Stimmung für alles was als nächstes an diesem Abend folgen sollte. Ein paar Interaktionen sind wichtig, um sich aufzuladen. Also spreche ich die Gruppe an: „Grüß Euch, eine Frage. Was ist das denn für ein Laden?“
Das war auch alles nicht geschauspielert, es hat mich einfach interessiert was es dort zu essen gibt. Ich esse ja gerne. Also frag ich einfach. Und natürlich drehen sich dann alle um und schauen mich an. Was ist mir dabei aufgefallen: Es gab verschiedene körperliche Reaktionen mir gegenüber. Teilweise überrascht, teilweise offen. Und eine Frau war dabei, die sofort ihre Augenbrauen verkrampft hat. Als würde sie mir sagen wollen: „Verpiss Dich bloß, mit Deiner sch*** Karre, Du kannst wen anders anbaggern.“
Ja, ist gut. Also ging es mir in der kurzen Konversationen nur noch darum der Gruppe zu zeigen: Nein, nicht alle sind gleich. Es gibt auch Typen, die ein schickes Auto fahren und dennoch ganz „normal“ sind.
Deshalb hab ich dann ganz bewusst eine noch entspanntere Körperhaltung (man könnte auch sagen: Eine noch defensivere Körperhaltung) eingenommen und bin mit der Stimme noch tiefer geworden und habe bewusst… noch… langsamer… gesprochen. Und ganz ruuuuhiiiiig und voller Gelassenheit ein paar weitere Dinge über den Laden gefragt. Was es dort zu essen gibt. Und ob es ihnen geschmeckt hat. Und nach wenigen Sekunden habe ich gemerkt, wie auch die Augenbrauen plötzlich entspannter wurden. Ich würde sogar sagen, ins Gegenteil verkehrt sind. Plötzlich schien man mich als Gesprächspartner in der ganzen Gruppe zu akzeptieren. Und das war alles, was ich für den Moment erreichen wollte. Energie tanken. Mich selbst aufladen. Das hab ich positiv und voller Überzeugung erreicht. Und dann soll man gehen, wenn es am Schönsten ist. Einen schönen Abend wünsche ich Euch. Habt noch viel Spaß. Ich drehe mich langsam nach rechts und gehe ruhig davon.

Kurz mit dem Türsteher eines Clubs gesprochen, einen kurzen Blick rein geworfen, aber der Laden war fast leer, also wieder raus. Mein Weggefährte hat Hunger, na dann, auf zu einem Stück Pizza. Um die Zeit. Wir schlendern also Richtung Nacht-Imbiss.
Und da sitzen sie, zwei Mädls auf einer Bank vor einem Grünstreifen. Es ist kalt, wie ich finde. Nicht das richtige Wetter, um lange nachts draußen auf einer Bank zu sitzen. Mag mir aber auch nur so vorkommen, da ich immer so verfroren bin. Völlig untypisch für einen Mann. Was geht in dem Moment in mir vor? Genau das. Es ist kalt.

2016-10-29

Wie eröffne ich? Mit dem was im Moment am Wichtigsten in meinem Leben ist. Nämlich, dass mir kalt ist. That’s it. Ohne hokus pokus.
„Sagt mal, mir ist unglaublich kalt. Wie könnt ihr das so in aller Ruhe da nur aushalten?“ Und die Eröffnung kommt zwar mit ruhiger Stimme. Aber sie kommt mit großer Geste und großer Mimik. Energie nicht durch Lautstärke, sondern durch Körpersprache. Mal schauen was zurück kommt. Das weiß man nie. In dem Moment habe ich mal etwas variiert. Sonst spreche ich lauter an. Aber es sollte eher wie ein beiläufiges Gespräch rüber kommen. Nicht wie eine plumpe Anmache. Oft passiert es in solchen Situationen auch, dass man eine ablehnende Reaktion erntet. So nach dem Motto: „Ach bitte. Lass uns einfach in Ruhe hier sitzen. Wir haben echt was besseres zu tun als mit Dir zu quatschen.“

Das weiß man vorher nie. Das kann man nicht abschätzen. Weder am Alter, noch am Aussehen. Man kann sich nur drauf einlassen. Ich war gut drauf, weil ich es der Frauengruppe gerade gezeigt habe. Gezeigt, dass ich nicht baggern wollte. Aber vor allem gezeigt, dass sie Unrecht hatten. Zumindest eine von ihnen. Dass ich anders bin. Und das reicht mir. Weil das in dem Moment mir mehr gibt, als jede Nummer. Weil man ein „Ding gedreht“ hat. Kraft eigener Energie.

Mein Wing ging also voraus, Richtung Pizza Imbiss. Ich blieb bei der Bank vor den zwei Mädls stehen und baute ein Gespräch auf. Ein paar typische Themen angesprochen. Ein bisschen was über die Stadt. Wo sie so herkommen. Was sie noch vor haben. Ja gut, ich muss zugeben, viele Gegenfragen kamen nicht. Aber das ist im Pickup oft so, nicht immer heißt das was. Ich weiß für mich noch nicht abschließend, ob das wirklich mangelndes Interesse direkt an mir oder allgemeine Lethargie ist oder zu wenig Interesse am Leben bedeutet, oder oder oder. Keine Ahnung. Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, dann ist für mich interessant alles über den Menschen zu erfahren, was es im ersten Moment zu erfahren gibt. Wenn ich es anders wollen würde, nämlich kein Interesse an meinem Gegenüber zu haben, dann würde ich nicht mit ihm sprechen. Dann würde ich ein Buch lesen oder still sein oder in der Natur spazieren gehen. Keine Ahnung wo dieses Phänomen her kommt, gerade von Frauen. Dass sie keine/kaum (Gegen-)Fragen stellen. Dass man immer von sich aus erzählen muss. Vielleicht werde ich es einige zehntausend Frauen später herausgefunden habe. Wenn ja, werd ich Euch davon berichten. 🙂

Ich baue meine Gespräche inzwischen auch nicht Stakkato artig auf, sondern versuche mehr einen gegenseitigen Redefluss zu erzeugen. Durch mehr Aussagen und weniger Fragen. Interessant, wenn man sich darauf konzentriert. So kommt viel mehr ein Gespräch zustande, als durch das Abspulen von (Standard-)Fragen. Letztens hab ich zwei Fremdwörter gelesen, die es perfekt beschreiben. Das Gespräch sollte assoziativ und deskriptiv ablaufen. Keine Argumentationen.

Ich mach an der Stelle schnipp-schnapp. Montag geht es mit Teil 2 weiter. Dann erfahrt Ihr (und auch Harry) wie es in dem Gespräch mit den zwei Mädls weiter ging. Und noch ein paar Details mehr, zum Beispiel zu den Themen:
„Wie provoziere ich Gegenfragen“ und „Wie hab ich in dem Fall das hin-und-weg-Spiel gespielt“.

Warum geht es erst Montag weiter?
Weil morgen – wie immer – Philosophischer Sonntag ist! Also gibts Teil 2 erst Montag. 🙂