Wieder eine Premiere!

Heute wollte ich über Gin schreiben. Mache ich aber nicht. Weil es etwas Lustigeres zu berichten gibt.

Es ist wieder einmal Zeit fürs erste Mal! Ein Novum. Ein noch nie Dagewesenes. Eine Premiere!

Trommelwirbel. Wusch!

Zwei Date-Absagen hintereinander! Das hatte ich noch nie. Dass mir zwei mal in Folge die Zunge ausgestreckt wird. Es ist und bleibt ein Zufallsspiel. Und es gibt nichts, das es nicht gibt. Dafür werde ich jetzt keine fünf Euro ins Phrasenschwein werfen, ne ne. Weil es einfach so ist. Es gibt nichts, das es nicht gibt. Wenn man lange genug (mit)spielt, dann erhält man auch alle möglichen Ergebnisse. Wenn man lange genug mitspielt, dann gewinnt man auch im Lotto. Wenn man lange genug mitspielt, dann wird es irgendwann auch mal drei Date-Absagen in Folge geben.
Wenn nur alle Frauen so süß die Zunge ausstrecken würden wie Kinder, wäre es wenigstens noch charmant. Tun sie aber nicht. Komm damit klar, nimm es als Realität an und sei dankbar darum, dass Du damit wieder ein Stück gewachsen bist.

2016-10-21

Was ich bis jetzt aber noch nicht hatte ist, dass ich zum Date komme und dann alleine da stehe. Auch das wird irgendwann mal kommen. Und dann wird auch das mein erstes Mal sein. Auch eine Premiere. Ein bisschen freue ich mich ja schon drauf. Ich nehm das Leben im Moment gerne in der vollen Bandbreite mit. Und ich bin immer wieder dankbar um alles was das eigene Ego zerstört. Alles was dafür sorgt, dass man sich selbst weniger wichtig nimmt. Alles was dafür sorgt, dass man sein persönliches Glück nicht durch äußere Umstände (Frauen, Job usw.) definiert.

Um kurz nochmal abzuschweifen: Warum nicht? Also warum ist das gut, sein persönliches Ego bewusst in die Situation zu bringen, dass es zerstört wird?
Ich hatte in der Vergangenheit das Thema immer mal wieder angerissen. Im Wesentlichen geht es wirklich darum zu verstehen, dass dauerhaftes persönliches Glück nicht durch kurzfristiges äußeres Glück entsteht. Natürlich gibt es viele schöne Erlebnisse. Es gibt bestimmt auch viele nette Menschen, mit denen man in Kontakt kommt. Mal schöne neue Klamotten, mal ein schönes neues Auto.

Die Dinge sind aber unglaublich vergänglich. Alle. Selbst die eigene Ehefrau oder der eigene Ehemann. Oder auch die eigenen Kinder. Früher oder später gehen wir alle. Und was ist dann?

Und es kann auch ein langfristiges äußeres Glück geben. Natürlich, wenn man einen Partner gefunden hat. Vielleicht Kinder. Ein Haus. Regelmäßig Urlaube. Was auch immer jeder für sich als „Glück“ empfinden mag.
Es ändert aber nichts an mir selbst. Und wenn eines dieser Dinge einmal nicht mehr da sein sollte, was ist dann? Wo stehe ich dann und wie komme ich „damit“ – besser gesagt mit mir selbst – klar?

Das eigene Ego zu zerstören heißt für mich, dass ich Freiheit erlange. Wo kein Ego ist, ist auch kein verhaftet sein. Und wo kein verhaftet sein ist, ist auch kein Verlust von eigener Freiheit und Identität. Ich kann plötzlich machen und lassen was ich möchte. Weil es mir egal ist, was andere über mich denken. Auch bei 10 Körben an einem Tag ist es mir mehr egal als je zuvor. Zieht man das konsequent durch, dann wird man innerlich freier und zufriedener. Man schielt nicht mehr auf tolle Ergebnisse. Resultate bestimmen nicht mehr den Alltag. Weder im Job, noch privat. Das Ergebnis verliert an Bedeutung. Und es zählt mehr und mehr der eigene Wert im Leben.

Kumpels und Freunde sagen dann oft zu mir: „Ja, ist doch bei mir auch so. Dass ich mich nicht nach anderen richte.“
Oh doch. Tust Du. Ohne es zu merken, leider fast durchgängig. Das nennt man dann Sozialisation.
„Ich muss nur kurz das hier fertig machen, dann hab ich Zeit für Dich.“
„Oh, ja. Weißt Du. Ich würde ja heute gerne, aber…“
„Oh tut mir leid, bin zur Zeit echt schwer beschäftigt. Lass uns das ein anderes Mal machen…“

Ja. „Mal“ ist gut. Für viele ist „mal“ aber 365 Tage im Jahr.

Sie rennen irgendwas oder oft irgendwem hinterher. Wie auf Drogen. Und merken nicht, dass das eigene Leben vorüber zieht. Sie leben ein Leben. Nur nicht ihres. Oft nicht. Das war bei mir zu lange der Fall. Und dann begann ich, unbewusst wie ich war, irgendwas zu tun. Irgendwas. Und plötzlich zerflog alles in tausend Teile.

Jetzt tue ich eben auch was. Aber bewusst. Und ich erhoffe mir dadurch, dass ich aus den Teilen meiner Vergangenheit ein neues Ganzes zusammen setzen kann.

Das ist letztlich das, worüber man sich auch klar werden sollte. Das größte Glück, sagt man, ist die Liebe. Sie zu finden und dann zu haben. Was einem dabei nicht gesagt wird ist, dass man sich damit gleichzeitig auch mit dem bevorstehenden Verlust und auf die Verletzungen einlässt.

Zur Zeit höre ich im Fernsehen – und ich schaue so gut wie nie fern – so einen Spruch: „Wenn Du Dich mit dem Teufel einlässt, veränderst Du nicht den Teufel. Der Teufel verändert Dich.“

Und die Kunst ist es aus meiner Sicht, sich bewusst zu sein, dass zu jedem Zusammenkommen auch eine Trennung gehört. Spätestens wenn der Vorhang fällt. Das Ende wird gerne ausgeblendet.
Und so weit muss man auch gar nicht gehen, dazwischen gibt es viele kleinere derartige Ereignisse. Auch eine Date-Absage gehört dazu. Du lässt Dich mit dem Teufel ein, dann sei Dir auch bewusst, dass er Dich regelmäßig im Regen stehen lassen wird.

Also ziehe ich für mich daraus: Wenn Du Dich mit dem Teufel einlässt, dann sei Dir bewusst, dass er der Teufel ist. Und bevor er Dich verändert, sieh zu, dass Du weiterziehst. Sehr symbolisch gesprochen. Einfach gesagt: Lebe bewusst, sei Dir im Klaren, dass es alle Facetten im Leben gibt, immer und zu jeder Zeit möglich. Nichts ist für die Ewigkeit. Und ehe wir uns versehen, ist das, was wir gerade noch als die Realität betrachtet haben einfach aufgelöst. In Luft.

Reinhard Mey sang in „Über den Wolken“ mal „Und dann würde, was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein“. Er sang das in einem umgekehrten Kontext. Ich verkehre es einmal passend zu meinem Text. Und dann ist es genau das, was ich meine. Was gerade noch groß und wichtig erschien, ist plötzlich weg.

So wie letzten Freitag die Flugzeug-Frau, deren Nummer ich inzwischen natürlich gelöscht habe. Und für heute die Tacco-Frau. Sie ist aber noch ein bisschen auf der Hinhalte-Schiene unterwegs. Ja. Kannst Du ja sein. Aber ich bin nicht auf Deiner Schiene unterwegs. Ich hab immer meine eigene. Also fahr mal schön alleine Zug.

Ich nehm derweil den ICE und rase weiter. Immer Richtung Horizont.

Heute ist der Start ins Wochenende. Und nach ein paar Wochen Abstinenz ist es wieder an der Zeit weg zu gehen. Clubgame. Entweder heute Abend oder Samstag Abend. Mal sehen wann und wie ich Lust drauf habe. Oder an beiden Abenden? Hm…

Und das heißt dann für mich wieder… ansprechen, ansprechen, ansprechen.

Über den Gin berichte ich dann morgen. 😉