Die dritte Phase

Es war super entspannt die letzten drei Tage. Es war eine tolle Mischung aus Ruhe, Unternehmungen und Zweisamkeit.

Ich war viel draußen, nicht nur, aber auch in der Natur. Es war für mich ungewohnt volle drei Tage wieder an der Seite eines anderen Menschen zu verbringen. Es war schön und neu zugleich. Es gab eine Tiefe zwischen ihr und mir, im Umgang. Etwas, das ich nicht mehr gewöhnt bin. Etwas, woran ich mich sogar erst wieder gewöhnen muss. Lange Zeit, wenn man aus einer Beziehung kommt, kennt man es nur so, dass man ständig umgeben ist von seiner besseren Hälfte. Nachdem dann alles anders ist, weil das Single-Dasein plötzlich, unverhofft, ungewollt und unerwartet eintritt, entsteht Leere. Endlose Leere, ausgedrückt durch Einsamkeit. Irgendwann beginnt man damit sich mit der Situation abzufinden, widerwillig. Man beginnt. Man schafft es nicht. Aber man beginnt. Phase eins. So ging es mir jedenfalls. Und irgendwann später, noch bevor man sich soweit verändert hat, dass man sich vollständig damit abgefunden hätte, geht man über in eine andere Phase. Die zweite. Es ist die Phase der Akzeptanz. Akzeptanz gegenüber dem was ist. Ich würde es als einen neutralen Zustand sehen. Das „sich Abfinden“ in Phase eins ist definitiv etwas ungewolltes. Das „Akzeptieren“ hingegen sehe ich als zweite Phase, eher neutral. Und dann passiert etwas, was mir erst vor ein paar Wochen passiert ist. Man kommt in die dritte Phase. Und die geht weit über die Akzeptanz hinaus. Man wird zufrieden. Zufrieden mit der gegenwärtigen Situation.

2016-10-19

Vielleicht kommt irgendwann auch eine vierte Phase. Und die besteht dann aus vollkommenem Glücklichsein. Glücklich zu sein darin alleine zu sein. Momentan wünsche ich mir das nicht. Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich zufrieden bin mit meiner gegenwärtigen Situation. Es ist mir fremd geworden viel Zeit mit einem Menschen in unmittelbarer Nähe zu verbringen. Wieder Rücksicht zu nehmen. Wieder für jemand anderen da zu sein. Und was mir aber am Meisten unbekannt geworden ist, dass jemand sich plötzlich um einen kümmert. Nachfrägt, tut und macht. Ungewohnt. Wirklich sehr.

Es waren drei sehr schöne Tage und doch bin ich gerade froh darum, dass ich nun etwas Ruhe für mich habe. Wobei die Ruhe gar nicht so lange währt, denn heute treffe ich mich wahrscheinlich mit einem Kumpel von mir. Länger nicht mehr gesehen. Wäre schön, wenn es zustande kommt. Und morgen hab ich – voraussichtlich, denn man weiß ja nie – mein Date mit der Taccho-Frau (vgl. Und schon wieder ist alles anders – 1 zu 1).

Dabei möchte ich heute gerne noch laufen gehen. Mal schauen, ob es dazu zeitlich noch kommt. Außerdem hatte ich von gestern auf heute nicht viel Schlaf. Ich bin etwas müde. Deshalb möchte ich früh schlafen gehen. Und ich möchte heute noch lesen. Mir ist so sehr nach Ruhe zur Zeit, und nach lesen. Ich möchte und möchte und möchte. Wir möchten alle irgendwas wenn der Tag lang ist. 🙂

Es ist gerade ein bisschen der Wunsch nach Erholung von der Entspannung präsent. Klingt paradox. Es war ja entspannt die letzten paar Tage. Entspannt wie seit vielen Monaten nicht mehr für mich. Und doch möchte ich mich davon erst mal erholen. Und ein bisschen Zeit für mich. Zum Verarbeiten. Und in mich horchen.

Beim Spazierengehen sind wir einer Dame mit einem Hund begegnet. Es war eine schöne Begegnung. Warum, davon schreibe ich dann morgen…

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