Besuch am Wochenende

Nun, ich bin wieder ziemlich gesund. Also gibts auch wieder einen neuen Artikel. Einen neuen Erfahrungsbericht. Hauptsächlich über das vorletzte Wochenende. Es war ja ein verlängertes, wegen dem Feiertag am letzten Montag. Das hatte mir super gepasst. Habe den Urlaub spontan um einen Tag verlängert. Weil ich Besuch hatte. Dass ich dann den Rest der Woche aber krank sein würde, war selbstverständlich nicht geplant. Aber so ist das im Leben nun mal. Man kann seine freien Tage planen. Aber nicht seine gesunden. Keine neue Erkenntnis, aber ein weiterer Antrieb im Jetzt zu bleiben. Und nicht abzuschweifen, nicht in die Zukunft. Nicht in die Vergangenheit.

Was war also geschehen. Ich bekam Besuch. Wir hatten uns über ein paar Wochen hinweg nur per Telefon kennen gelernt. Darüber hatte ich hier ja schon mal geschrieben (Keine Fernbeziehung, sondern ein Fern-Kennenlernen). Es war jedes Mal etwas Schönes und etwas Besonderes für mich zugleich. Den Kontakt habe ich jedes Mal sehr genossen, es tat mir gut und ein Stück weit habe ich damit die Möglichkeit erhalten tatsächlich meiner Seele beizubringen, dass es auch noch etwas Balsam gibt auf dieser Welt. Seelenbalsam.

Wir hatten eine schöne Zeit und meine für sie überraschende Idee, ihren Besuch um einen Tag bei mir zu verlängern, nahm sie spontan und gerne an. Uns beiden war von Anfang an klar, dass es kein einfaches Kennen lernen werden würde. Dazu ist die Distanz zwar nicht unüberwindbar, aber doch ein Hemmnis bzw. eine Erschwernis. Dazu kommt, dass ihre zukünftige berufliche Situation nicht ideal für uns beide sein würde. Sie wird zukünftig besonders an den Wochenenden arbeiten. Zur Zeit hat sie noch frei. Also wollten wir die Zeit für uns bis dahin nutzen. Ohne an das Morgen zu denken. Ganz nach meinem Geschmack. Dazu habe ich sie einerseits beruhigt, einerseits aber aufgemuntert und auch aufgebaut. Manche Frauen werden traurig, wenn nicht alle Vorzeichen sofort positiv sind. Wenn nicht alles gleich unter einem guten Stern steht, sozusagen. Ich bin inzwischen anders. Keine Gedanken mehr über die Dinge die hemmen könnten oder Hemmnisse darstellen könnten. Keiner kennt die Zukunft. Keiner kennt morgen. Also hab ich ihr und mir gesagt und gezeigt, dass wir es nur einfach sehen können und sehen werden. Wie es sich ergeben würde. Alles weitere zeige sich dann von alleine. Ob es „reicht“ oder nicht. Oder ob es „zu kompliziert“ werden würde. Früher hätte ich mir Gedanken gemacht von morgens bis abends. Das ist glücklicherweise vorbei. Ich lasse mich einfach auf alles ein was mir als wertvoll erscheint. Wertvoll für mein Leben. Und auch wertvoll für das Leben der Menschen, die in meiner Umgebung sind. Ich weiß, dass ich den „für mich richtigen Menschen“ gut tue. Also tue ich gut. Ihnen. Und damit auch mir. Liebe und Nächstenliebe.

Wir liefen viel in der Natur herum und in der Stadt. Nun kommt aber etwas, das mir wieder gezeigt hat, dass man lieber man selbst sein sollte. Und seiner inneren Stimme folgen sollte. Warum? Es war für mich nach der Kälteumstellung nach einem Wochenende echt erstmal alles ungewohnt. Am Tag zuvor noch spät am Abend heim gekommen. Und am nächsten Morgen, gerade schnell noch den Koffer ausgepackt, kommt der Besuch. Ich hatte keine Zeit mich zu akklimatisieren. Klingt übertrieben. Ist es aber nicht. Denn im Flugzeug lief die Klimaanlage und ich hatte gefroren. Und zurück in Deutschland war es für mich einfach nur kalt. Von 25 bis 30 Grad runter auf 10. Das ist zuviel… wenn… ja wenn… man dann erstmal fast zwei Tage ständig draußen ist. Kälte hier und Kälte da. So bin ich halt, ich wollte ihr meine Umgebung zeigen. Und die Stadt in der ich lebe. Dazu kam noch Regen. Das war dann auch nicht gerade gefühlt einfacher. Und so habe ich zwischendurch immer wieder mal angemerkt, dass es mich einfach friert und ich glaube, dass ich mir gerade was eingefangen habe. Und so war es dann auch. Am Tag der Abreise, Dienstag, hatte es mich auch schon fast komplett erwischt. Die folgenden zwei Nächte waren übel. Schwitzen in der Nacht und tagelange Kopfschmerzen. Was meine ich damit, wenn ich am Anfang des Absatzes sage, dass man lieber man selbst sein sollte? Ganz einfach, ich hatte eigentlich überhaupt keine Lust draußen zu sein. Auch nicht mit Regenschirm. Auch nicht in der Natur. Auch nicht in der Stadt. Normal mache ich das liebend gerne. Nur zu diesem Zeitpunkt fühlte ich, dass es nicht richtig und nicht gut ist. Ich bin mir fast sicher, dass das sein übriges dazu beitragen hat, dass ich danach umso mehr flach lag. Was wäre die Alternative gewesen?
Ich hätte mehr zu Hause bleiben sollen. Ob dann mit ihr oder ohne sie. Aber es ist es einfach nicht wert etwas zu tun, obwohl man dabei spürt, dass es einem nicht gut tut. Auch nicht für eine Frau. 🙂 Denn am Ende haben beide nichts davon, wenn man krank ist. Glücklicherweise haben wir aber auch Zeit zu Hause verbracht. Nur zu wenig, aus meiner Sicht.

2016-10-10

Erscheint als Wochenrückblick hier vielleicht etwas „langweilig“ für den einen oder anderen, könnte ich mir vorstellen. Was erzählt der da. Davon ob er lieber zu Hause geblieben wäre anstatt draußen in der Natur zu sein. Wie spannend. Nee. Nicht spannend. Soll es auch nicht sein. Ich will damit etwas anderes sagen. Nämlich, dass ich inzwischen spüre, dass mir die einfachen Dinge im Leben wesentlich wichtiger sind als die scheinbar so viel „wichtigeren“ großen Dinge.

Mir ist inzwischen wichtig, dass ich gutes Essen habe. Deshalb werde ich zukünftig wieder mehr zu Hause kochen, was ich alleine für mich fast nie mache bisher.
Mir ist inzwischen wichtig, dass ich ausreichend und gut schlafe. Im nächsten Schritt will ich schauen, dass ich nicht nur ausreichend schlafe, sondern auch viel. Mehr als bisher.
Mir ist inzwischen wichtig, dass ich meine Ruhe habe. So gerne ich auch draußen war in den letzten Monaten. Immer wieder. Aber meine Ruhephasen sind mir wichtiger geworden, habe ich gemerkt.
Mir ist inzwischen wichtig, dass ich ich sein kann. Klingt so banal, ist aber wahrscheinlich der wesentlichste Aspekt und die größte Erkenntnis für mich. Keine Frau ist es mir mehr wert, dass ich mich für sie verbiege. Das kommt für mich nicht mehr in Frage. Weder eine Frau, noch die Familie, noch Freunde, noch sonstwer. Ich bin ich. Ich bleibe ich. Es geht nicht immer, aber es geht immer öfter. Ich sein heißt in Freiheit sein. Und wenn man nun wie ich seit ca. zwei Jahren Single ist, dann dreht sich in einem selbst etwas. Nämlich weicht der totale Wunsch und die Sehnsucht nach einem Partner etwas. Und man weiß die eigene Freiheit mehr zu schätzen. Und die werde ich nicht einfach so wieder aufgeben. Mich nicht einfach aufgeben und hergeben. Erst wenn es wirklich wieder passt. Diese Woche schreibe ich nochmal etwas mehr dazu, Stichwort „der eigene Wert“.

Soweit mal dazu was bisher war. Wie es mit ihr weiterging und geht, schreibe ich im Laufe der Woche nochmal gesondert. Es bleibt unterhaltsam. 🙂

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