Sind Dogmen zeitgemäß oder ist alles und jeder anders?

Wir kennen alle diese Situationen, bei denen uns etwas widerfährt und wir das als allgemein gültigen Glaubenssatz für unser restliches Leben mitnehmen.

Letztens hat mir ein junger Mann erzählt, dass er sehr vorsichtig ist beim Feiern gehen mit Frauen. Ein Freund von ihm sei völlig zu Unrecht unter Vergewaltigungsverdacht geraten und habe zwei Tage in der Zelle verbracht. Dazu folgten nervenaufreibende Wochen und Monate und hohe Kosten wegen des Rechtsanwalts. Letztlich wäre klar gewesen, dass er frei gesprochen würde. Die Vorwürfe waren völlig haltlos. Dennoch die ganze Prozedur.

2016-09-24

Jeder Mensch ist individuell. Jede Situation ist anders. Sie können sich durchaus ähneln. Das war es aber auch schon mit der Weite der Gleichsamkeit.

Gib jedem eine Chance. Jedem Menschen, jeder Situation. Sei zu jedem Menschen offen, sei fair und aufrichtig. Sei verbindlich. Sei verlässlich.

Und was ist mit den Dogmen? Sind sie zeitgemäß? Kann ich von einer Situation auf eine andere schließen? Ja kann ich. Aber damit werde ich immer wieder umfallen. Man kann alles. Überall. Nur ob es sinnvoll ist und frei, ist etwas anderes. Dogmen sind etwas für Menschen mit Angst. Sie müssen sich aufgrund einer einzelnen Erfahrung oder aufgrund weniger einzelner Erfahrungen derart an ein festes Ablaufschema klammern, dass ein anderer Weg unmöglich wird. Aus Angst, davon bin ich überzeugt. Was sagt die Geschichte über diesen Vergewaltigungsvorwurf dort oben schon aus?
Dass eine (!) Person von einer (!) Person in einer (!) Situation in einem Club zu Unrecht beschuldigt wurde, etwas getan zu haben. Und wie verhält sich der junge Mann, mit dem ich mich unterhalten habe, nun? Er ist fortan vorsichtig beim Feiern gehen. Nochmal: Weil eine (!) Person von einer (!) Person in einer (!) Situation in einem Club zu Unrecht beschuldigt wurde, etwas getan zu haben.
Wir adaptieren das auf mein Pickup: Ich spreche eine (!) Frau in einem (!) Cafe an und erhalte einen (!) Korb. Und was soll ich nun tun? Ein Dogma daraus machen? Okay, prima. Mach ich. Was soll ich also genau machen? Wie soll das Dogma lauten?

Passt es dann besser wenn ich in Zukunft statt einer (!) Frau in einem (!) Cafe anzusprechen, und um nicht mehr einen (!) Korb zu erhalten, einfach stets zwei (!) Frauen in einem (!) Cafe anspreche, um zwei (!) Körbe zu erhalten?

Ironie Ironie.

Oder soll ich lieber weiterhin eine (!) Frau ansprechen, aber eben nicht mehr in einem (!) Cafe? Stattdessen lieber am Flughafen oder in der Bahn? Oder in der Stadt beim Einkaufen?

Und unser junger Mann da oben, was macht er? Er will am liebsten nicht mehr mit Frauen feiern gehen. Prima.
Wenn ich beim ersten Korb, den ich erhalten habe, aufgegeben hätte, dann wäre ich heute nicht so weit in meiner Entwicklung gekommen. Wenn ein Kind beim Laufen lernen nach dem ersten Hinfallen aufgegeben hätte, dann würde die Welt eine Welt aus Rollstuhlfahrern sein.

Ein (!) Ereignis zu einem (!) Zeitpunkt an einem (!) Ort… sagt nichts aus. Es ist in den Augen der Evolution der Erde nicht mal einen Wimpernschlag wert. Es ist wieder einmal nur unser Denken oder – um im Beispiel zu bleiben – das Denken dieses jungen Mannes, dass aus einem (!) Ereignis ein Dogma gemacht werden sollte.

Ich war zuletzt oft feiern, auch und besonders mit Frauen, und mich hat noch keiner einer Vergewaltigung bezichtigt. Und selbst wenn? Ja dann würde ich, sobald ich aus der Zelle komme, wieder feiern gehen. Auch mit Frauen. Besonders mit Frauen.

Jetzt erst Recht!

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