Keine Fernbeziehung, sondern ein Fern-Kennenlernen

Das hatte ich zuletzt als junger Teenager. Damals hing ich in irgendwelchen Internet-Chats herum und lernte vielerlei Menschen durch das Chatten kennen. Das war früher abseits des „echten Lebens“ normal. Damals gab es noch kein Web 2.0 und damit auch kein Facebook. Man ging auf eine Webseite mit Chat, loggte sich ein und suchte sich seinen Channel aus. Dann war da am Rand eine Liste mit den Leuten in diesem Chat-Room. Man konnte entweder in den allgemeinen Chat schreiben oder aber man schrieb einzelne Personen direkt und persönlich an. Ansich nichts anderes als Facebook heute.

Das war damals auch mein Einstieg in die Welt mit den Mädchen. Lange ist es her. Aus dem Chatten wurde irgendwann ein Telefonieren. Und man lernte sich kennen, tatsächlich. Und man verliebte sich auch mal. Wir waren jung, wir waren verträumt. Einige hundert Kilometer Entfernung sind eben nicht einfach überbrückbar. Nicht als junger Teenager. Und so kam es zwar selten auch zu Treffen, aber nach einer Weile zerfloss das Ganze auch wieder. Der Grund ist ganz einfach: Früher oder später ist das Kennenlernen aus der Ferne vorbei und dann möchte man sich auch sehen. Und wenn dieser Punkt nicht eintritt und nicht eintreten kann, dann passiert was passieren muss. Sie lernt im „echten Leben“ jemanden kennen, oder Du. Beides ist mir passiert. Und jeweils führte es dann im Kontakt zum Stillstand und dann zum Abbruch.

Warum erzähle ich das hier? Weil mir im Moment etwas ganz ähnliches passiert. Nur nicht im Web 1.0. Ich hab sie nicht angechattet. Sondern angesprochen. Ein echter Approach. Streetgame. Zwar nur ein drei Minuten Gespräch, sie war in einer größeren Gruppe unterwegs. Ich wollte weder sie noch den Rest der Gruppe verlegen machen. Also hab ich mich kurz gehalten. Kurz geplaudert. Wir haben schnell Nummern getauscht. Bussi links und rechts und weg war ich. Am selben Abend noch hab ich sie angeschrieben und am selben Abend noch habe ich eine Antwort erhalten. Das ist nun erst ein paar Wochen her. Seit dem hat sich der Kontakt täglich intensiviert. Es erinnert mich an früher. Inzwischen telefonieren wir täglich, manchmal sogar mehrmals. Teilweise morgens, mittags oder nachmittags mal und abends in aller Regel dann am Längsten. Teilweise auch zwei Stunden.

2016-09-26

Sie ist ein toller Mensch. Sie wohnt aber auch nicht gleich um die Ecke. Die Logistik ist also nicht wirklich perfekt für ein einfaches Kennenlernen. Ich finde sie in der Tat ziemlich süß. Ihre Art und Ihre Stimme tun mir unglaublich gut. Sie ist aktiv von sich aus, etwas sehr Außergewöhnliches. Und sie ist bescheiden und ein durch und durch fröhlicher Mensch. Dazu sehr offenherzig und macht einen unglaublich ehrlichen Eindruck, was ich besonders schätze. Denn Intimität macht verletzlich. Und diese Hürde zu überwinden und seine Gefühle zu äußern, erfordert Mut. Und Vertrauen. Und es ist sehr spannend zu beobachten wie beiderseitig das Vertrauen zunimmt. Das ist überhaupt sowieso in den letzten 3 Monaten seit meinem Start mit diesem Projekt ganz ganz selten passiert. Dass ich so etwas wie Gefühle entwickelt habe.

Und dann gibt es hierbei noch einen ganz besonderen Unterschied. Ich habe die Erfahrung gemacht, besonders mit den bisherigen Frauen im Pickup, dass man sich stets nicht zu sehr öffnen sollte. Dieses typische Männer und Frauen Eroberungs-Spiel. Dieses aberwitzige, unehrliche, zurückhaltende, abgekartete ekelhafte Spiel von Anziehung und Verführung. Das ist das was ich im Laufe meines Projektes hier sicher verbessere, aber es bleibt ekelhaft, unehrlich und abgekartet. Warum kann man einer Frau nicht einfach sagen, dass man sie toll findet? Weil 99% der Frauen das nicht hören wollen. Warum? Weil sie dann weiß, dass sie Dich „ja einfach haben kann“ und dann bist Du out. Wie im Fußball. Faul! Rrrrrrot! Zack. Wusch. Und weg und raus!

Sie ist von all den Approaches die erste Frau die anders ist. Sie öffnet sich immer weiter, je mehr ich mich öffne. Dass es das noch gibt… ich hätte fast nicht mehr daran geglaubt. Obwohl ich mir immer wieder bewusst gemacht habe, dass es sich lohnt immer weiter zu laufen. Schluck die ganzen Körbe. Schluck die ganzen ekelhaften, abgekarteten und widerlichen Dates. Für die eine Frau. Und ob sie das ist oder nicht, das weiß ich natürlich noch nicht. Welche es auch immer ist. Eine wird es irgendwann schon werden. Und das Tollste dabei ist, dass ich bei der Einen einfach ich sein kann. Darauf freue ich mich am meisten. Jedenfalls ist sie es wert, was auch immer daraus entstehen mag. Und das lässt mich mit einem Streich die dämlichen anderen Frauen vergessen. Und das tut gut. Zwischendurch eine ganz normale Frau kennen zu lernen, so wie ich mich als ganz normalen Mann sehe. Du bist süß. Ja ich auch. Ich sag Dir das. Und Du mir. Und wir überleben es täglich, obwohl (!) wir Gefühle äußern. Wow. In diesem Moment habe ich zwar Freude für mich und für sie, aber irgendwie Mitleid um all die anderen Frauen auf meinem Weg. Denn da sind sicher auch ein paar dabei, die die gleichen Gefühle gerne hätten. Und nur aufgrund von „was weiß ich“ nicht entwickeln und äußern können. Ihr verpasst was. Jeden Tag. Und ja, es ist Euer Problem. Nicht meins. Denn ich bin auf meinem Weg und auf meiner Suche. Und je länger ich laufe, desto näher komme ich meinem Ziel. Wo hingegen ihr lauft ohne Ziel, sogar ohne Weg. Und sobald es mal ein Weg werden könnte, überseht ihr ihn und rennt weiter im Kreis. Ich kann zwar ein wenig zaubern und stets versuchen den Frauen auf meinem Weg die Augen zu öffnen, aber nicht wenn sie sie mit aller Kraft zukneifen. Dann pack ich wieder meine sieben Sachen und ziehe weiter. Bis ich mal angekommen bin.

Und es wird die interessante Frage sein, wann wir uns zum ersten Date treffen. Ich hoffe bald, denn ich bin kein junger Teenager mehr. Und ich weiß, dass – je mehr Zeit vergeht – zwar zunehmend ein bisschen Vertrauen aufgebaut wird, aber echte Liebe entsteht nur wenn man sich in die Augen blicken kann. Und wenn das nicht passiert, dann wird letztlich das passieren was vor vielen Jahren schon passiert ist. Am Ende geht einer links lang und eine rechts. Dennoch möchte ich das hier angehen und auch als wichtige Erfahrung für mich mitnehmen. Die vielen Nachrichten und vielen Telefonate, noch weit bevor wir uns zum ersten mal richtig gesehen haben. Für länger als nur drei Minuten. Auch wenn die drei Minuten für mich die bisher wichtigsten in diesem Projekt waren – egal wie es ausgeht.

Vielleicht wird das eine kleine Mini-Serie mit ihr. Vielleicht auch mehr als eine Mini-Serie. Wer weiß. Das hängt von der Frau ab, wie immer. Nicht von mir! 😉

Es menschelt manchmal im Leben doch noch und darüber bin ich glücklich!

PS: Danke an mich selbst, dass ich an dem Tag den Mut nicht aufgegeben hatte und immer weiter gemacht hatte mit dem Ansprechen. Und es gab echt viele Körbe. Einzigartigerweise hat es eine Frau einfach mal als Geschenk angenommen und offenbar so aufgefasst wie es von mir gemeint war, nämlich zu schätzen gewusst.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s