Neue Gerüche, anderes Grün

Das Erste was wir in neuer Umgebung wahrnehmen, sind die Dinge, die wir mit unseren fünf Sinnen erfassen können. Ziel bleibt es aber, den sechsten Sinn so weit es geht auszubauen.

Das Erste was ich in meiner neuen Umgebung wahrgenommen habe, sind die neuen Gerüche. Andere Lichter. Und ein anderes Grün.
Als ich aus dem Flieger stieg, hab ich mir zuerst den Rasen angesehen. Es ist ein völlig anderes Gras. Einfach angesehen und wirken lassen. Es ist für die Menschen in dem Land normales Gras. Für mich war es ein völlig anderes Gras. Und das stand dabei für mich nur symbolisch für eine andere Welt. Gerüche und eine andere Lufttemperatur bringen das Bild des Gewohnten ins Wanken.

2016-09-23

Es ist etwas völlig anderes. Ohne zu werten. Einfach wahrnehmen. Aber schon bald schaltet sich wieder der Gedankenapparat ein und fängt das Bewerten an. „Das ist aber nicht so schön sauber wie bei uns Zuhause“ oder „die Fahren aber total verrückt Auto“. Nein tun sie nicht. Sie fahren Auto. Auf ihre Art. Und es ist nicht schöner oder weniger schön sauber wie bei uns Zuhause. Sondern es ist wie es ist. Anders als bei uns. Manches ist vielleicht sauberer, anderes hingegen wieder nicht. Mag sein. Das liegt nur daran worauf wir in dem Moment den Fokus legen.

Zum Glück bin ich inzwischen in der Lage für mich klar zu differenzieren wann ich denke und wann ich hingegen fühle.

Und obwohl ich mich hier anders fühle als Zuhause, so fühle ich mich auch hier richtig und auch Zuhause.

Aber es ist eine Umstellung nötig. Ich esse kein Fleisch. Dort wo ich bin, gibt es fast nur Fleisch. Und Brot. In allen Varianten. Mit wenig Fleisch. Oder mit viel Fleisch. Getoastetes oder weiches Brot. Und da ist es nicht einfach, etwas essbares zu finden. Wenn einem die eigene Gesundheit am Herzen liegt. Okay. Ihr habt mich erwischt. Ich hab mich offenbar zum ersten Mal hier im Blog als Vegetarier geoutet! Ohje! Er ist es wirklich! Ja, bin ich. Und stolz darauf. 🙂

Und völlig absurderweise, könnte man einwerfen, hab ich das Unfassbare getan. Ich bin in den nächsten Supermarkt gegangen und habe mir Gemüse gekauft. Und mir mein eigenes Essen gemacht, während der Rest der Bande was gegessen hat? Fleisch mit Brot. Und es hätte eine Szene aus E.T. sein können. So eine Attraktion war ich in der Küche. Für ein bisschen Gemüse mit Ei.

Ein weiser Mann, den ich sehr verfolge, sagt auf seinen Vorträgen immer wieder:
„Solange Menschen Tiere töten, werden Menschen Menschen töten!“

Ich lasse das mal unkommentiert so stehen. Aber ich bring es mit einem Ausrufezeichen! 😉

In den Supermarkt zu gehen, um sich sein eigenes Gemüse zu kaufen und sich sein eigenes Essen zuzubereiten, ist ein kleiner Preis. Aber ein großer Trost, für ein Gefühl des Zuhause-Seins.

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