Unsere Gedanken – Was ist ich?

Wir fliegen hier einfach mal drüber. Und bringen einzelne Fragen auf.

Was ist das Ich?

Was bleibt, wenn wir die Außenwelt mal beiseite legen, übrig von mir?

2016-09-09

Alleine diese Fragen ermöglichen unzählige Artikel. Und das ist mir ein wichtiges Thema. Denn es ist eigentlich der Kernpunkt meiner Selbstfindung. Es ist zwar die Reise zur Traumfrau meines Lebens. Aber eigentlich ist es die Reise zu mir selbst. Und deshalb werde ich das immer wieder aufgreifen und mit aktuellen Gedanken verknüpfen.

Wir nehmen uns zu wichtig, es kommt auf uns überhaupt nicht an. Man sollte sich selbst nicht so wichtig nehmen. Idealerweise nimmt man sich selbst nicht mal persönlich.

„Ja, aber erst muss doch das oder das passieren, damit Du dann das und das auch machen darfst!“ Hört man oft. Achso. Also erst muss ein Anderer das tun was ich eigentlich tun wollte. Damit was? Damit ich das dann „auch“ darf? Sagt wer?!

Eigene Erfahrungen sind wichtig. Ausprobieren. Das Leben ist zum Experimentieren da.

Was wir versuchen ist immer die richtige Seite zu finden, aber in Wahrheit laufen wir alle auf einer Kugel. Und wo soll  die „richtige“ Seite sein?

Andere denken für uns vor. Aber es gibt ganz selten auch guten gesellschaftlichen Individualismus. Zum Beispiel beim E10 Benzin. Da haben wir einmal seit vielen Jahren etwas nicht getan, was von uns gewollt war, woran wir uns einfach nicht gehalten haben. Eigentlich ganz ohne Kollektiv. Jeder Einzelne hat darauf verzichtet und sich gesagt: „Andere haben nicht genug zu Essen und ich soll mir Nahrungsmittel durch den Auspuff jagen?!“
Dann wurde von ganz alleine und frei ein Kollektiv daraus. Ohne, dass der Einzelne das anfangs bewusst gewollt hat und ohne, dass der Einzelne das Gefühl hat darauf angewiesen zu sein was die Anderen tun. Einfach Frei.

Wir leben einerseits in einer gleichgeschalteten Welt, andererseits aber in einer total individuellen Welt. Heute kann jeder tun und lassen was er will. Das große Ganze ist noch immer vorgegeben, mehr denn je. Nur der Einzelne kann heute per Knopfdruck entscheiden was er ganz frei und individuell innerhalb seiner kleinen eigenen Welt tut. Jeder macht sich seine Welt, wie sie ihm gefällt. Im kleinen Rahmen, aber es ist so. Auf die Welt da draußen vor der Türe haben wir heute kaum mehr Einfluss. Fast alles ist vorgegeben und fast alles wurde vorgelebt. In der Natur gibt es nichts Zweimaliges. Nur in der Industrie ist das so. Da gibt es mehrere Millionen Male das gleiche Handy. Aber in der Natur, auch ein Balztanz zwischen zwei Singvögeln, läuft niemals genau identisch ab.

Auch jeder Morgen in unserem Leben läuft unterschiedlich ab, auch wenn wir immer das Gleiche frühstücken. Immer die gleiche Reihenfolge beim Zähneputzen haben, Bürste immer mit der linken Hand greifen. Creme mit der rechten Hand aus der Tube drücken und auf den Bürstenkopf auftragen. Kurz das Wasser laufen lassen, Zahnbürste eine halbe Sekunde drunter halten. Jeder kennt das. Und dann wird geschrubbt.

Und das sind alltägliche Gewohnheiten. Nur weder die, noch tägliche Neuheiten, sind das eigene Ich.

Am Ende dieses Artikels könnte ich keine Zusammenfassung schreiben. Es lässt sich nichts zusammen fassen, was nicht unmittelbar zusammen gehört. Es ist ein kleiner Beitrag zum Nachdenken. Es gibt kein richtig und kein falsch. Aber das Nachdenken entschleunigt vom gedankenversessenen Tun. Und das ist der erste Schritt. Bewusst werden.