Perspektivenwechsel – Traumfrau oder Traummann?

Da ich sehr viel lese, hab ich neulich eine interessante Geschichte über den Perspektivenwechsel zwischen Traummann und Traumfrau gelesen. Die Quintessenz daraus möchte ich gerne teilen.

Es geht um die Frage wie man seine Traumfrau findet. Oder besser gesagt, wer die Traumfrau ist. Oder wer man selbst ist. In dieser Geschichte und zufällig auch in diesem Blog, geht es genauso um diese Fragen. Projekt Beziehung. Eine Reise zur Traumfrau meines Lebens. Wie finde ich sie? Wie sollte sie aussehen? Wie sollte sie sein? Was für Eigenschaften sollte eine Traumfrau mitbringen? Welchen Charakter? Und woher weiß ich, dass sie DIE Traumfrau ist und nicht nur irgend eine Frau?

Die Fragen sind sicherlich berechtigt. Aber noch mehr berechtigt ist ein Perspektivenwechsel.

Bin ich ein Traummann?

2016-09-07

Es gibt ja das Gesetz der Anziehung. Genau genommen bedeutet es:
Man zieht immer an was man ist, nicht was man sein oder haben möchte.

Also ist die Frage, ob ich in meiner Außenwelt (Job, Einkommen, Auto, Haus, Hobbys, Kleidung, Style…) das bin, was eine Traumfrau toll findet. Bin ich in all diesen möglichen Unterpunkten wirklich ein Traummann?

Und wie sieht es mit meiner Innenwelt aus? Meine Seele. Bin ich harmonisch mit mir und meinem Selbst im Reinen? Habe ich mich selbst wirklich bereits gefunden? Oder bin ich zumindest bereits auf der Suche zu meinem Selbst und noch weiter betrachtet sogar wenigstens nahe meinem Selbst? Strahle ich das aus und bin wirklich ein Traummann?

Ich finde den zweiten Aspekt wesentlich wichtiger als den ersten. Das Ich und die Seele sind der Kern. Die Außenwelt ist dagegen für mich eine Art Fasching.

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Sehen wir es so:
Was hat ein teures Auto mit mir zu tun? Ob ich einen VW fahre oder einen Ferrari? Ansich ist das nur ein materieller Gegenstand und sagt nichts über meinen Geisteszustand aus. Wir schreiben von außen durch Wertungen Menschen mit bestimmtem materiellem Status konditioniert Eingeschaften und Charakterzüge zu. Mit der Realität hat das aber wenig bis nichts zu tun. Es ist eine gedichtete Realität. Jeder hat dazu seine eigene. Während einer dazu sagen würde „Mensch, schau mal. Der hat einen Ferrari. Der ist bestimmt ein Verbrecher“, würde ein anderer vielleicht dazu sagen „Mensch, schau mal. Der hat einen Ferrari. Der ist bestimmt total erfolgreich und ein interessanter Mensch.“.

Die objektive Realität sagt dazu einfach nur: „Jetzt in diesem Moment fährt dieser Mensch gerade einen Ferrari“. Punkt. Keine Wertung. Nur Wahrnehmung. Alles was von nun an noch hinzu kommt sind eigene Gedanken. Basierend auf die Konditionierung in der Kindheit, basierend auf Erfahrungen und basierend auf Angst, Hoffnung und Gedanken in die Zukunft.
Es lebt sich wesentlich freier und befreiter ohne all diese Gedankenmuster. Es ändert nämlich nichts an der Tatsache, dass der Mensch dort drüben gerade in diesem Moment einen Ferrari fährt. Das ist so. Das kann aber im nächsten Moment schon anders sein. Er kann einen Unfall haben. Der Ferrari kann einen Motorschaden bekommen. Der Ferrari könnte nur für ein paar Meter geliehen sein. Wie auch immer. Nur jetzt im Moment fährt der Mensch diesen Ferrari. Wie lange noch, das weiß man nicht. Für immer vielleicht. Bis er etwas anderes tut. Aussteigen. Spazieren gehen. Vielleicht nach Hause fahren. Oder er stellt ihn an eine viel belebte Straße, steigt aus und spricht ein paar Frauen an. Das wäre mal interessant. Irgendwoher sollte ich mir so einen Ferrari organisieren. Nur für ein paar Stunden. Einfach mal zum Testen. Testen von Oberflächlichkeiten. Testen von Gedanken anderer Menschen. Um meine Erfahrungen zu machen. Eigene, neue Erfahrungen.

Deshalb ist es für mich Fasching. Gehe ich zur Türe raus, dann ist für mich Karneval. Jeden Tag da draußen.

Früher habe ich das auch so gespielt. Ohne es zu merken. Inzwischen hat sich viel verändert. Zum großen Glück. In meiner Innenwelt fühle ich mich gut wie nie zuvor. Ich fühle mich freier als je zuvor und spüre, dass es wichtig ist jeden Moment glücklich zu sein und jeden Moment zu genießen. Bewusst genießen. Aber erstmal bewusst wahrnehmen.

Dann werfen die Menschen um sich mit Geld hier, Job dort, Auto hier und Status dort. Dann wird sich ins Gesicht gelacht, obwohl oft eher nach weinen zumute ist. Dann wird miteinander Mittag gemacht, obwohl die Zeit alleine im Park besser verbracht wäre. Dann wird sich aufgerieben, alleine und (an)einander. All das nur, um in der Außenwelt zu bestehen. Und noch besser zu werden. Wachstum, Wachstum, Wachstum. Als Selbstzweck. Und was davon waren in den 24 Stunden am Tag wirklich wir selbst? 8 Stunden Schlaf. Ja. Das bist Du. Definitiv.

Also mache ich an der Stelle einen zweiten Perspektivenwechsel. Und los gehts. Was hat die Frau gegenüber, was es es für mich interessant macht, mich weiter mit ihr zu unterhalten und das Interesse sie kennen lernen zu wollen am Leben zu halten? Diese Frage stelle ich mir bewusst spätestens nach jedem Gespräch. Ich reflektiere. Relativ unbewusste Menschen würden das gar nicht wahrnehmen. Die laufen an „langweiligen“ Menschen sozusagen vorbei, kurzer Smalltalk, und alles ist gut. Ja klar. Für den Alltag in Ordnung. Nur wenn man mit hoher Energie Pickup betreibt und tatsächlich vor hat seine Frau fürs Leben zu finden, dann handelt man wesentlich bewusster. Man ist viel mehr im Jetzt als bei einem normalen Smalltalk in der Arbeit oder unter Bekannten. Die meisten Menschen sind in ihrem Tun sowieso nicht wirklich präsent im Moment. Gedanken schwirren im Kopf umher… „später muss ich noch einkaufen“… „ach, heute Abend kommt ja noch meine Serie“… usw. Solche Gedanken kennen wir alle. Natürlich bekomme ich dann gar nicht mit, wie „langweilig“ mein Gegenüber ist. Ich bin schließlich gar nicht wirklich beteiligt im Gespräch. Je mehr mich mein Gegenüber langweilt, desto mehr versinke ich in anderen Gedanken.
Und was mache ich? Im ersten Schritt werde ich mir erstmal sehr bewusst, dass dieser Mensch mich im Moment langweilt. Im zweiten Schritt trete ich mir kurz gegen das Schienbei. Aua. Um wach zu werden. Und im dritten Schritt lasse ich mich noch tiefer auf den Menschen ein, als ich es vorher tat. Vorher, bevor mir langweilig wurde. Weil sich der Gedankenapparat eingeschaltet hat und zu werten begann: „Der Mensch hier gegenüber ist aber langweilig!“ Er spricht mit mir. Also hat er meine volle Aufmerksamkeit verdient. Und sei das Gespräch noch so langweilig. Irgendetwas nimmt man für sich immer mit. Und wenn es nur das einfache Reden miteinander ist. Smalltalk üben. Das wäre das Minimum. In der Regel sind „langweilige“ Menschen gar nicht so langweilig wie sie wirken. Die Kunst ist dann eben genau das herauszufinden. Und ein Traummann sollte eben auch ein guter Zuhörer und Gesprächspartner sein.

Ich muss gerade an ein Gespräch denken, letzte Woche mit einem Mädchen. Sie schob ihr Fahrrad durch eine Fußgängerzone. Sie sah sehr natürlich aus. Etwas, das ich sehr an Frauen schätze. Außerdem war sie nett gekleidet, nicht so versnobt. Also sprach ich sie an. Klar. 🙂 Es wurde ein 40-minütiges Gespräch daraus. Fast eine Art Spontan-Date. Im Pickup Jargon nennt man das Instant-Date. Sie hat über Themen gesprochen, bei denen kaum jemand mitreden könnte. Eigentlich „langweilige“ Themen. Mit ein bisschen Allgemeinwissen (okay – mit viel Allgemeinwissen) hab ich sie aber so erwischt und überrascht, dass aus dem an sich themenmäßig langweilig anmutend betrachteten Gespräch ein ganz aktives interessantes Gespräch wurde. Ich ließ sie erzählen. Zwischendurch streute ich kurz etwas ein. Und ließ dann wieder das Gespräch seinen Lauf nehmen. Interessiert, aber nicht gelenkt und schon gar nicht geplant. Ist sie eine Traumfrau? Durch das was sie sagte könnte man meinen… überhaupt nicht. Aber ihre Art gefiel mir, und wie sie sprach. Wenn man sich auf etwas einlässt, dann findt man an den meisten Menschen etwas Faszinierendes. Auch eine Eigenschaft eines Traummannes, wirklich Interessantes an anderen Menschen entdecken zu können, denke ich mir. Hat etwas mit der eigenen Innenwelt zu tun.

Mein Ziel ist es die 16 restlichen wertvollen Stunden ebenfalls zu dem zu machen, was wärend den 8 Stunden Schlaf passiert. Ich selbst sein. Kostüm aus. Kümmern um die Innenwelt. Jeder für sich. Ich für mich. Ich mag kein Fasching und kein Karneval.

PS: Über die Innenwelt und die Außenwelt im Allgemeinen werde ich auch noch einen Artikel schreiben. Aber das ist ein komplexes Thema. Und das erfordert etwas Zeit. Also Geduld… 🙂