Wer bezahlt beim Date?

Die Frage habe ich von jemandem aus meiner Familie gestellt bekommen. Das hat mich dazu veranlasst hier einen Artikel darüber zu schreiben. Gute Idee, die Frage.
Und ich will es satirisch und dramatisch beleuchten.

„Wer zahlt denn eigentlich immer bei Deinen Dates und geht das nicht echt ins Geld, wenn Du immer zahlst?“

Nun, ja und nein. Klar kostet ein Date etwas mehr als ein Abend alleine. Jedoch nicht unbedingt viel mehr.

Am Anfang  meines Starts als Pickup Artist – sagen wir die ersten zwei bis drei Dates – war so ein Date für mich noch etwas ganz Besonderes. Ich hatte noch eine romantische Vorstellung davon, wie es ist, wenn ein Mann eine Frau anspricht und ihr zeigt, dass er sie toll findet. Ich hatte den Wunschtraum, dass eine Frau es umgekehrt toll findet, dass sie angesprochen wird. Dass sie sich wirklich darüber freut, wenn ihr gesagt und gezeigt wird, dass der Mann sich ernsthaft für sie interessiert. Und ich hatte die Vorstellung, dass eine Frau ein daraus entstehendes Date als etwas ganz Besonderes betrachtet. Irgendwo war das noch tief in mir verwurzelt. Ich war eine Pflanze und ich liebe Romantik und…

… dann bin ich aufgeschlagen. Auf den harten grauen Betonboden der Realität.

2016-09-08

Es ist höchstens für Dich etwas Besonderes, so habe ich festgestellt. Nicht für die Frauen. Meistens nicht. Für sie bist Du ein Termin. Für sie meistens schon. Du wirst eingeschoben zwischen Einkaufstermin und Abendserie vor dem Fernseher. Oftmals ist das die Realität. Und das Gefühl bekommst Du als aufmerksamer Mensch oft schon vor dem Date. Spätestens im Date. Man spürt, ob die Frau sich für Dich interessiert oder nicht. Ob sie bei Dir ist. Oder ob sie schon bei Beginn des Dates nichts anderes im Kopf hat als die Waschmaschine Zuhause und die neueste Folge von „Game of Thrones“. Tolles Gefühl. Von Romantik reden wir da bitte gar nicht erst. Wo kommen wir denn da hin. Ich muss ein Judas sein.

Und so war ich anfangs naiv und innerlich verträumt. Man ist einfach ein reiner Mensch und freut sich zu geben. Also bezahlte ich. Und das tat ich wirklich gerne. Und mit den zunehmenden Eindrücken und dem Feststellen, dass ein Date für eine Frau nicht mehr wert ist als eine kostenlose Plastiktüte beim Türken um die Ecke (ihr wisst schon, diese ganz billigen Plastiktüten, die immer gleich reißen), schwindet der Glaube an und die Hoffnung auf Wertschätzung und Romantik. Sie nehmen die Tüten vom Türken einfach gerne mit, gratis. Möglichst viele. So wie es Menschen gibt, die ihre Einkäufe im Aldi und Lidl in die kostenlosen durchsichtigen Plastiktüten aus der Obst- und Gemüseabteilung einpacken. Kostet ja nichts. Lieber mal ein oder zwei Tüten mehr, schadet ja nicht. Also auch lieber ein oder zwei Dates mehr, schadet ja nicht. Die Tüte ist gratis. Der Inhalt hoffentlich auch, mag sie sich denken.

Nachdem die meisten Dates einfach im Sand verlaufen, teilweise hört man nie wieder etwas von den Frauen, wurde es Zeit umzudenken.

Der Regelfall sieht inzwischen folgendermaßen aus:
Wir gehen in die erste Örtlichkeit, meist ein Cafe, ein Lokal oder eine Bar. Dort halten wir uns für ein erstes Getränk auf. Wenn es um das Bezahlen geht, dann sind fast alle Frauen auf getrenntes Bezahlen gepolt. Danke an diese ansonsten beschi***** und völlig übertriebene Emanzipation. Aber an der Stelle spielt sie mir in die Karten. Ich sage meinem Date, dass ich dieses getrennte Bezahlen herzlos finde. Dass das so kühl und sachlich sei. Stimmt ja auch. So empfinde ich. Geld hat für mich kaum mehr einen Stellenwert. Ich sage also, dass ich normal immer zusammen bezahle. Lieber wechseln wir uns beim Bezahlen ab. Dann schlage ich vorher schon grundsätzlich einen Wechsel des Ortes nach dem ersten Getränk vor. Nochmal spazieren und einen zweiten Ort aufsuchen. Dorthin wo es auch etwas zu essen gibt.

Ich mache das ohne großes Drama. Es ist auch meine Meinung. Anstatt immer getrennt zu bezahlen. Getrennt bezahlen ist was für herzlos kalte Menschen. Die Zeit verbringt man miteinander, aber ein paar Euro soll mir der andere Mensch nicht wert sein. Das wäre so wie in die Arbeit zu gehen, fleißig zu sein und kostenlos zu arbeiten. Ohne Lohn. Wer macht so etwas denn? Das ist einen Artikel für sich wert. Eigentlich. Mal sehen. 🙂

Ich mache es anders, ich gehe in die Arbeit, weil ich Geld dafür bekomme. Dabei habe ich aber nicht vor fleißig zu sein. Ich wünschte die Frauen würden das beim Date auch so sehen wie ich. Na wie auch immer.

Die Bedienung kommt und ich bezahle für uns beide. Danach gehen wir noch ein bisschen hier hin oder auch ein bisschen dort hin. Danach kehren wir wieder ein. Und es wird wieder etwas getrunken, diesmal länger und mehr. Und oft auch etwas gegessen. Die Rechnung wird größer. Und auch dann ist es irgendwann so weit, dass es zum Bezahlen kommt. Inspiriert durch mein vorheriges Vorgehen, ergreifen einige Frauen die Initiative und bezahlen nun. Auch wenn die zweite Rechnung höher ausfällt als die erste. Schließlich sagte ich ja vorhin: „Wir können uns ja einfach abwechseln.“
Im Gegensatz zur Frau gehe ich dabei aber nicht davon aus, dass wir uns nie wieder sehen werden. ICH gehe nicht davon aus. Da ich aber inzwischen weiß, dass der größte Teil der Frauen das so handhabt, weiß ICH, dass wir uns nie wiedersehen. Zumindest im Regelfall nicht. Statistisch gesehen nicht. Was in dem Moment aber auch erstmal völlig bedeutungslos ist.

Wichtiger sind die beiden folgenden Aspekte meines Vorgehens:

  1. Ich sorge für einen sogenannten „Invest“ der Frau. Sie trägt durch das Bezahlen der zweiten Rechnung etwas zu unserem „Zusammensein“ bei. Das kann man auf verschiedene Arten machen, zum Beispiel auch durch warten lassen zu Beginn des Dates. Es gibt da ganz viele Möglichkeiten. Wichtig ist nur, dass die Frau nicht alles von Dir von Anfang an „kostenlos“ bekommt. Nein. Sie soll genauso ihren Ar*** hochheben und etwas tun.
  2. Da die zweite Rechnung in der Regel höher ausfällt als die erste, bezahlen die meisten Frauen für das Date mehr als ich. Das ist nicht egoistisch, nur ich weiß ja vorher bereits, dass ich mich auf ein zweites Date in jedem Fall einlassen würde. Sonst hätte ich die Frau schließlich nie angesprochen. Das ist für die Frau genau umgekehrt. Hier habe ich den Eindruck, dass irgend eine Art göttliche Fügung oder Eingebung über Nacht die völlig dämonische Kontrolle über Kleinhirn, Stammhirn, Zwischenhirn und Hirnrinde übernimmt. Denn oft ist es so, dass Madame sich nie wieder meldet. Unfassbar aber wahr. Unfassbar oft aufgrund an sich phantastisch verlaufender Abende. Also ist es für mich dann im Nachgang immerhin positiv, dass Püppchen zumindest den größeren Teil der Rechnung übernommen hat.

So, und nun könnte man den Eindruck gewinnen, dass ich vielleicht doch gar nicht so romantisch, so freigiebig und großzügig sei. Dass ich letztlich „wie die meisten Männer“ geldfixiert sei. Letztlich auch nur herzlos, genau wie die Frauen, die ich beschreibe.

Nein, kann ich dazu nur sagen. Macht die Schubladen zu. Ich bin anders. Denn erst letzten Montag wieder hatte ich ein Date mit einer 7. Ich schrieb hier darüber:
Der etwas andere Wochenrückblick – Nennen wir sie einfach Jessy
Sie war auch charakterlich echt in Ordnung. Ein Kumpel hat sie gesehen, er gab ihr eine 8. Das Date lief aus meiner Sicht phantastisch. Sie hat echtes Interesse gezeigt und mir den Eindruck gemacht, dass es etwas werden könnte mit uns. Aber auch völlig unabhängig davon, lasse ich mir immer die Option offen bezahlen zu können, wenn ich möchte. D.h. es ist kein Dogma für mich, dass die Frau das zweite Mal bezahlt. Wenn ich den Eindruck habe, dass eine Frau wirklich zu mir passen würde, dann bezahle ich für sie. So habe ich das auch letzten Montag gemacht. Ich habe bezahlt. Einfach weil ich sie lieb fand und auch relativ warmherzig, was echt unglaublich selten ist. Nur wenn so etwas passiert, dann denke ich mir: „Zeig Dich so wie Du wirklich bist.“ Den Mist mit dem „erst zahle ich, danach sie“, das ist totaler Müll. Das ist ein Produkt des unterbewussten Wunsches der Frauen. Ich reagiere nur. Auf Erfahrung und auf Ausstrahlung. Und auf Enttäuschungen.

Jedenfalls habe ich also bezahlt. Vielleicht war aber genau das ein Fehler.

Und wie ging die Geschichte weiter…?

Sie hat sich ab dem nächsten Tag nie wieder bei mir gemeldet.