Der etwas andere Wochenrückblick – Nennen wir sie einfach Jessy

Nennen wir sie einfach Jessy (Name kann von der Redaktion geändert sein, muss aber nicht, wer weiß 🙂 )

Es ist wieder einmal Montag. Aber es gibt heute keinen wirklichen Wochenrückblick, sondern nur einen kleinen Tagesrückblick auf letzten Montag und dann mehr einen Wochenausblick auf die aktuelle Woche.

Nun, letzten Montag war es dann wieder so weit. Ein Date mit einer Jessy oder so. Entschuldigt bitte meinen Sarkasmus zwischendurch, aber mehr als ein „oder so“ kann ich da oft nicht abgewinnen. Nun, der Reihe nach. Für mich war sie eine 7. Ein Kumpel gab ihr eine 8. Wie auch immer. Sie war sicherlich hübsch.

Ich hatte sie in einem 3 Minuten Gespräch im Daygame kennen gelernt. Auf dem Weg in eine Bar. Nummern getauscht. Kurzes bla bla blubb. Und dann die Folgetage relativ regelmäßig Kontakt über Whatsapp gehabt.

Das Date lief von Anfang an sehr entspannt ab. 18 Uhr in der Stadt. Sie war gut drauf und locker. Ich hab sie erstmal kurz zu einem Eis mitgenommen. Eis to go. Um dann zu spazieren. An der Eisdiele erstmal kurz zwei Bekannte begrüßt. Kurz einander vorgestellt. Und weiter ging es. Einige Meter weiter wurde ich kurz gegrüßt, im Vorbeigehen. Sie sagte daraufhin: „Du kennst aber echt viele Leute hier…“ Ich merkte, dass sie das gut findet. Wir sind hier aber auch in meinem Wohnzimmer. Ich bin verdammt oft hier in der Gegend, ja. Wie also auch nicht. Social Game wirkt sich eben auch auf die anderen Bereiche (Daygame und Clubgame) aus. So auch da.
Dann bin ich ja so mega sozial. Die Menschen kennen mich und mögen mich. Dem schreibt man ja gemeinhin sehr positive Eigenschaften zu, der überall bekannt und geschätzt ist. Auch so ein dämliches Gedankenkonstrukt. Man(n) ist bekannt, also ist Man(n) was…? Ja was? Ein besonders toller Mensch? Oder ist man dann ein besonders toller Traummann, nur weil ein paar von sieben Milliarden Menschen einen mit dem Namen begrüßen können? Sozialer Status und Sicherheit sind für die Frau ja wichtig. Viel wichtiger als mich als Menschen erst mal kennen zu lernen. Da wird leichter Eindruck mit drei „hallos“ geschindet, als mich als fühlende Seele wahrzunehmen. Na gut, dann spielen wir das Spiel eben. Deswegen ist mein Wohnzimmer mein Wohnzimmer geworden. Dort kenne ich die Menschen, dort werde ich gegrüßt. Dass mich die restlichen 80 Millionen Menschen in Deutschland ansonsten nicht mal mit dem Hintern anschauen, weil sie mich eben nicht kennen, spielt dann keine Rolle. Herzlich willkommen in der Welt der Oberflächlichkeiten. Ich kann das immer nur wiederholen. Das ist mir zu simpel. Viel zu einfach zu durchschauen, das ganze Ding. Aber ich nehme als eine Variable an und spiele gerne mit. Ich habe den Fluss nicht entworfen, aber ich pack dann eben mein Schlauchboot drauf und lass mich treiben.
200 Meter weiter ruft jemand plötzlich laut meinen Namen, mehrmals. Wir drehen uns um und ein weiterer Kumpel kommt auf mich zu, kurzes Händeschütteln. Wie gehts und was machst Du so. Das Übliche. Kurz einander vorgestellt. Und als wir weiter gingen bemerkte ich, dass sie völlig aus dem Häuschen war. Ich spürte, dass mein sozialer Wert bei ihr gerade gen Himmel stieg. Es war ein Erstaunen und ein Leuchten.

Wir hatten nicht viel Zeit, weil Madame unbedingt den Zug um kurz nach 20 Uhr erwischen musste. Müssen tut man gar nichts im Leben, sage ich! „Müssen“ sagte sie schon am Anfang. Ich dachte mir dann just, dass ich so etwas schon öfter erlebt hatte: „Ja prima, ich nehm mir auch so ungern Zeit für meine Dates. Zwei Stunden müssen für die Frau meiner Träume einfach reichen!“ Na gut, so sind sie eben. Generation Tinder und Facebook. Zwei Stunden sind zwei Stunden. Da kann ich aber echt mal froh sein, dass eine Frau tatsächlich so viel Zeit auf einmal für mich opfert. Und dann noch am Stück. Und gleich 120 volle Minuten hintereinander. Überwältigend. Nur die Niagarafälle sind beeindruckender!

Der Abend war an sich dafür aber super locker. Erst spazieren gehen, dann essen. Sie hat viel gefragt, war sehr interessiert und hat zwischendurch öfter Signale gesendet, dass sie Interesse an mir hat. Beim Bestellen des Essens habe ich auf die Karte gezeigt und gesagt: „Oh schau mal, der Salat ist mit Avocado, Avocado mag ich total!“ Worauf sie antwortet: „Stimmt. Avocado mag ich auch total. Schau, dann haben wir ja schon mal eine Gemeinsamkeit!„, dazu ein nettes Lächeln von ihr.
Was soll ein normaler Mensch sich da denken, außer: „Die findet mich auf jeden Fall mal mindestens interessant.“
„… schon mal eine Gemeinsamkeit…“, denke ich mir. Hm. Wenn das kein gutes Zeichen ist. Beim Essen erzählt sie mir sehr Persönliches über die Familie, was sie im Moment bedrückt und mitnimmt. Alles gute Anzeichen, dass sie sich zunehmend öffnet. Zuletzt schrieb ich ja, dass ich besser werden muss im Attraction und Comfort Game. An dem Tag lief beides gut.

Nach dem Essen frage ich sie, ob ich sie zum Zug begleiten soll. Sie meinte, dass ich das machen kann, denn dann könnten wir uns ja noch etwas unterhalten. War kein überwältigendes Signal, hab ich mal als neutral für mich angenommen. Aber als wir raus gingen, sagte sie, dass wir zum Bahnhof laufen können, anstatt mit den Öffentlichen zu fahren, spazieren würde ihr jetzt noch gefallen. Das war schon ein deutliches Signal, dass sie sich wohl fühlt. Als es dann beim Laufen zu Regnen begann, packte sie ihren kleinen Schirm aus der Tasche und spannte ihn auf. Meine Gelegenheit, danke: „Wenn Du schon einen Schirm auf machst, dann halte ich den. Ich bin der Mann.“ Und nun kam etwas sehr seltenes: „Ja, aber wenn Du den schon hältst, dann muss ich mich auch einhaken!“ Gesagt, getan. Und sie hakte sich in meinen Arm ein. So liefen wir dann 10 Minuten. Nach 5 Minuten nahm ich mit meiner Hand, die noch frei war, ihre Hand, die bei mir eingehakt war und umschloss sie leicht. So ging das bis zum Bahnhof. Ich hatte für den Abend ein tolles Gefühl. Sie war auch echt nett, war charmant und aufmerksam. Das waren nun nur ein paar der Signale, die sie als Frau gesetzt hat. Viele Kleine erwähne ich nicht extra. Von allen meinen Dates zeigte sie die deutlichsten Anzeichen für „ich finde Dich toll“. Dazu hatten wir auch einfach sehr viel Spaß und hatten viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Comfort Game eben.

Und dann stehen wir nun am Gleis. Und da es bisher auch irgendwie ein Gefühl des Zeitdrucks war, blieb einfach nicht die Möglichkeit mehr Nähe in der kurzen Spanne zu schaffen. Wir sahen uns an. Ich sprach ein paar Worte zur Verabschiedung und sah sie wieder an. Ich wollte sehen wie sie reagiert. Sie umarmte mich, kurz und knapp. Wie unter Freunden. Keine Ahnung ob das Schüchternheit war oder einfach ihrer Gefühlslage entsprach. Für mich war das zu wenig für den Abend. Sie hatte dafür zu viele Zeichen gesetzt. Also nahm ich meine Hand, führte sie hinter ihr Ohr an den Nacken. Wartete kurz und zog sie leicht zu mir, um sie zu küssen. Sie drehte sich dabei weg und sagte: „Nein nein, küssen nicht!“. Pickup sagt an der Stelle, dass Du kein großes Ding draus machen sollst. Einfach überspielen bzw. so tun als wäre nie etwas gewesen. Die Situation ist für mich auch nicht neu, daher hab ich noch kurz was zur Zugfahrt gesagt und wir haben uns getrennt.

2016-09-05_02

Die Reaktion von ihr viel zu heftig aus, sie ging nach meinem Kussversuch direkt los zum Zug. Fast als würde sie fliehen wollen. Ja gut, kann ich verstehen. Ich hab echt das Unmögliche gemacht. Einen Kussversuch bei einem Date. Logisch. Ich wäre, wenn mich eine Frau Tage vorher auf meine Attraktivität angesprochen und gesagt hätte, dass sie mich unbedingt kennen lernen wolle, und mit mir ein Date ausgemacht hätte, auch nicht auf die Idee gekommen, dass ich dort geküsst werden könnte. Natürlich nicht. Besonders nicht wenn ich durch die halbe Stadt Arm in Arm gehe und auch sonst alles Private aus meinem Leben erzähle. Neiiin. Klaro nicht. Mensch Junge, wach mal auf. So geht das nicht. Daten heißt heute nicht mehr Daten, sondern Kinofilm schauen. DU (!) bist ein kurzer Kino Film in einem ansonsten trostlosen Leben einer Frau. Sie nimmt Dich als Gratis-Eintrittskarte gerne an und mit. 2 Stunden Spaß und Unterhaltung. Zwar ohne Popcorn, aber dafür mit Cola. Sie hatte eine Cola light zum Essen bestellt. Warum erlaube ich mir so ein Urteil, dass ihr leben trostlos ist? Nun, ich spürte ja eine Unzufriedenheit mit ihrer Lebenssituation. Das ist ja vollkommen okay. Für mich ist das okay. Aber es ist in der Tat trostlos. Da war nichts dabei was mich vom Hocker hauen würde. Ich investiere mehr als sie, wenn es in eine Beziehung gehen würde. Das Urteil maße ich mir jedenfalls in dem Fall an.

Nicht für mich, sondern für sie, um sie zu beruhigen und ihr ein gutes Gefühl zu geben, schrieb ich ihr eine knappe Stunde später kurz und fragte, ob der Zug denn wenigstens pünktlich sei, wenn sie denn heute erst so spät heim komme. Innerlich dachte ich mir natürlich: „Ist ja auch echt tragisch, wenn man während der Woche erst um 21:30 Uhr Zuhause ist“ Ausnahmsweise. 22:30 Uhr hätte es ja keinesfalls werden dürfen. Ausnahmsweise nicht. Nein. Es muss der Zug um 20 Uhr sein.
Es gingen noch kurz ein oder zwei Nachrichten hin und her. Kurz und knapp. Das Notwendigste von ihrer Seite aus. Dementsprechend auch kurz und knapp von meiner Seite.

Mir war in dem Moment oben am Gleis klar, dass das unser erstes und letztes Date gewesen sein würde.
Am nächsten Morgen schrieb ich ihr kurz und fragte, ob sie gut geschlafen habe. Die Nachricht wurde gelesen, eine Antwort blieb bis heute aus. Und sie wird auch nicht mehr kommen.

Ist das nun ein Ausnahmefall? Nein. Es ist die Regel. Das ist die Realität im Pickup. Das ist die Realität beim Kennen lernen zwischen Mann und Frau. In aller Regel sind Frauen nicht mehr in der Lage wenigstens zu antworten oder zu sagen, dass es das für sie gewesen war. Du kannst einen tollen Abend mit ihr gehabt haben. Aber das spielt keine Rolle. Der Kinofilm ist aus und alle gehen nach Hause. Du bist der Kinofilm. Ihr Kinofilm. Heute. Und an einem anderen Tag ist es ein anderer Mann. Ernsthaftes Interesse, einen Mann kennen zu lernen, kann da meiner Meinung nach nicht bestehen. Es ist keine Ausnahme. Ich wiederhole das. Bisher schrieb ich hier im Blog nicht viel zu meinen Dates im Einzelnen. Dies ist ein sehr anschauliches Beispiel dazu, wie man sich irgendwann nach einer großen Zahl an Dates fühlt. Wie ein Kinofilm, den Frau besucht und wieder geht. Nicht die Frauen sind für mich die Nummer. Man selbst wird zur Nummer. Man wird gedatet und wieder abgestellt.

Das ist okay. Das ist wohl normal so. Inzwischen. In der heutigen Zeit.

Und jetzt könnte man sagen: „Vielleicht hast Du einfach am Schluss zu viel Gas gegeben und sie überrumpelt“
Ja. Mag sein. Kann aber auch sein, dass ich mir einfach zu viel Zeit damit gelassen habe. Vielleicht hätte sie auch schon vorher einen Kuss erwartet. Nein, glaub ich natürlich nicht. Was ich aber glaube ist, dass es keine Rolle spielt. Es ist schlichtweg egal wann Du sie küsst. Ob beim ersten Date oder beim fünften. Ich behaupte, dass es immer der richtige Zeitpunkt ist, wenn Du es tust. Wenn sie Dich wirklich mag, dann hätte sie später zum Beispiel geantwortet, dass sie sich überrumpelt fühlt, aber mich trotzdem weiter kennen lernen will. Oder irgendwas in der Art. Ich hätte das so gemacht, wenn der Mensch für mich ansonsten interessant wäre. Aber das war ich offenbar nicht. Wozu dann das vorherige Schauspiel? Es ist ein Schmierentheater. Eines von der üblen Sorte. Eines, das eigentlich kein Mensch verdient hat. Außer Frau mit ihrem ansonsten trostlosen Leben. Behaupte ich. Einmal Kino und zurück.

In meiner Familie und mit meinen Freunden ist dann eine große Diskussion entstanden. Küssen beim ersten Date oder nicht. Ich spreche ja mit ihnen allen regelmäßig über meine Erfahrungen. Pickup habe ich vollständig in mein Leben integriert. Die Frauen-Fraktion sagt: „Nein, nicht beim ersten Date“ Die Männer-Fraktion sieht das natürlich anders. Ich habe ihnen jedenfalls gesagt, dass ich ein Experiment innerhalb meines Projektes starte und habe hoch und heilig versprochen:

Die nächsten 5 Dates wird nicht geküsst!!!

Es soll ein Test sein, ob es wirlich am Küssen liegt, dass es in aller Regel zu keinem Folgedate mehr kommt. In dem Punkt gehe ich also mal mit gezogener Handbremse ran. Bin gespannt was der Zufall uns dann bringt.

Und gestern hatte ich mein erstes Date nach dem Date mit Jessy (deren Name von der Redaktion geändert wurde, oder auch nicht, wer weiß). Und ich habe mich echt zurück halten müssen, aber ich hab den Kussversuch nicht gemacht. Ich hatte mein Versprechen im Kopf. Und ich hab es gehalten. Dafür klopfe ich mir mal selbst auf die Schulter, denn normalerweise hätte ich es getan. 🙂

Und da das hier – wie am Anfang eingeleitet – auch ein Wochenausblick werden sollte, sieht die Woche so aus:

Gestern – Date Nummer 1
Heute – Date Nummer 2
Dienstag – Date Nummer 3
Mittwoch – Date Nummer 4
Donnerstag – Date Nummer 5
Freitag – Date Nummer 6

Ab Freitag darf ich also wieder küssen. Bis dahin Geduld. Das wird dann mein Rekord, wenn denn alle Dates wie ausgemacht auch stattfinden. Die längste Kette liegt bei vier Dates in vier Tagen. Es könnten nun sechs Dates in sechs Tagen werden. Zuletzt schrieb ich auch mal darüber wie es ist, wenn ein Date abgesagt wird. Es ist kein tolles Erlebnis, schließlich hat man sich ja extra dafür vorbereitet und sich die Zeit dafür freigehalten. Aber diese Woche ist es so, dass ich fast ein kleines bisschen hoffe, dass das eine oder andere Date abgesagt wird. Das würde mir etwas Freiheit geben, Freiheit zum Daygame. Denn sonst sind die Dates alle rausgeblasen und dann ist Ebbe. Es sind nämlich auch Mädls dabei, die gar nicht so interessant sind und auch nicht so super interessiert tun. Das langweilt mich dann schon vorher sehr.
… nur Mittwoch bitte nicht. Sie finde ich zu süß. 🙂

Achja, ein bisschen hab ich vor morgen Angst. Denn sie habe ich bereits geküsst, noch vor dem ersten Date. Oh je! Tatsächlich. Das passt ja dann nicht mit meinem Versprechen übereinander! 5 mal nicht küssen! Aber ich… hab… doch… schon… sie… geküsst… und nun? Darf ich dann morgen nicht küssen? Fragen über Fragen.

Nach 3 Minuten auf der Straße war das mit ihr. Geht das? Ja. Geht. Ich wollte es heraus finden. Was übrigens beweist, dass es nichts damit zu tun hat wer ICH bin. Sondern es hängt ausschließlich davon ab wer SIE ist. Mit manchen Frauen verbringst Du acht Stunden und es kommt zu keinem Kuss, weil er blockiert wird. Und mit manchen Frauen bist Du drei Minuten im Gespräch und küsst sie einfach. An wem soll das nun liegen? Grundsätzlich mal…? Nur so ein Gedanke… 😉

PS: Ich musste natürlich auch Schelte einstecken. „Man küsst keine Frau nach 3 Minuten!“ So was macht man nicht. Ja. Bla. Macht man nicht. SAGT WER? Die Norm? Für wen gilt die? Für mich? Sicher nicht. Nein danke. Ich lehne ab. Ich hab an dem Tag wieder einmal meine Grenzen bewusst verschoben. Ich wollte es herausfinden ob es geht. Das habe ich in meinem Leben noch nie gemacht. So noch nie. Und ich hab es herausgefunden. Es entspannt ungemein, weil es zeigt, dass es einfach nichts mit MIR zu tun hat. Gar nichts davon. Es sind immer Momente, Situationen und die Stimmung der Frau. Und nicht mein Ich, das hier in dem Moment eine Rolle spielt. Deswegen ist die Diskussion „küssen oder nicht küssen auf dem Date“ auch total unsinnig. Aber da ich das ganze hier auch locker sehen möchte, teste ich das jetzt mal die nächsten fünf Male. Gestern war Nummer 1. 😉