Philosophischer Sonntag – Wo ist der Mittelpunkt der Erde?

Eine Frage, die ich schon vielen Menschen gestellt habe.

Philosophischer_SonntagUnd viele Antworten, die ich darauf schon bekommen habe. Sie fielen höchst unterschiedlich aus. Selten für mich nachvollziehbar „zufriedenstellend“. Man merkt, dass Menschen zu sehr in ihren Denkmustern verankert sind. Natürlich stelle ich die Frage nur im passenden Kontext, der Rahmen muss stimmen. Es geht nicht um einen Geologie-Unterricht. Ich möchte auch nicht wissen wo genau Jules Verne bei seiner Reise sein Zelt aufgeschlagen hat. Die Arten von Antworten erhalte ich dann zumeist. Es geht mir also nicht um die physikalische Realität. Es geht mir um die philosophische Realität. Ersteres haben wir gelernt, Durchmesser, Temperatur, Erdkern hin und Erdkern her. An Letzterem verzweifelt aber scheinbar fast die ganze Welt. Das Kollektiv genauso wie das Individuum.

Der Mittelpunkt der Erde.
Gibt es den philosophisch gesehen überhaupt?

2016-08-28_03

Es muss ihn geben. Ganz ohne Kompass. Die Antwort ist so rein wie simpel. Von (Nächsten-)Liebe erfüllt. Jedenfalls meine Antwort. Soviel vorab: Perspektivenwechel sind nötig. Und dafür ist ein gewisses „über den eigenen Schatten springen“ Voraussetzung. Um nicht zu sagen völlig elementar.

Der Grund warum Kriege entstehen ist letztlich, weil Menschen unterschiedlicher Meinung sind. Kulturuelle Hintergründe spielen dabei eine Rolle. Sicherlich genauso wie Machtinteressen. Den Ursprung für den Auslöser von Kriegen, aber auch von „harmlosen“ Streits in den eigenen vier Wänden, haben sie jedoch alle gemeinsam:

Die Nicht-Anerkennung der menschlichen Unterschiedlichkeit.

Es gibt nichts Wichtigeres in der Interaktion mit anderen Menschen, als zu erkennen, dass Andere auf der gedanklichen Ebene völlig autark laufen und auch laufen sollen. Das ist gut so. Das ist richtig so. Und gesund. Auf der gedanklichen Ebene. Spirituell sieht die Sache anders aus. Das soll jetzt aber nicht das Thema werden. Du bist Du. Ich bin ich. Das wäre die einfache Zusammenfassung. Und damit wird die Antwort auf die Frage klar. Simpel und täglich dennoch eine echte Herausforderung, wir nehmen uns selbst zu wichtig. Halt, nicht uns selbst zu wichtig. Sondern uns selbst zu wichtig im Zusammenwirken mit anderen Menschen. Ganz oft ist es dann kein Zusammenwirken, sondern ein Gegeneinanderwirken. Warum? Weil der Andere eine andere Meinung hat. Tja. Kommt vor. Und?

Zeit das einzusehen und es zu dem zu machen, was es wirklich ist, einer Kostbarkeit des Lebens. Der Mittelpunkt der Erde liegt in unserer Mitte. Und zwar bei jedem selbst. Jeder einzelne Mensch ist der Mittelpunkt der Erde. Und davon haben wir über sieben Milliarden…