Auf zu fremden Welten – durchaus nonverbal

Wie vorgestern in Wochenrückblick 2016 KW 32 angekündigt, schreibe ich heute etwas zu einer neuen Art des Approachens. Total witzig. Für mich eine neue Welt, die sich damit aufgetan hat.

Ich habe mich mit einem Freund verabredet um eine Radtour zu machen. Auf dem Weg zum Treffpunkt habe er zwei Mädls draußen am Tisch an einem Cafe entdeckt. Kurze Begrüßung und ein bisschen plaudern. Er kommt dann mit dieser grandiosen Idee auf mich zu und sagt: „Schau mal, da waren zwei hübsche Frauen, mich würde mal interessieren was Du zu denen sagst. Wieviel Punkte Du ihnen gibst.“
Ich daraufhin: „Ja gut, aber die sitzen doch bestimmt nicht mehr dort.“

Einige Minuten später laufen wir dorthin und… tun sie doch! Dort sitzen. Aus der Ferne geb ich der Braunhaarigen eine 5 und der Blonden eine 7. Also gut. Mein Wingman sagt: „Ich weiß nicht wie Du das machen willst jetzt hier vor dem Cafe vor all den Leuten, aber das wäre zu cool! Das will ich sehen!“

2016-08-18

Puh. Durchatmen. Locker bleiben. Hm. Lage sondieren. Ich hab sekundenlang überlegt… 😉
Tja… viele kleine Tische, eng. Überall Menschen. Aber die Blonde hat mich gereizt. Um ganz ehrlich zu sein: Die Situation hat mich gereizt. Wirklich. Weniger sie. Eher die Situation. Aber das ist ja auch egal. Kennen lernen kann man sich immer noch. Aber das Ding erstmal angehen… Puh… hab ich so noch nie gemacht. Im Kaffee vor allen Leuten einen Approach hinzulegen.

Letztens schrieb ich von Statistik. Im Schnitt gibt es pro Treffer ca. 6 – 8 Körbe. Die Wahrscheinlichkeit für einen Korb ist hier also eklatant. Prima. Junge, auf gehts. Mach Dich hier vor allen zum Eierkopf. Zum Affen und zum Hampelmann…

Okay. Also. Schalter umlegen. Approachen. Ich mach das Ding jetzt. Egal wie. Mir egal ob es auf die Mütze gibt. Hey, statistisch ist es ein 7 oder 8 zu 1. Dann nehm ich diesmal halt direkt die 1. 😉

Hmm… Das Problem in dem Moment ist natürlich auch der Druck für die Frau. Das darf man nicht unterschätzen. Sie wird dann von einem Mann angesprochen, alle hören zu. Alle sehen zu. Das ist für eine Frau auch nicht einfach, denke ich mir. Geht sie sofort darauf ein, dann denkt die Gesellschaft: „Was ist das denn für Eine?!“ Ganz ehrlich, wer so denkt, tickt für mich nicht mehr ganz sauber. Der ist doch nicht mehr ganz knusper. Ehrlich mal! Wie soll man sich denn kennen lernen ohne sich je (an)gesprochen zu haben. Jeder hat irgendwann mal seinen Partner oder seine Partnerin angesprochen. Hey. Aufwachen. Das ist eigentlich völlig normal. Aber dank Generation Facebook und Tinder verlernen es die Menschen immer mehr. Einfach nur zu reden. Worüber ich beim Approachen übrigens echt zunehmend dankbar bin. Leute wie mich gibt es nämlich kaum mehr. Bleibt mehr für mich vom Kuchen! Da wird lieber gechattet als geredet…

Und dann kommt jemand wie ich. Und traut sich auch noch zu sprechen! Das gibt echt oft riesige Pluspunkte und hat mir so manches Date beschert. Einfach weil es mutig ist eine Frau anzusprechen. Ist es das wirklich? In unserer Zeit schon, in unserer Gesellschaft. Klar. Aber es müsste das nicht sein. Wir quatschen über Burkas in anderen Ländern und darüber, dass die Menschen dort so verschlossen sind. Und was machen wir hier? Die Männer in diesem Land verpassen in dieser Sachen allen Frauen eine geistige Burka. Nein halt. Die Frauen verpassen sich diese Burka zusätzlich selbst! Schrecklich. Es muss ja nicht jeder jeden ansprechen. Aber wenn es jemand tut, dann sollte das etwas völlig normales sein. Es ist weder aufdringlich noch lästig. Zumindest nicht wie ich das mache. Behaupte ich. Wenn die Frau zu verstehen gibt, dass sie nicht möchte, dann bin ich schneller Weg als der Maulwurf aus seinem Loch raus schauen kann. So, da war sie wieder. Meine tägliche Portion Gesellschaftskritik. Dann kanns ja wieder mit der Story weitergehen. 😉

Aaaalso. Wie war das. 8 zu 1 im Schnitt oder so. Ja gut. Also gibts gleich einen Korb zum mitnehmen, das ist dann das Ding mit dem ermäßigten Steuersatz. 19% zum „hier Essen“, 7% zum „Mitnehmen“. Wenn dann ist es sowieso nur die Sache mit den 7%. To go halt. Der Gedanke über einen möglichen Korb war kurz da und dank wochenlangem Training aber sofort weg. Die Frage war nur noch: „Wie mache ich das jetzt?“

Neben an war ein Klamottengeschäft. Also kurz zu meinem Wing gesagt: „Ich hab eine Idee, warte kurz. Ich hol mir da einen Zettel.“ Nett um ein Stück Papier gefragt und einen Stift. Dann hab ich ein paar charmante und lustige Worte drauf geschrieben, ein, zwei, Smileys dazu. Fertig war die Vorbereitung für meinen ersten nonverbalen Approach. Fast wie bei Facebook. Nur ohne Tastatur. Dafür mit echter Handschrift. Hammer. Gut, wie gehts weiter? Ich lauf einmal um das Cafe und komm von der Straßenseite aus an, da waren weniger Menschen als von vorne. Ich gehe langsam aber zielsicher auf den Tisch zu, beuge mich etwas herunter. Lächle die beiden Damen an, sage kurz „Hi, ich hab hier was für Dich“ und lege der Blonden den Zettel auf den Tisch. Sie liest ihn, lacht verlegen und  sieht mich perplex an. Ich schieb schnell ein ganz leise geflüstertes „ja schau mal, ich kann doch hier nicht vor allen Leuten so einfach auf Dich zugehen, komm kurz mal mit“ hinterher. Sie sagte sie sei gerade mit ihrer Schwester hier und… äh… in dem Moment steht sie auch schon auf um mir zu folgen. Bumm. Jackpott!
Ich, inzwischen echt geübt, das kann ich schon behaupten, sage zu ihr, dass sie mir mal den Zettel geben soll und flüstere ihr zu: „Den geb ich Deiner Schwester, dann weiß sie wenigstens was hier gerade los ist“ Deshalb nehme ich der Blonden den Zettel aus er Hand und stecke mein Briefchen der Schwester zu und sag noch mit einem Lächeln: „Ich bring sie Dir in 2 Minuten wieder, versprochen! 😉 “ Sie fand es total witzig und sagte, ich solle nur machen. Danke liebe Schwester. Du bist cool.

Es folgte ein kurzes kennen lernen. Sie war völlig beeindruckt und geschmeichelt. Ein bisschen Smalltalk – ja das kann ich inzwischen auch ganz gut – und die Nummern getauscht. Ich hab sie für knapp drei Minuten entführt. Etwas abseits von den Tischen, ca. 10 – 15 Meter weg. Die Blicke der Leute hab ich wahrgenommen. Man hat gesehen wie ich hin bin, man hat gesehen, dass ich einen Zettel hingelegt habe. Man hat gesehen, dass sie mit mir mitgekommen ist. Mitten am Tag.

Natürlich haben alle unser Gespräch aus der Ferne mitbekommen. Wie oben schon geschrieben… Natürlich hätte ich mich da alleine schon statistisch gesehen zum Eierkopf machen können. Zum Affen und auch zum Hampelmann. Aber eben auch zum Rockstar. Und es war natürlich einer dieser Rockstar-Momente, wenn alle sehen wie Du die Blonde dazu bringst, dass sie für Dich aufsteht und Dir folgt. In dem Moment merke ich spätestens wieder, dass und wofür ich lebe. Solche magic moments sind selten. Sie existieren nicht einfach so. Aber sie existieren wenn Du sie schaffst. Also schaffe magic moments!

Mein Repertoire und meine Weltsicht haben sich wieder erweitert. Eine größere Bandbreite. Mehr neue Möglichkeiten. Raus aus der Komfortzone. Hin zu den magic moments. Die Komfortzone erweitert. In dem Moment war ich einfach nur glücklich über meine eigene Entwicklung. Und mein Wingman hat sich genauso wie ich einfach nur gefreut und Spaß gehabt. Und auch das finde ich einfach toll, zu sehen, dass es Menschen in meiner Umgebung gut geht, dass sie Spaß mit mir haben und sich wohl fühlen.

Du hast den Ball auf den Elfer gelegt und ich hab ihn verwandelt. Danke mein Freund, für den tollen Tag und dass Du mit mir den Moment in meinem Leben geteilt hast und bei mir warst.

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