Reize vs. Reizüberflutung

Thema heute: Reize vs. Reizüberflutung.

2016-08-13

Heute ist Samstag, der letzte Artikel kurz vor dem philosophischen Sonntag. Sonntag gibt’s immer etwas Philosophie. Man muss ja auch mal Gedanken schweifen lassen…

Heute nochmal etwas aus der Praxis. Zum Mitnehmen. To go, sozusagen. Letztens hab ich was gelesen an einem Cafe, das fand ich Weltklasse. Dort bin ich öfter, aber den Spruch hatte ich bisher noch nicht entdeckt. Da sieht man mal wieder wie unbewusst man durch die Gegend läuft. Ruhig mal alle Schilder anschauen! Es gibt immer was zu entdecken. Auf einem der Aushängeschilder steht etwas perfekt zu meinem Charakter passendes. Nicht wie überall plump: „Coffee to go“ sondern ein echtes Statement: „Coffee to stay“. Überragend. Ich bin begeistert.

Auf zur Praxis:
Hast Du viele Dates, hast Du viele Dates! Damit ist alles gesagt, und noch mehr.

Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Reiz auf der einen und der Überflutung mit den Reizen auf der anderen Seite.

Wie ist es für einen Anfänger im Pickup, wenn er plötzlich Dates hat wie am Fließband? Wie fühlt sich das an? Am Anfang einfach total irre. Man denkt man träumt und läuft wie ferngesteuert in einer völlig neuen und fremden Welt herum. Elefant im Porzellanladen. Am Anfang zertrümmert man erst mal alles. Im Kopf komplett kaputt. Weil sich plötzlich Türen und Wege auf tun, von denen man nur dachte, dass sie maximal für „Verstehen Sie Spaß“ im Fernsehen taugen würden. Weit gefehlt. Es ist die Realität. Sicher nicht für 99% der Menschen. Halt ich korrigiere. Sicher nicht für 99,99% der Menschen. Aber für den kleinen Rest. Damit muss man erst mal umgehen lernen. Es ist ein Prozess. Aber das geht schnell. Zumindest bei mir. Bin anpassungsfähig und lerne schnell. Ich war immer schon Autodidakt. Ich brauche keine Lehrer. Ich bin mein eigener. Du springst irgendwann aus dem Nest und fliegst einfach. Das ist der Reiz. Zu sehen ob es klappt. Und nach zig Dates in kürzester Zeit passiert was?

  1. Du verstehst, dass Du tatsächlich ein Elefant bist. Zumindest am Anfang.
  2. Dir wird klar, dass Du Dich gerade in einem Porzellanladen aufhältst.
  3. Dir wird klar, dass Du gerade Porzellan zertrümmert hast. Du Ungetüm!
  4. Du lernst grazil durch die Regale zu laufen, auch als Elefant!
  5. Im Porzellanladen gibt es auch hübsche Frauen. 😉

In den ersten Dates bist Du noch nervös. Du machst Dir Gedanken wie wohl alles abläuft. Was sag ich. Was ziehe ich an. Was mache ich wenn sie dies oder das sagt. Was ist wenn ich unsicher bin. Was passiert wenn sie merkt, dass ich sie echt mag. Was ist wenn sie merkt, dass ich sie zu sehr mag. Spiel ich jetzt den großen starken Mann. Muss ich mich beweisen. Welche Themen sind die richtigen. Soll man auf dem ersten Date „schon“ küssen. Wenn ja, wann ist der richtige Zeitpunkt.

Fragen über Fragen. Und was nehme ich zig Dates später bis heute für mich mit?

Alles überflüssiger Käse. Völlig unnötige Gedanken. Hör auf damit. Nichts davon hilft Dir. Es spielt keine Rolle wo Du bist. Was Du sagst. Warum Du etwas sagst. Hör auf soviel zu denken. Sei Du selbst. Sei einfach nur locker. Fühle. Das WIE ist wichtig, nicht das WAS.

Leichter gesagt als getan? Jein! Deswegen sind die vielen Dates gerade zu Beginn hervorragend. Du übst. Sprich ruhig auch die 4er an. Date ruhig auch die 4er. Heute mache ich das nicht mehr. Unter 5 spreche ich nichts mehr an. Und 5er auch nur im Ausnahmefall, nur wenn die Ausstrahlung wirklich etwas besonderes ist. Du lernst zu kommunizieren. Gut, das konnte ich vorher auch schon. Aber nicht ständig mit neuen Menschen. Nicht ständig mit Frauen. Nicht jeden Tag, je Stunde und jede Minute ein anderer Mensch. Es ist eine Art Speed-Dating. Draußen im Daygame, aber genauso dann im Date selbst. Du lernst spontan zu werden. Und vor allem lernst Du, dass das Verhaftetsein in Deinem Kopf das Falscheste ist, was Du tun kannst. Das ist keine Mathematik. Das ist nicht Physik. Beides fand ich übrigens immer total langweilig. Dinge zu erklären, die sowieso schon feststehen. Bäh. Das überlasse ich den Langweilern. Ich will entdecken. Ausprobieren. Beobachten. Fühlen. Ergründen was noch keiner weiß oder noch niemand zuvor gesehen hat. Nein. Mach Deinen Kopf zu. Rollo runter. Vergiss es. Schalt ihn ab. Mach Dich locker. Sieh zu, dass Du Dich auf die Frau einlässt. Es geht hier um Gefühle. Das geht nicht, wenn Du Dir ständig Gedanken machst, ob Dein Hemd richtig sitzt, oder Dein T-Shirt gut genug gebügelt ist. Ob Dein Haargel noch sitzt. Wen juckt Dein dämliches Haargel? Wenn die Frau Dein Haargel toll findet, dann geht sie in den nächsten DM und holt sich welches. Dazu braucht sie nicht Dich. Verstehst Du was ich meine? Sie sitzt nur wegen Dir da! Sie ist nur für Dich da! Nicht wegen Deinem Hemd, nicht wegen Deinem Haargel. Nicht wegen Deinem Auto. Klar gibt es auch Ausnahmen, aber hey… DIE Frau such ich nicht!

SIE, DU, FERTIG.

Was also nach zig Dates zunehmend besser wird ist, dass Du nicht mehr das Gefühl hast Dich beweisen zu müssen. Mir ist bis kurz vor einem Date inzwischen egal was passieren wird. Ich habe verstanden, dass Du es weit weniger in der Hand hast als Du denkst. Das schrieb ich ja schon öfter.
Es ist so: Du hast die Frau irgendwo angesprochen und kennen gelernt. Sie hat Dir ihre Nummer gegeben. Irgendwas muss sie also an Dir toll finden, sonst hättest Du ihre Nummer nicht bekommen. Und sicher hätte sie sich dann auch nicht auf ein Date eingelassen. Also hast Du schon den Fuß in der Türe. Mach Dir keine Gedanken darüber was passiert wenn sie die Türe doch noch zu macht. Kann sein, ja und. Dann geht’s weiter. Sondern sieh es anders herum: Schau ob der Mensch zu Dir passt. Und wenn ja, dann geh durch die Türe durch. Charmant, aber geh durch. Frag nicht so viel. Mach einfach. Lass Dich nicht von Ängsten leiten. Du bist der Mann. Sie ist die Frau. Du bist der männliche Part. Sie ist der weibliche Part. Dominanz trifft Grazilität. So wie bei Cola küsst Orange. Das funktioniert seit Millionen von Jahren hervorragend und hat uns alle bis hier her gebracht. Nur der Gender Mainstream erzählt uns das Gegenteil. Ich lehne diesen neumodischen Schwachsinn ab. Ich nehm daran nicht teil. Das soll so machen wer will, ich mach es anders. Und meine persönlichen Resultate sprechen im Moment dafür, dass ich so falsch nicht liegen kann. Herz ist Trumpf. Nicht der Kopf!

Viele Dates sorgen zwangsläufig für eine Reizüberflutung. Du musst Dich tatsächlich zwischenzeitlich dazu motivieren Dir selbst zu sagen: „Hey komm, ich lass mich heute Abend voll auf sie ein. Sie ist wieder ein anderer, ein neuer Mensch.“ Ja, es ist schon eine gewisse Selbstmotivation wichtig, gerade in dem Punkt. Ich hab mich nämlich selbst dabei ertappt, dass ich mir manchmal nach 5 Minuten gedacht habe: „Ohje, ist die Frau langweilig“. Okay, mag sein. Sie ist in der Masse nichts besonderes mehr. Reizüberflutung. Aber hey, sie ist jetzt hier und sie ist wegen Dir hier. Also würdige das. Oder brich das Date im Extremfall ab. Was ich bisher festgestellt habe ist, dass selbst wenn ich dann zunehmend gelangweilt war, sie trotzdem oder sogar noch mehr Interesse hatte. Ich kann noch nicht sicher sagen, ob ich damit auslöse, dass sie meint um mich „kämpfen zu müssen“. Ich weiß es nicht. Dazu hatte ich diese Situation noch zu selten. Aber ich kann sicher sagen, dass das bisher kein Grund war, der dazu geführt hätte, dass das Date schlecht aus ging. Wichtig ist nur, ob Du weiterhin hier und im Jetzt bist. War ich authentisch, dann war es egal, ob ich gelangweilt war oder getrommelt habe.

Man wird also von Mal zu Mal deutlich entspannter. Man lernt die Frau(en) zu verstehen. Nicht in ihrer völligen Gedankenwelt, das wäre unmöglich. Ein Mann wird eine Frau nie verstehen. Haha. Aber man lernt die Gefühle der Frau zu verstehen. Man lernt sie zu lesen. Man denkt nicht mehr daran wann der richtige Zeitpunkt wofür gekommen ist. Sondern man spürt wann der richtige Zeitpunkt wofür gekommen ist. Ist es dann immer das Gleiche für mich? Wird es dann nicht langweilig? Nein. Jede Frau ist einzigartig. Jede Frau ist etwas besonderes. Die Frage ist nur, ob sie zu Dir passt. Es gibt so viele verschiedene Dinge, die Du beim Date ausprobieren kannst. Das kannst Du Dir aber nur leisten, wenn Du weißt, dass Dein Leben nicht davon abhängt. Das tut es nie. Aber unser Kopf suggeriert es uns. So sind wir konditioniert. Spiel also mit der Stimme. Spiel mit Deinen Händen. Spiel mit ihren Händen. Spiel mit Deinen Geschichten. Spiel mit Deinen und ihren Gedanken. Nimm Sie mit auf eine Reise. Verzaubere sie und sorge dafür, dass auch sie Dich verzaubern möchte. Der erste Halbsatz ist leicht, der zweite ist die Königsdisziplin. Der erste Teil gelingt mir inzwischen meistens, der zweite Teil noch nicht. Ja, ich bin ehrlich. Aber ich arbeite daran. Wird schon werden. Garantiert! Das geht alles nur wenn Du absolut im Jetzt bist. Auf den Punkt hier. Aber ich weiß wie ich die Reise angehen muss und ich lerne ständig dazu. Am Anfang war mir wichtig die Frau zu überzeugen. Das passiert unter anderem deswegen, weil man aus mangelnden Alternativen heraus so handelt. Man denkt – aus der alten Sicht -, dass man jetzt dieses eine Ding gewinnen muss. Das ist dank des sicheren Wissens über den Zufall im Pickup völlig absurd. Man wird Dates haben. Immer wieder. Man muss nur beharrlich am Ball bleiben. Ansprechen, ansprechen, ansprechen. Mit jedem Date verlierst Du etwas von Deinen Ängsten und der totalen geistigen Verhaftung im Kopf. Das ist gut. Auf der anderen Seite verlierst Du aber auch einen Teil der konditionierten „Natürlichkeit“. Es gilt als normal, dass Du nervös bist. Souverän zu sein nimmt Dir etwas Deiner Natürlichkeit. Aber das ist der Preis des Pickups. Man verändert sich eben. Bin ich vor einem ersten Date inzwischen noch nervös? So gut wie nie. Und darüber bin ich froh. Warum bin ich nicht nervös? Weil ich weiß, dass ich nach diesem Date auch noch weitere haben werde. Wenn ich möchte. Und wenn ich nicht möchte? Dann ist das Projekt zu Ende, denn dann hab ich sie gefunden. Meine Frau fürs Leben. 🙂

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