Hohe Schlagzahl – hohe Schlagkraft?

Inspiriert durch einen Leser-Kommentar auf meinen letzten Artikel Ich liebe Basketball – meine Art Basketball schreibe ich ein paar Gedanken darüber, wie es ist eine hohe Schlagzahl zu fahren und stets mit voller Wucht auf den Ball zu hauen. Vielen Dank für den Kommentar, er hat mich echt zum Nachdenken gebracht. Darum schreibe ich jetzt darüber. 🙂

Der Kommentarschreiber – oder soll ich besser sagen die Kommentarschreiberin- wirft die interessante Frage auf, ob ich zu viel Gas gebe. Man kann das einerseits verstehen hinsichtlich der Schlagzahl. Andererseits hinsichtlich der Art des Abschlages. Sie vergleicht mein Spiel eher mit Baseball als mit Basketball. Und empfiehlt mir es mit Golf zu probieren. Sinnbildlich gesprochen also es etwas ruhiger anzugehen. Nehmen wir die beiden Aspekte „Schlagzahl“ und „Wucht“ genauer unter die Lupe.

2016-08-12

Was geht in mir vor?

Eine hohe Schlagzahl fahre ich zur Zeit sicher. Das viele Ansprechen generiert zwangsläufig viele Kontakte und damit viel Kommunikation und daraus resultierend auch viele Dates. Es ist anstrengend. Keine Frage. Es kostet Kraft ständig zu unterhalten und ständig unterhalten zu werden. Es gibt Frauen die viele Fragen stellen. Die Interesse zeigen. Dann rede ich mehr. Quasselstrippen habe ich bisher noch nicht erlebt. Es kommen immer wieder echt bereichernde Gespräche zustande, aber ich bin auch einfach mal froh, wenn ich mich zurück lehnen kann und einfach nur lauschen. So wie bei einer Gute-Nacht-Geschichte.
Das Problem ist an der Stelle, dass ich anders bin als der Durchschnitt. Mich interessieren andere Themen. Mich interessiert eine andere Art der Gesprächsführung. Ich bin tiefgründig und das Materielle interessiert mich nicht. Dann fallen für viele Frauen schon 80% der Gesprächsthemen raus. Also stecke ich in einem Dilemma, bei dem es nur zwei Möglichkeiten gibt:

  1. Mitmachen und sich den völlig oberflächlichen Themen hingeben.
  2. Die eigenen Themen ansprechen, dann kommt man zwangsläufig in die Lage selbst viel zu reden, weil viele Fragen kommen. Offensichtlich fasziniert man.

Gerade Punkt 2 ist entscheidend. Man kann schon viel reden und erzählen. Erklären und machen und tun.

Ich denke da an einen meiner totalen Lieblingsfilme: „Instinkt
Den kann ich nur empfehlen. Er ist außergewöhnlich. Trotz Hollywood. Er hat unglaublichen Tiefgang. Der Film hat mich als Teenager völlig inspiriert. Das war bis heute der einzige Film, den ich mir im Kino zwei mal angesehen habe.

Es kommt in dem Film zu einer für mich elementaren Szene, in der ein junger Arzt (Cuba Gooding Jr.) seinem Patienten (Anthony Hopkins) sagt (soweit ich mich aus dem Kopf erinnere):
„Erzählen Sie mir von sich und was sie bewegt.“
Der deutlich ältere Patient antwortet:
„Können Sie mir denn folgen?“

Und dann komme ich auf Punkt 2 oben zurück. Man redet und redet. Aber folgen kann einem nur selten eine Frau. Anders zu sein ist nicht nur ein Segen, es ist auch ein Fluch. Das Gefühl verstanden zu werden hatte ich in den letzten Wochen erst einmal. Es war ein tolles Gefühl. Nur dafür mache ich das Ganze hier. Nur dafür. Es ist die das einzige Ziel. Mir geht es nicht um all die Nummern, all die Dates oder sonst etwas. Mir geht es ausschließlich darum meine Frau fürs Leben zu finden.

Und damit zurück zum Aspekt „hohe Schlagzahl“.
Im Moment sehe ich es so: Je mehr Frauen ich anspreche, desto mehr Kontakte generiere ich. Je mehr Kontakte ich generiere, desto mehr Dates folgen. Umso mehr Frauen erhalten die Chance mich kennen zu lernen und umgekehrt erhalte ich die Chance sie kennen zu lernen. Durch die hohe Zahl gehe ich davon aus, dass zwischendurch mal „eine Richtige“ dabei ist. Vielleicht ist es dann auch „DIE Richtige“.

Eine Richtige war auf jeden Fall schon mal dabei, potentiell. Aus zig Dates. Dafür musste ich bisher ca. 100 Frauen ansprechen. Geschätzt. Es war halt leider noch nicht DIE Richtige.

Quintessenz: Ich hoffe, dass ich meinem Ziel durch die hohe Anzahl einfach schneller näher komme.

Neben der hohen Schlagzahl nun zum zweiten Aspekt, der hohen Schlagkraft. Ich nehme an, dass im Kommentar gestern gemeint war, dass ich einfach zu viel aufs Gas drücke. Schon beim ersten Date. Ist es wirklich ein „schon“? Die Frage stelle ich in den Raum. Esoterisch in den Raum. Gibt es wirklich ein „gut“ und „schlecht“? Wenn ich also beim ersten Date das Gefühl habe, dass die Frau etwas für mich ist, soll ich dann – weil die Norm es so sagt – „langsam machen“? Wahrscheinlich würde ich dann bei der einen oder anderen Person sogar mehr Erfolg erzielen. Das kann sein. Aber war ich dann ich? Wenn ich ich sein darf und soll, dann muss ich mich ausleben können. Mich macht aus, dass ich viel zu geben habe und viel bekommen möchte. Wenn ich mit angezogener Handbremse rein gehe, dann brauche ich nicht erwarten, dass viel zurück kommt. So denke ich mir das. Es gibt aber sicher Menschen, die auf so viel Energie und Wucht abgeschreckt reagieren. Dessen bin ich mir bewusst. Ich habe nur in meiner Vergangenheit den Fehler gemacht zu sehr Rücksicht auf andere Menschen zu nehmen und viel zu wenig auf meine Entwicklung zu achten. Heute fällt mir das einerseits auf die Füße, andererseits ermöglicht es mir erst dieses Projekt Beziehung. Ich verbiege mich für niemanden mehr, zumindest nicht im Privatleben. Im Berufsleben darf man dem Chef schon mal ins Gesicht lachen. 😉

Die Frage der Wucht stellt sich für mich natürlich. Ich hinterfrage mein eigenes Handeln viel und oft. War das so oder so richtig? Musste das sein? Hätte ich nicht das oder das machen können? Ja. Hätte ich. Aber keiner sagt Dir, dass es dann „besser“ oder „richtig“ gewesen wäre.

Ich denke mir: Die Frau, die meine Art toll findet, findet mich wahrscheinlich genau deshalb toll, weil ich bin wie ich bin. Auch mit meiner Wucht. Auch mit meiner Energie. Und ja, ich kann echt ein Energiebündel sein. Massiv. 😉

Vor kurzem habe ich in einem interessanten Buch etwas gelesen… halt, da fällt mir ein… ich sollte mal einen Artikel mit Buchempfehlungen schreiben… ahh… zurück zum Thema! Jedenfalls hab ich gelesen, dass es besser ist nicht im Durchschnitt zu liegen. Nicht konform zu laufen. Sondern sich bei allen Dingen für ja oder nein zu entscheiden. Farbe zu bekennen und dazu zu stehen. Position zu beziehen. Es zu leben. Was passiert daraufhin:
Die eine Hälfte der Menschen wird Dich vielleicht hassen. Aber die andere Hälfte der Menschen wird Dich faszinierend finden und dafür lieben.
Entscheide also selbst: Bist Du Mittelmaß und gibst Dich mit der Langweiligkeit des Alltags zufrieden oder willst Du Menschen anziehen, die zu 100% zu Dir passen und mit denen Du glücklich bist.
Vor einigen Wochen habe ich mich entschieden die Mittelmäßigkeit aufzugeben.

Ich bin anders. Nun schon.