Büroalltag, oder mehr als das?

Einen schieb ich noch hinterher. Das ist der inoffizielle Teil 3 dazu. 🙂
Gestern hab ich den kurzen Beitrag Welches Getränk? veröffentlicht.

Dazu fällt mir noch etwas ein. Mir fällt eigentlich immer etwas ein. Zu jedem Thema. Wer mich kennt, der weiß das! 😉 Wenn ich etwas kann, dann reden. Aber zu diesem Thema, nennen wir es einfach „der Mensch steht im Mittelpunkt“, liegt es mir auch einfach am Herzen.

Ich komme gern vom einen zum nächsten… So. Jetzt aber. Büroalltag. Los gehts.

2016-08-10

Du sitzt im Büro oder am Arbeitsplatz. Ein Kollege oder eine Kollegin steht oder sitzt bei Dir und ihr besprecht Euch. Durchaus geschäftlich. Plötzlich klingelt Dein Telefon.

Was machst Du jetzt?

Du musst Dich nicht schämen. Du gehörst vielleicht oder auch wahrscheinlich (!) zu den 95% der Menschen, die auf das Telefon schauen und abheben.

Bist Du Dir bewusst was Du da tust?

Du lässt den Menschen, der vor Dir steht, mit dem Du sprichst, dem Du wichtig bist, der nur zu Dir kommt, um bei Dir zu sein, exklusiv, einfach stehen. Wofür? Für irgendwen. Einen Anrufer! Nennen wir ihn einfach Anrufer. Du lässt tatsächlich Deine aktuelle Konversation fallen, nur um an ein dämliches Telefon zu gehen. Für was hast Du Deine Anrufliste? Meinst Du ehrlich, dass der Anrufer Deine Nummer vergessen wird und es nicht nochmal probiert Dich zu erreichen? Für was gibt es außerdem Emails?!

Aufwachen!
Ich sag Dir ehrlich was ich denke: Du bist ein Feigling, mehr nicht!

Was mache ich: Aufs Telefon schauen, nicht um zu sehen wer es ist, sondern um zu schauen wo der Knopf ist, der das laute Klingeln abschaltet. Da drücke ich dann drauf und widme mich sofort wieder meinem Gesprächspartner.

Das sorgt dann fast immer bei meinem Gesprächspartner für große Verwunderung. So nach dem Motto: „Gehst Du etwa nicht ran ans Telefon???“

NEIN! Gehe ich nicht! Du bist mir wichtiger. Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben. Jetzt im Moment bist du der wichtigste Mensch in meinem Leben. Und wenn wir zu ende gesprochen haben, dann… meinetwegen… rufe ich den Anrufer zurück. Und dann kann der Anrufer gerne zum neuen wichtigsten Menschen in meinem Leben werden. Für diesen neuen Moment. Vorher nicht.

Ich schiebe nicht einen Menschen für den anderen zur Seite. Nirgends. Nicht. Nicht mehr. Nie mehr. Nie.

Und auch wenn Du Dich in dem Beispiel wiederfindest, hast Du doch jederzeit die Wahl Dein Handeln zu ändern. Es ist mehr als das. Es ist eine Lebenseinstellung. Genau darum geht es mir hier. Es ist ein Weg. Kein Kippschalter. Wege tun weh. Wege kosten Kraft. Aber Kippschalter gehen kaputt. Gelaufene Meter bleiben für immer.

Und was hat es für Auswirkungen in meiner Umgebung, dass ich in derlei Situationen so handle?

Mehrere:

  1. Erstaunen bei der Person in meinem Büro.
  2. Erstaunen bei der Person, die mich ursprünglich anrufen wollte und mich später fragt warum ich nicht ans Telefon gehe, obwohl die Person doch wisse, dass ich im Büro erreichbar war (Meinst Du nur! War ich nicht! Sonst hätte ich ja abgehoben!).
  3. Eine Verhaltensänderung bei zumindest einigen Personen. In den Fällen, wenn ich in deren Büro stehe und plötzlich ihr Telefon klingelt. Viele sehen mich dann an und entscheiden sich nicht ran zu gehen. Obwohl ich ihnen den Schweiß auf der Stirn fast ansehen kann (herrlich!). Und manche entschuldigen sich dafür, dass sie „kurz“ mal rangehen „müssen“.

Dann gibt es natürlich auch eine breite Masse, die sich weiterhin verhält wie immer. Danke, aber ihr werdet es nie lernen – für Euch ist die soziale Konditionierung das alles beherrschende Ding. Fast gottgleich. Macht weiter so. Auf Euch kann ich verzichten. 😉

Und darüber hinaus passiert also was?

Man wird zukünftig anders wahrgenommen. Menschen in Deiner Umgebung fangen an zu spüren, dass sie Dir wichtig sind. Du wirst etwas besonderes für sie. Sie fangen an die Anwesenheit in Deiner Nähe zu genießen. Anfangs völlig unbewusst. Später bewusst, sie kommen dann immer öfter „einfach mal so“ vorbei. Toll! Darüber freue ich mich am meisten.

Arbeit gibt es genug und die geht nie aus. Menschen aber kommen und gehen. Und die gemeinsame Zeit ist für mich das wertvollste der Welt.

Was hat das mit Pickup zu tun? Eigentlich klar.
Adaptiert bedeutet es nichts anderes als einer Frau immer das Gefühl zu geben, dass sie das Wichtigste in Deinem leben ist. JETZT. Zumindest jetzt…

Denk drüber nach. Probiere es aus. Verschiebe die Grenzen. Es liegt an Dir!

Illusion der Erinnerung

Das Gedicht aus dem Blog von linislife fand ich gerade spontan toll. Darum bring ich es hier als Reblog.

linislife

Menschen sagen sich
die Erinnerung sei das
was uns keiner nehmen kann

Menschen leben
in den Bildern an den Wänden
glauben an Illusionen der Vergangenheit

Menschen zünden Kerzen an
betrauern die Vergänglichkeit
und nennen es Erinnerung

Menschen fürchten sich
vor dem, was sie sehen
wenn das Licht der Kerze erlischt

Ursprünglichen Post anzeigen